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Daniela Schadt zur AfD: "Ein leidenschaftlicher Diskurs muss nicht schlecht sein"

Daniela Schadt war Journalistin und ist an der Seite von Bundespräsident Joachim Gauck nun die deutsche First Lady. In beiden Rollen hat sie eine Meinung zur AfD - und keine Angst vor der Partei.

Daniela Schadt sitzt im Blazer vor einem Mikrofon

Daniela Schadt sprach nicht nur in ihrer Rolle als First Lady über die AfD

Die AfD kritisiert nicht bloß die Regierung, sondern gleich sämtliche etablierte Parteien. Den öffentlichen Diskurs darüber führen die Anhänger der rechtspopulistischen Partei mit scharfer Zunge und belastetem Vokabular. Damit auseinandersetzen muss sich die Presse, die Regierung und müssen sich auch die Bürger. Daniela Schadt gehört zu jeder dieser drei Gruppen. In einem Interview mit der "Rheinischen Post" (RP) sprach Schadt nicht nur in ihrer Rolle als First Lady, sondern auch als Journalistin, als die sie viele Jahre gearbeitet hat.

Auf die Frage, ob der Erfolg der AfD sie beunruhigt, reagiert sie ruhig. "Das ist doch im Kern nicht neu. Wir haben als Journalisten in den letzten Jahrzehnten immer mal wieder über Protest gegen die etablierte Politik geschrieben. Er entzündete sich an unterschiedlichen Themen und hatte unterschiedliche Auslöser", sagt Schadt.

Leidenschaftlicher Diskurs ohne Hetze

Sie bleibt vor allem mit ihrer Erfahrung und im Blick auf die Vergangenheit gelassen. Protest der Bürger habe es schließlich bereits in früheren Zeiten gegeben. "Teilweise mündete dieser Protest in Bewegungen, die sich ihrerseits etabliert oder irgendwann auch wieder aufgelöst haben", sagt Schadt der "RP". "Was ich damit sagen will: Natürlich muss man sich damit auseinandersetzen, dass ein Teil der Bevölkerung ganz allgemein mit der Politik und mit den Politikern hadert, aber man muss es sachlich und mit Augenmaß tun."

Auch im harschen Diskurs sieht die First Lady nicht per se eine Gefahr. Sie nennt Beispiele aus der vermeintlich "guten alten Zeit": Berlin-Blockade, Mauerbau, Massendemonstrationen gegen Nachrüstung, RAF-Terror. "Sie sehen: Es gab auch damals existenzielle Ängste. [...] Heute gibt es angesichts der Migrationswelle einen leidenschaftlichen Diskurs. Das muss - wenn Hetze außen vor bleibt - nicht schlecht sein."

jen
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