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Sinkende Infektionszahlen Zahlreiche Bundesländer lockern ihre Corona-Regeln – die Öffnungsschritte im Überblick

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Gastronomie, Testpflicht, Kultur: Mehrere Bundesländer lockern angesichts sinkender Infektionszahlen ihre Anti-Corona-Maßnahmen. Was wird wo möglich? Der Überblick.

Angesichts niedriger Infektionszahlen haben etliche Bundesländer am Dienstag weitere Öffnungsschritte auf den Weg gebracht. In den beiden größten Millionenstädten Berlin und Hamburg wurde etwa beschlossen, ihren Gastronomen ab Freitag die Bewirtung von Gästen im Innenbereich wieder zu erlauben – wenn ein Test vorgelegt wird. 

Die Lockerungen im Überblick

In Berlin entfällt ab Freitag ferner die Testpflicht im Einzelhandel und der Außengastronomie, auch Fitnessstudios und Flohmärkte dürfen wieder öffnen. Größere Veranstaltungen werden unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Touristische Hotelübernachtungen sind ab dem 11. Juni wieder erlaubt. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sprach nach der Senatssitzung am Dienstag von "umfangreichen Öffnungsschritten". 

In Hamburg ist der Besuch der Innenbereiche von Restaurants und Lokalen ab Freitag ebenfalls nur mit Test möglich. Dazu kommen außerdem weitere Auflagen, wie der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bekanntgab. So gilt drinnen eine Sperrstunde ab 23.00 Uhr, im Außenbereich dürfen die Gaststätten länger öffnen. Die Hansestadt kündigte zugleich ein Alkoholverbot im Freien in Teilen der Vergnügungsviertel Sternschanze sowie St. Pauli an. Dies ist eine Reaktion auf Vorfälle am vergangenen Wochenende, als dort zeitweise tausende Menschen Corona-Regeln missachteten und bei der Räumung von Straßen teils Polizisten attackierten. Dort darf nun ab Freitag um 23.00 Uhr kein Alkohol mehr verkauft oder ausgeschenkt werden. Auch das Mitbringen ist untersagt.

In Brandenburg sind von Donnerstag an wieder Restaurantbesuche in Innenräumen und in der Außengastronomie teilweise ohne Testpflicht erlaubt. Zudem dürfen Theater, Konzerthäuser und Kinos wieder Veranstaltungen mit bis zu 500 Menschen im Freien anbieten, in Innenräumen sind maximal 200 Teilnehmer erlaubt, wie Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag nach dem Kabinettsbeschluss mitteilte. Für die Außengastronomie entfällt die Testpflicht dann, wenn es nur Plätze auf Terrassen gibt. Bei Gaststätten mit Innenräumen gilt wie dort auch draußen die Testpflicht. Im Einzelhandel entfällt die Pflicht zu einer Terminvereinbarung vor dem Shoppen. Außerdem sollen Freibäder wieder öffnen. Vom 11. Juni an sind wieder private Übernachtungen in Hotels und Pensionen möglich. Dabei gilt eine regelmäßige Testpflicht. Auch Thermen, Solarien und Schwimmhallen können dann wieder Gäste einlassen.

Thüringen beschloss abhängig von der regionalen Inzidenz neue Öffnungsschritte ab Mittwoch. In Landkreisen mit Inzidenzwerten bis 35 etwa darf die Innengastronomie ohne Testpflicht öffnen, in Landkreisen mit Inzidenzwerten unter 50 sind Tests jedoch obligatorisch.

Im Saarland entfällt die Testpflicht in der Außengastronomie sowie bei privaten Treffen im Außenbereich ab dem 11. Juni, wie Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) ankündigte. Die Landesregierung will in der kommenden Woche ein Konzept vorstellen, mit dem weitere Stufen für Sport-, Kultur- und private Veranstaltungen geregelt werden sollen. Ab dem kommenden Freitag soll bereits die Testpflicht für den Einzelhandel wegfallen. Beim Kontaktsport im Freien sind Minderjährige ab Freitag von der Testpflicht befreit.

In Rheinland-Pfalz entfällt bei Außenaktivitäten die Testpflicht grundsätzlich bereits am Mittwoch, teilte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Dienstag in Mainz mit. Das gelte auch für den Restaurantbesuch. Außerdem dürfen ab Mittwoch bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner auch die Innenbereiche der Gastronomie öffnen. Speisen und Getränke dürfen dann auch wieder an der Theke abgeholt werden. Darüber hinaus dürfen Freizeiteinrichtungen wie Minigolfanlagen oder Freibäder wieder öffnen. Für Freibäder und Badeseen gilt allerdings eine Kapazitätsbeschränkung auf 50 Prozent. Bei einer Inzidenz unter 50 sind in Rheinland-Pfalz bis zu 250 Zuschauer bei Sport- und Kulturveranstaltungen im Freien zulässig.

Auch in Sachsen-Anhalt verkündete die Regierung Lockerungen für Landkreise mit Inzidenzwerten von unter 35. Dort wird künftig auf eine Testpflicht in der Außengastronomie verzichtet, die Sperrstunde für Besucher der Innengastronomie entfällt. Zudem werden die Regeln für Sportkurse und Vereinstraining gelockert. Kinos, Theater oder Literaturhäuser dürfen ebenso öffnen wie Schwimmbäder.

In Mecklenburg-Vorpommern sind ab Donnerstag Familienfeiern in Gaststätten mit bis zu 30 Menschen gestattet. Darüber hinaus ändert das Bundesland seine Corona-Testpflicht für Urlauber. Wer im Nordosten in einer Ferienwohnung oder in einem Ferienhaus Urlaub machen will, muss zwar bei Anreise einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen, diesen aber nicht mehr alle drei Tage wiederholen. Das teilte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) nach der Kabinettssitzung am Dienstag in Schwerin mit. Für Hotelgäste, die ihr Frühstück dort einnehmen oder das Restaurant besuchen, bleibe allerdings die bisherige Regelung bestehen. Diese Gäste müssten sich regelmäßigen Wiederholungstests unterziehen. Die Neuregelung soll vor dem 4. Juni in Kraft treten. Von da an ist Mecklenburg-Vorpommern wieder für Urlaubsgäste aus ganz Deutschland geöffnet.

fs/tkr DPA AFP

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