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TV-Interview Laschet verteidigt Maaßen gegen Antisemitismusvorwurf

Armin Laschet
CDU-Chef Armin Laschet am Montagabend im "ProSieben spezial"
© dpa
Armin Laschet nimmt Hans-Georg Maaßen vor dem Antisemitismusvorwurf der Klimaaktivistin Luisa Neubauer in Schutz. Der CDU-Chef hält die Belege gegen den Bundestagskandidaten für nicht ausreichend.

CDU-Chef Armin Laschet hat den auch innerparteilich umstrittenen Bundestagskandidaten Hans-Georg Maaßen vor dem Antisemitismusvorwurf der Klimaaktivistin Luisa Neubauer in Schutz genommen. "Ich habe ihn bisher nicht als Antisemiten wahrgenommen", sagte der Parteivorsitzende am Montag in der Sendung "ProSieben spezial". Neubauer hatte dem früheren Verfassungsschutzpräsidenten vorgeworfen, antisemitische Inhalte zu teilen und zu verbreiten. Als Beleg führte sie unter anderem an, dass Maaßen etwa auf seinem Twitter-Profil wiederholt "problematische Begriffe wie "Globalisten"" verwende.

Laschet sagte, er würde bestreiten, dass jeder, der dieses Wort benutze, "innerlich ein Antisemit ist". Dies habe Neubauer behauptet. "Und ich finde, die Belege, die dann gekommen sind, reichen nicht aus." Der CDU-Vorsitzende betonte: "Wenn man einen so harten Vorwurf – gerade in diesen Tagen, wo wir echten Antisemitismus erleben – aufstellt, braucht man andere Belege als solche linguistischen."

Hans-Georg Maaßen: Massive Kritik aus eigenen Reihen

Maaßen war von den Delegierten von vier CDU-Kreisverbänden in Südthüringen zum Bundestagskandidaten gewählt worden. Maaßen ist wegen seiner Haltung unter anderem zur Flüchtlingspolitik der Bundesregierung umstritten. Politiker von SPD, Grünen und Linken warfen der CDU vor, mit Maaßen am rechten Rand zu fischen. Massive Kritik kam auch aus den Reihen von CDU und CSU.

Die von der FDP in ihr Wahlprogramm gesetzte Forderung nach einer Begrenzung der Amtszeit von Bundeskanzlern lehnt Laschet derweil ab. "Die Amtszeit ist begrenzt, weil nach vier Jahren der Wähler sagt, ob er den Kanzler noch haben will oder nicht", sagte er ebenfalls im "ProSieben spezial". Eine Begrenzung auf zwei Amtszeiten vorzugeben – das fordert die FDP – sei eine "Beschränkung der Entscheidungsrechte des Bürgers", betonte Laschet. "Wenn der Bürger glaubt, ein Kanzler soll 16 Jahre machen, dann soll er 16 Jahre machen."

tim

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