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Anekdote aus Politikeralltag: Wenn Gabriel auf Autogrammjagd bei Putin geht

Es war im Oktober 2015, als Wladimir Putin Sigmar Gabriel in seine Residenz einlud. So eine Gelegenheit sollte nicht bloß für Gespräche über Weltpolitik und Gaspipelines genutzt werden, dachte sich wohl der deutsche Wirtschaftsminister und brachte ein persönliches Anliegen vor.

Sigmar Gabriel bei einem Treffen mit Wladimir Putin im September 2015

Sigmar Gabriel bei einem Treffen mit Wladimir Putin im September 2015

Sigmar Gabriel ist Vizekanzler, Wirtschaftsminister, SPD-Chef. Und manchmal auch Autogrammjäger. Im Oktober 2015 ist Gabriel zu einem Gespräch bei Russlands Präsident Wladimir Putin in dessen Residenz Nowo-Ogarjowo bei Moskau. Neben Weltpolitik, Russland-Sanktionen und Gaspipeline nach Deutschland bringt Gabriel ein persönliches Anliegen zur Sprache. Er bittet Putin um ein Autogramm. Nicht für sich selbst, sondern für die damals 32 Jahre alte Oksana, eine in Sibirien geborene Zahnarzthelferin in der Praxis von Gabriels Frau Anke. Putin kritzelt "Oksana" und "Alles Gute" auf sein Foto, das Gabriel mit heim nach Goslar nimmt.

Diese Anekdote (über die auch die "Goslarsche Zeitung" berichtete) findet sich in der ersten Biografie über Leben und Aufstieg des heute 57 Jahre alten SPD-Vorsitzenden wieder, geschrieben von den beiden Berliner Journalisten Christoph Hickmann ("Süddeutsche Zeitung") und Daniel Friedrich Sturm ("Die Welt"). Das jetzt im dtv-Verlag erschienene Buch ("Patron und Provokateur") dreht sich um die Frage, ob Gabriel Kanzler könnte.

"Absurd? Vollkommen absurd"

Die Autogramm-Aktion ist nur ein kleines Puzzleteil. "Man stelle sich vor, Angela Merkel hätte sich mit diesem Gegner des Westens getroffen und ein Autogramm für eine Mitarbeiterin ihres Mannes mitgebracht, die Putin halt irgendwie gut findet. "Absurd? Vollkommen absurd", finden die Autoren. "Aber so ist Sigmar Gabriel: immer für (...) irgendeine Aktion gut, mit der er vollkommen aus dem Rahmen fällt."

Das Buch wird an diesem Montag in Berlin vorgestellt - von Altkanzler Gerhard Schröder (SPD). 

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ivi / DPA