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Abgesagter SPD-Ausschluss Stegner legt Sarrazin Wechsel zu den Rechten nahe


Seine Integrationsthesen seien "intoleranter Stuss" und "Nonsens: SPD-Präsidiumsmitglied Ralf Stegner wettert nach dem Abgesagten Parteiauschluss von Thilo Sarrazin weiter gegen den früheren Berliner Finanzsenator - und legt ihm einen freiwilligen Abgang nach rechts nahe.

SPD-Präsidiumsmitglied Ralf Stegner hat sich enttäuscht darüber gezeigt, dass Thilo Sarrazin in der Partei bleiben darf. Die gütliche Einigung sei zu akzeptieren, sagte Stegner zu "Spiegel Online". Zugleich betonte er: "Inakzeptabel bleibt der intolerante Stuss, mit dem Thilo Sarrazin neuerdings reichlich Geld verdient." Stegner räumte ein, dass vermutlich nicht alle Äußerungen Sarrazins zur Integrationspolitik falsch seien. "Aber seine kruden Erbtheorien und der bildungs- wie integrationspolitische Nonsens haben mit sozialdemokratischen Überzeugungen nichts gemein." Der schleswig-holsteinische SPD-Landeschef legte Sarrazin einen Wechsel in eine rechte Partei nahe, da seine Thesen "eher zu Rechtspopulisten" passten.

Sarrazin will SPD-Grundsätze einhalten

Die SPD hatte am Donnerstag nach Beratungen der zuständigen Schiedskommission die Anträge auf Parteiausschluss zurückgezogen, nachdem Sarrazin in einer Erklärung zugesichert hatte, sich künftig an die Grundsätze der Partei zu halten.

Der frühere Berliner Finanzsenator beklagt in seinem Buch "Deutschland schafft sich ab" die angeblich fehlende Integrationsbereitschaft von Muslimen. Der SPD-Vorstand hatte seinen Antrag zum Parteiausschluss vor allem mit Sarrazins Äußerungen über genetische Eigenschaften bestimmter Volksgruppen begründet.

mad/AFP AFP

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