CSU Ramsauer wird Spitzenkandidat bei Bundestagswahl


CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer wird Spitzenkandidat seiner Partei bei der Bundestagswahl im September. Eine Parteisprecherin bestätigte am Rande der CSU-Klausurtagung in Wildbad Kreuth entsprechende Informationen von stern.de. CSU-Chef Horst Seehofer will Ramsauer bei einer Delegiertenkonferenz im Frühjahr vorschlagen.

Die CSU zieht mit Landesgruppenchef Peter Ramsauer als Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf. Parteichef Horst Seehofer sagte am Mittwoch bei der CSU-Klausurtagung in Wildbad Kreuth einer Parteisprecherin zufolge, er werde Ramsauer bei der Delegiertenkonferenz im Frühjahr vorschlagen.

Zuvor hatte bereits der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber Ramsauers Kandidatur bestätigt. Die Entscheidung für Ramsauer sei intern bereits gefallen, sagte Ferber zu stern.de.

Seehofer hatte den Chef der Berliner CSU-Abgeordneten zuletzt zappeln lassen. In der Parteispitze waren Zweifel laut geworden, ob Ramsauer ausreichend für die Profilierung der CSU in Berlin sorge.

In Medien war deshalb über andere Spitzenkandidaten wie CSU-Generalsekretär Karl-Theodor zu Guttenberg oder Verbraucherministerin Ilse Aigner spekuliert worden. Ramsauer und Seehofer zeigten sich in Kreuth jedoch demonstrativ einig. "Die große Koalition muss Ende September beendet werden. Dafür kämpfen wir." Die CSU sieht sich dank der sich abzeichnenden Zustimmung in der Koalition für die von ihr seit langem geforderten Steuerentlastungen im Aufwind.

Damit endet eine für Ramsauer quälende und demütigende Debatte. Der "Münchner Merkur" hatte berichtet, Seehofer habe parteiintern erklärt, man müsse mit einem "Zugpferd" in die Bundestagswahl gehen. Damit hatte Seehofer Ramsauer in Frage gestellt und sich selbst ins Spiel gebracht. Laut Ferber wurde diese Variante aber wieder verworfen, weil es der Bevölkerung kaum zu vermitteln sei, dass Seehofer Ministerpräsident in Bayern bleiben wolle, wenn er gleichzeitig für den Bundestag kandidiere. Offiziell hatte Seehofer immer dementiert, dass er die CSU-Spitzenkandidatur für Berlin anstrebe.

Seehofers Machtbegrenzung

Peter Ramsauer, 54, ist in der CSU nicht unumstritten. Er gilt als Mann der großen Worte und der harschen Attacken, dem es aber nur selten gelingt, die Anliegen der Partei durchzusetzen. Sein Verhältnis zu Seehofer ist angespannt, weil er Seehofers erste Kandidatur für den Parteivorsitz nur halbherzig unterstützt hatte. Auf dem entscheidenden Parteitag 2007 verlor Seehofer in einer Kampfabstimmung gegen Erwin Huber, der inzwischen als Parteichef zurückgetreten ist.

Seehofers Einlenken gegenüber Ramsauer wird auch als Einhegung Seehofers in den Funktionärsapparat der CSU verstanden. Als Seehofer die Strauß-Tochter Monika Hohlmeier als Spitzenkandidatin für die Europawahl durchsetzen wollte, kam es in der Partei zu lautstarken Protesten. Nun steht, wie ursprünglich vorgesehen, der altgediente Europaabgeordnete Markus Ferber auf Platz eins der Liste.

hps/lk/Reuters Reuters

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