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Kritik nach Auftritt: AKK macht in Karnevalssendung Witz auf Kosten intergeschlechtlicher Menschen

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich beim Karneval über das dritte Geschlecht lustig gemacht. Für ihre Aussagen wird sie nun in den sozialen Netzwerken kritisiert.

Annegret Kramp-Karrenbauer

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer witzelte über das dritte Geschlecht – und erntet viel Kritik dafür

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Beim Karneval bekommt in der Regel jeder sein Fett weg. Auf den Bühnen der Jecken macht man sich – oft auch gerne platt – über Politiker lustig, über Frauen, über Mütter, über Menschen mit Doppelnamen. Die Grenze zu dem, was ethisch noch vertretbar ist, verschwimmt – und leider geht es manchmal nicht nur vermeintlich lustig zu, sondern diskriminierend.

Annegret Kramp-Karrenbauer tritt beim Karneval im SWR auf

Noch eine andere Dimension nimmt das an, wenn sich Politiker in der Rolle der Karnevalisten auf der Bühne präsentieren. So geschehen am 28. Februar beim "Stockacher Narrengericht", einer traditionellen Sitzung aus dem Landkreis Konstanz. Dort trat die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer als "Angeklagte" auf. Der SWR hatte die Sendung zur Primetime ausgestrahlt. Teile ihres Auftritts sorgten für deutschlandweite Empörung. Mit roter Baskenmütze auf dem Kopf machte sich die Politikerin unter anderem über intergeschlechtliche Menschen lustig.

Was ist Intersexualität?

Intersexualität ist nicht zu verwechseln mit Transsexualität, bei der ein körperlich unauffälliger Mann sich als Frau fühlt oder umgekehrt. Der Begriff intersexuell beschreibt dagegen, dass jemand genetisch, körperlich oder hormonell "zwischen den Geschlechtern" steht, also weder eindeutig männlich noch weiblich ist. Manche sehen äußerlich wie Mädchen aus, haben aber in ihrem Erbgut ein männliches Y-Chromosom (XY-Frauen). Andere sind genetisch Mädchen mit zwei X-Chromosomen, doch ihr Körper produziert soviel Testosteron, dass sie mit einer Art Penis geboren werden. 

AKK: "Guckt euch doch mal die Männer von heute an ..."

Wörtlich sagte Annegret Kramp-Karrenbauer bei ihrem Auftritt: "Guckt euch doch mal die Männer von heute an. Wer war denn von euch vor kurzem mal in Berlin, da seht ihr doch die Latte-Macchiato-Fraktion, die die Toiletten für das dritte Geschlecht einführen."

Weiter sagte sie: "Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen. Dafür – dazwischen – ist diese Toilette."

Ein Videoclip zu ihren Aussagen verbreitet sich gerade in den sozialen Netzwerken.

Viel Kritik für Annegret Kramp-Karrenbauer

Vor allem auf Twitter gab es viel Kritik für die 56-Jährige. Der Cartoonist Ralph Ruthe schreibt: "Hallo AKK – dürfte ich Sie höflich bitten, nicht so eine Scheiße zu labern? Danke."

Andere Nutzer sahen in ihrem Auftritt die Bestätigung dafür, dass AKK ihren Titel als "Miss Homophobia 2018" mit allen Mitteln verteidige:

Politiker Klaus Lederer (Linke) sprach von einem Trauerspiel:

 Andere sahen darin "wieder einen Grund mehr, warum Anhänger der CDU den Rücken kehren."

Schon 2015 hatte Kramp-Karrenbauer - damals noch als saarländische Ministerpräsidentin - Empörung ausgelöst, als sie die Homo-Ehe mit Inzucht gleichsetzte. Seit Januar ist neben "männlich" und "weiblich" im Geburtenregister auch der Eintrag der Option "divers" möglich.

Quellen: queer.de, dpa, Twitter

she