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Flüchtlinge: 2000 Euro "Willkommensgeld" - die größten Lügen der Schleuser

2000 Euro Willkommensgeld, ein Haus, notfalls ein Visum für Kanada: Solche und andere Gerüchte kursieren unter Flüchtlingen über ihre Zukunft in Deutschland - weil Schleuser sie verbreiten. Nun arbeitet die Bundesregierung dagegen an.

Ein Screenshot der Homepage #RumoursAboutGermany zeigt bunte Kacheln mit Aussagen, mit denen Schleuser Flüchtlinge locken

Mit einer übersichtlich gestalten Homepage versucht die Bundesregierung nun die Lügen zu entlarven, die Schleuser Flüchtlingen erzählen

Sie machen sich mit Hoffnungen und Träumen auf den Weg und riskieren dabei ihr Leben. Noch immer sehen Zehntausende Flüchtlinge aus Afrika und Afghanistan in Deutschland das gelobte Land. Teilweise stammen die überzogenen Erwartungen, die Schleuser den Menschen erzählen, um sie in ihre Boote zu locken und somit Geld für die angeblich sichere Reise nach Deutschland zu kassieren. Nun versucht die Bundesregierung, die gängigsten Lügen mit der Homepage "Rumours about Germany" zu widerlegen.

Auf der Seite werden die "sieben größten Lügen der Schleuser" aufgelistet, die über das Flüchtlingsziel Deutschland und den Weg dorthin verbreitet werden. Flüchtlingen wird etwa erzählt, dass Deutschland allein für afghanische 800.000 Plätze "reserviert" habe. Oder dass jeder Flüchtling ein Willkommensgeld von 2000 Euro erhalte und ein Haus geschenkt bekomme.

In drei Sprachen Flüchtlinge aufklären

Auf Englisch, Französisch und Arabisch klärt die Homepage über die tatsächliche Situation und Perspektive für Flüchtlinge in auf. "Das wichtigste Ziel der Kampagne #RumoursAboutGermany ist es, die Deutungshoheit im Netz nicht allein den Schleusern zu überlassen", heißt es im Auswärtigen Amt. Die neue Internetseite ist Teil einer Kampagne, die seit 2015 läuft. In Afghanistan, Pakistan, Nord- und Westafrika wurde mit Großplakaten, Buswerbung, Blogs, TV- und Radiosendungen Aufklärungsarbeit betrieben. Die neue Internetseite soll die bisherigen Aktivitäten der Kampagne im Netz bündeln.


Ob die ihre Wirkung entfaltet und sich künftig wirklich weniger Flüchtlinge auf den gefährlichen Weg nach Deutschland machen, muss sich in den kommenden Monaten und Jahren zeigen. Vielleicht kommt diese Kampagne aber - zwei Jahre, nachdem die meisten Flüchtlinge nach Deutschland drängten - sowieso schon zu spät.


mit DPA

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