Bundestags-Nominierung Metzger scheitert an der CDU-Basis


Politischer Todesstoß für Oswald Metzger: Der CDU-Politiker muss seinen Plan zur Rückkehr in den Bundestag begraben. Der ehemalige Grünen-Spitzenvertreter verlor die entscheidende Kampfabstimmung und darf nicht als Bundestagskandidat des CDU-Kreisverbandes Biberach antreten. Zumindest für die nächsten Wochen hat Metzger dennoch konkrete Pläne.

Einmal mehr lag das Schicksal von Oswald Metzger in den Händen der CDU-Mitglieder im Wahlkreis Biberach. Und diese verhalfen dem ehemaligen Grünen-Politiker immerhin zu einem Achtungserfolg. Doch letztendlich entschieden sich die rund tausend CDU-Delegierten in der Nacht zum Mittwoch in einer Stichwahl gegen den 53-jährigen Finanzexperten als ihren Kandidaten für die nächste Bundestagswahl im Herbst 2009. Stattdessen nominierten sie mit 58,1 Prozent der Stimmen den durchaus umstrittenen Biberacher Kreisvorsitzenden und Landwirt Josef Rief.

Metzgers politische Zukunft scheint damit besiegelt zu sein. Auch wenn er selbst sagt: "Das ist kein Beinbruch." Oft genug hatte er aber angekündigt, wenn die CDU im Wahlkreis Biberach ihn nicht nominiere, bedeute das sein Aus als Berufspolitiker. "Das ist die letzte Chance, auf die bundespolitische Bühne zurückzukehren", sagte Metzger kurz vor Beginn der Veranstaltung. "Ich habe keinen Plan B", fügte er hinzu. Auf keinen Fall werde er auf einen anderen Wahlkreis ausweichen, hatte er bereits Anfang April gesagt. "Ich habe nicht vor, ins Exil zu gehen."

Dabei hatte Metzger zuvor mehrere Warnschüsse erhalten. Zwar rechnete er sich selbst eine 50:50-Chance aus, nominiert zu werden, parteiintern wurden seine Chancen auf einen Einzug in den Bundestag jedoch als eher schlecht eingeschätzt. Allein seine Aufnahme in die Partei war wegen seiner nicht abgesprochenen Forderung nach der Bundestagskandidatur lange umstritten. Und so sagte Metzger selbst in seiner Vorstellungsrede am Dienstagabend, ihm sei früher oft gesagt worden, er habe die richtigen Ansichten, sei aber in der falschen Partei. "Jetzt bin ich gekommen, und es ist auch nicht recht."

"Nicht verführbar durch große Sprüche"

Der Landesgruppenchef der CDU im Bundestag, Georg Brunnhuber, sagte in der Nacht zum Mittwoch in Berlin: "Das zeigt, dass die Unionsbasis nicht verführbar ist durch große Sprüche." Der CDU-Generalsekretär im Südwesten, Thomas Strobl, betonte: "Ich freu mich, dass wir einen Landwirt, einen Praktiker, in der Landesgruppe haben." Respektvolle Worte hatte er aber auch für Metzger übrig: "Metzger hat hoch gepokert und nicht den einfachen Weg gewählt. Das verdient Respekt." Wenn er reingekommen wäre, "dann hätten wir keine Angst gehabt, den hätten wir eingenordet".

Metzger wollte mit seiner Nominierung für den Bundestag seinen Wert innerhalb der CDU stark steigern. "Wenn ich am 1. Juli gewählt würde, dann würde ich auch in der CDU eine bedeutende Rolle spielen", sagte er im April. Bei der Wahl wollte er den derzeitigen Biberacher CDU-Bundestagsabgeordneten Franz Romer beerben. Dieser hatte bei der Bundestagswahl im September 2005 mit 52,4 Prozent das Direktmandat geholt.

Doch jetzt muss sich der 53-jährige Metzger neue Gedanken um seine politische Zukunft machen. "Ich weiß, dass ich nicht ins wirtschaftliche Loch fallen werde", sagte er am Dienstagabend. In den nächsten Wochen werde er ein Buch fertigschreiben. Der CDU will er trotz der Niederlage treu bleiben. "Mein Terminkalender ist voll."

Berit Schmidt/DPA DPA

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