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"Exzellenzinitiative": Wir wären so gerne Elite-Universität

Eine Expertenkomission hat untersucht, welche deutschen Hochschulen das Zeug zur Elite-Universität haben. Zehn Unis haben es in die letzte Runde geschafft. Es locken hohe Fördergelder.

Zehn Hochschulen in Deutschland haben gute Chancen, als Elite-Universitäten hohe Fördermittel zu bekommen. In der Vorauswahl erhielten die RWTH Aachen, die Universitäten Bremen, Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe (TH), Tübingen und Würzburg, die Freie Universität Berlin sowie die Ludwig-Maximilians-Universität- München und die TU München positive Bescheide. Das teilte die Gemeinsame Kommission des Wissenschaftsrates und der Deutschen Forschungsgemeinschaft am Freitag in Bonn mit. Die endgültige Entscheidung fällt im Oktober.

Auch Graduiertenkollegs und Forschungszentren begutachtet

In dem Wettbewerb wurde auch über die Förderung von Graduiertenschulen und Spitzenforschungszentren eine Vorauswahl getroffen. Dabei kamen 39 Graduierten-Kollegs an Universitäten und 41 universitäre Forschungseinrichtungen in die engere Auswahl. Insgesamt erhielten 36 Hochschulen in zumindest einer der drei Förderkategorien positive Vorentscheide. Bei den Forschungszentren kamen unter anderem die Humboldt-Universität Berlin und die TU Berlin sowie auch Universitäten wie Darmstadt, Göttingen, Hamburg, Kiel und die Medizinische Hochschule Hannover zum Zuge.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) gratulierte den Gewinnern der ersten Runde. "Die zahlreichen und durchgehend auf hohem Niveau angesiedelten Bewerbungen zeigen das enorme Potenzial des Hochschulstandorts Deutschland."

Zufriedenheit (fast) überall

Die betroffenen Länder reagierten erfreut. Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) betonte, die Universitäten des Freistaates seien "gut im Rennen". Jedes fünfte Projekt, das die erste Hürde genommen habe, komme von einer bayerischen Universität. Berlins Wissenschaftssenator Thomas Flierl (Linkspartei) sagte, die Hauptstadt gehöre neben München zu den herausragenden Wissenschaftsstandorten in Deutschland. Für die Freie Universität sei die Einstufung "ein besonderer Erfolg". Der neue Präsident der Humboldt-Universität, Christoph Markschies, sieht dagegen "eine sehr ernste Warnung" für seine Einrichtung.

Hamburgs Wissenschaftssenator Jörg Dräger (parteilos) sagte, dass zwei Hamburger Anträge weitergekommen seien zeige, dass an Hochschulen der Hansestadt herausragende Forschung betrieben werde. Für Schleswig-Holsteins Wissenschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) sind die Chancen der Projekte an der Küste riesig.

International besetzte Gutachtergruppe

Als Elite-Universitäten hatten sich 27 Hochschulen beworben. Für die beiden anderen Förderlinien gingen fast 300 Anträge ein. Die Begutachtung wurde von international besetzten Gutachtergruppen vorgenommen. Über die ausformulierten Anträge, die bis April einzureichen sind, soll von einem Bewilligungsausschuss am 13. Oktober - dort ist auch die Politik vertreten - endgültig entschieden werden. Die jetzt durchgefallenen Forschungseinrichtungen und Universitäten können sich im April in einer zweiten Auswahlrunde noch einmal bewerben.

Mit dem insgesamt 1,9 Milliarden Euro umfassenden Bund-Länder-Programm (Exzellenzinitiative) sollen für fünf Jahre bis 2011 der Aufbau international anerkannter Spitzenforschungszentren an Universitäten, zusätzliche Graduierten-Kollegs für Nachwuchswissenschaftler sowie die Entwicklung von Elite-Universitäten gefördert werden. Der Bund trägt 75 Prozent der Kosten, die Länder steuern 25 Prozent bei.