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Berlin vertraulich!: Senta Berger schätzt den "widerborstigen" Gauck

Senta Berger bewegte sich bei der Bundespräsidentenwahl wie ein Profi durch den Reichstag. Die Schauspielerin hat laut eigener Aussage schon jedes Zimmer in dem Gebäude kennen gelernt.

Von Hans Peter Schütz

Viele der Delegierten bei der Präsidentenwahl am Sonntag waren zum ersten Mal im Bundestag. Nicht so Senta Berger, die von der bayerischen SPD-Landesgruppe als Delegierte nach Berlin geschickt worden war. Sehr kundig bewegte sich die Schauspielerin durch das Bundeshaus. Sie habe darin schließlich schon einmal jedes Zimmer kennen gelernt, erzählte sie, als sie vor zehn Jahren die TV-Serie "Die schnelle Gerdi und die Hauptstadt" gedreht habe, jene Geschichten, in der sich die naive Münchner Taxifahrerin Gerdi als geschiedene Mitvierzigerin durchs Leben boxt. In der SPD sei sie nicht, erzählte sie stern.de, aber "Gauck wähle ich sehr gerne. Denn in seiner Biografie spiegelt sich die Geschichte unseres Landes." Sie schätze diesen "sehr widerborstigen Mann," denn der werde, wenn er Fehler mache, anders als andere Politiker zu diesen in der Öffentlichkeit auch stehen. Senta Berger hatte sich für die Präsidentenwahl mit ungewöhnlichem Schmuck aufgebrezzelt: Sie trug Ohrringe mit einem Bildchen ihrer Ur-Ur-Großmutter. "Die hätte den Gauck bestimmt auch gemocht," sagte sie dazu.

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Hans Jochen Vogel, noch immer unvergessener bayerischer Sozialdemokrat, war ebenfalls zur Gauck-Wahl vor Ort. Und zeigte sich politisch widerborstig wie er immer war. Die Ohrfeige, die Beate Klarfeld dem ehemaligen Kanzler Kiesinger verpasst habe, gefalle ihm nicht, sagte er stern.de. "Körperliche Gewalt lehne ich ab. Aber ich bin dafür, Frau Klarsfeld dafür mit einem Orden zu würdigen."

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Gut beschäftigt waren die Berliner Vertretungen der Bundesländer am Wochenende mit der Betreuung der Delegierten in der Hauptstadt, die am Sonntag Joachim Gauck zum neuen Bundespräsidenten wählten. Es sollte ja keiner der Delegierten in der Hauptstadt "verloren" gehen, auch wenn es bei der Wahl von Gauck nicht unbedingt auf jede Stimme ankam, wie bei der Wahl 2010. Denn noch immer ist unvergessen, wie der SPD-Gewerkschaftler und spätere Post- und Verkehrsminister Kurt Gscheidle bei der Präsidentenwahl 1969 (Gustav Heinemann) unter die Räder der Großstadt Berlin gekommen war. Man fand ihn in der Rotlichtszene am Stuttgarter Platz - niedergeschlagen, besinnungslos in einer Blutlache und um 500 Mark beraubt. Er habe nur noch ein Bier trinken wollen, erklärte er später, vermutlich habe man ihm K.o.-Tropfen verpasst. Er musste, weil verletzt, dann im Rollstuhl zur Wahl "antreten", denn bei jener Wahl kam es auf jede Stimme der SPD an. Wie das war, berichtete er später: "Ich bin Spießruten gefahren." Der SPD-Fraktionschef Herbert Wehner lästerte: "Wichtige Körperteile sind nicht betroffen."

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Die Spätfolgen der Wulff-Affäre bekommen jetzt auch die Journalisten zu spüren. Das Sponsering ihrer Branche wird ebenso abgebaut wie in der politischen Szene. Die Bahn hat den Schreibern die Karte gestrichen, mit der sie 50 Prozent auf alle Fahrkarten bekamen. Noch rigoroser die FDP. Auf ihrem kommenden Bundesparteitag am 21. und 22.April in Karlsruhe gibt es keinen gesponserten Raum mehr, in dem bisher die Schreiberlinge gratis essen und trinken konnten, was und wie viel sie wollten und der für Delegierte der Partei natürlich gesperrt war. Stattdessen wird jeder Journalist am Presseschalter mit Verpflegungsbons von zehn Euro pro Tag bedient. Wer am geselligen Abend des Parteitags teilnehmen möchte muss 25 Euro abliefern. Aber gesellig wird es in Karlsruhe sowieso nicht. Steht die FDP doch vor dem Abgang ins politische Nichts unterhalb der Fünf-Prozent-Marke.

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In der FDP gilt das badische Karlsruhe ohnehin als völlig falscher Tagungsort für diesen Parteitag. Dort traten bekanntlich 1849 die Badener furchtlos an, um für die Freiheit und Einheit Deutschlands tapfer zu kämpfen, bis sie von preußischen und württembergischen Truppen niederkartäscht wurden. Und dennoch darf dort ein Wolfgang Kubicki das große Grußwort reden, der die ur-badische FDP-Landesvorsitzende Birgit Homburger schon einmal aufs Schlimmste beleidigt hat. Als Homburger im Gespräch war, als Staatsministerin ins Auswätige Amt zu wechseln, hatte Kubicki getönt: "Das Auswärtige Amt ist nicht für die Müllentsorgung zuständig, sondern das Umweltministerium." Dass er in Karlruhe dennoch reden darf beweist: Bei der FDP darf jeder Babbler schwätze. Oder auf gut badisch: Jeder Haagseicher (Hochdeutsch: Zaunpinkler) aus Schleswig-Holstein. Kubicki hat sich, wie man hört, zwar bei Homburger längst wortreich entschuldigt. Kenner wissen weshalb: Weil er sich davor fürchtet, was die Alemannin ihrerseits vorschlagen wird, wenn Kubicki und die FDP bei der Wahl in Schleswig-Holstein unter fünf Prozent bleiben.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(