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Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz: Deutlich mehr Wähler geben ihre Stimme ab

Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wird eine höhere Wahlbeteiligung erwartet als bei den letzten Wahlen. Bis zum Nachmittag gaben deutlich mehr Wähler ihr Kreuzchen ab. In beiden Ländern könnte es zu einer rot-grünen Regierung kommen.

Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zeichnet sich eine rege Wahlbeteiligung ab. Deutlich mehr Bürger als vor fünf Jahren gaben bis zum Nachmittag ihre Stimme.

Wahlbeteiligung deutlich höher als 2006

In Baden-Württemberg haben sich bis 14.00 Uhr 30,7 Prozent der Bürger an der Wahl beteiligt, sagte Landeswahlleiterin Christiane Friedrich in Stuttgart. Einen direkten Vergleichswert zur vergangenen Wahl gibt es alllerdings nicht. 2006 hätten aber um 15.00 Uhr erst 29,8 Prozent der Bürger ihre Stimme abgegeben. Ungewöhnlich hoch war die Anzahl der Bürger, die schon in den vergangenen Wochen per Briefwahl wählten. Bei der Landtagswahl 2006 lag die Beteiligung bei 53,4 Prozent und hatte damit einen Tiefstand erreicht.

In Rheinland-Pfalz lag die Wahlbeteiligung um 14.00 Uhr bei knapp 42 Prozent, teilte das Statisrtische Landesamt mit. 2006 waren es zum gleichen Zeitpunkt nur etwa 35 Prozent gewesen. Die Wahlbeteiligung in Rheinland-Pfalz war damals historisch niedrig. Insgesamt gingen nur 58,2 Prozent der Bürgerwählen, so wenige wie nie zuvor.

Die Wahllokale schließen in beiden Bundesländern um 18.00 Uhr.

Rot-Grün liegt in Umfragen vorne

Unter dem Eindruck der Atomkatastrophe in Japan könnte es in beiden Ländern zu einer rot-grünen Regierung kommen. In Baden-Württemberg könnte damit die schwarz-gelbe Koalition von Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) abgelöst werden, die CDU müsste dann erstmals seit 1953 in die Opposition gehen. Die SPD von Ministerpräsident Kurt Beck muss in rheinland-Pfalz befürchten, die absolute Mehrheit zu verlieren und damit auf die Grünen als Koalitionspartner angewiesen zu sein.

Bei Umfragen vor der Wahl kam die CDU in Baden-Württemberg zwar auf bis zu 38 Prozent und wäre damit trotz klarer Verluste weiterhin stärkste Partei. Ihr bisheriger Koalitionspartner FDP muss allerdings um den Einzug in den Landtag bangen. SPD und Grüne lagen zuletzt mit etwa 24 Prozent gleichauf, damit kämen sie gemeinsam auf eine Mehrheit. Offen blieb vor der Wahl, ob SPD-Spitzenkandidat Nils Schmid oder der Grünen-Herausforderer Winfried Kretschmann im Falle eines rot-grünen Wahlsiegs Ministerpräsidenten werden würde. Kretschmann wäre der erste Ministerpräsident der Grünen in Deutschland.

Die SPD in Rheinland-Pfalz lag in Umfragen zuletzt bei etwa 38 Prozent und wäre damit auf einen Partner angewiesen. Die Grünen können auf deutlich über zehn Prozent hoffen. SPD-Ministerpräsident Kurt Beck hatte sich am Wochenende auch eine Koalition mit der FDP offengehalten. "Wir haben 15 Jahre gut mit den Liberalen regiert, deshalb schließe ich Rot-Gelb ausdrücklich nicht aus", sagte er der "Bild am Sonntag". Die CDU mit Spitzenkandidatin Julia Klöckner lag in Umfragen zuletzt bei 35 Prozent, die FDP muss auch in Rheinland-Pfalz mit Werten knapp über fünf Prozent um den Einzug ins Parlament bangen.

cjf/AFP/DPA / DPA