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Die Morgenlage Erkrankter Donald Trump macht kurze Rundfahrt in Präsidentenlimousine

Sehen Sie im Video: Trotz Corona fährt US-Präsident Trump im Auto an seinen Fans vorbei. 


Überraschende Aktion von US-Präsident Donald Trump am Sonntag. Der mit dem Coronavirus infizierte US-Präsident fuhr in einer kurzer Autofahrt an seinen Anhängern vorbei, die sich vor dem Walter Reed Mililtärkrankenhaus im US-Bundesstaat Maryland versammelt hatten, in dem Trump behandelt wird. Der Sprecher des Weißen Hauses beschrieb die Autokolonne als "kurze und kurzfristig geplante Fahrt, um seine Anhänger zu grüßen". Trump sei danach schnell in das Krankenhaus zurückgekehrt. Die Fahrt sei vom medizinischen Team als sicher bewertet worden, sagte der Sprecher. Ärtzte und US-Senatoren kritisierten dagegen die Ausfahrt des Präsidenten. "Jede einzelne Person im Fahrzeug muss während dieses völlig unnötigen Vorbeifahrens des Präsidenten für 14 Tage unter Quarantäne gestellt werden", sagte Dr. James Phillips, behandelnder Arzt im Walter Reed Militärkrankenhaus. Nach Angaben der Ärzten erholt sich Trump zunehmend von seiner Erkrankung. Möglicherweise könnte er schon am Montag wieder ins Weiße Haus zurückkehren, hieß es. Dem Patienten gehe es zunehmend besser. Trump hatte in einem Video eingeräumt, dass ihn seine Ansteckung eine Menge gelehrt habe. Er sei "wirklich zur Schule gegangen" und verstehe es nun. Der US-Präsident steht unter Druck: Die Präsidentschaftswahl, bei der er erneut antritt, ist in knapp einem Monat und in Umfragen ist Trump zuletzt noch deutlicher hinter seinem Rivalen Joe Biden zurückgefallen.
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Biden erneut negativ auf Coronavirus getestet +++ Zahl der Flüchtlinge geht erstmals seit 2011 zurück +++ Campino hat geheiratet +++ Medizin-Nobelpreisträger werden verkündet +++ Die Nachrichtenlage am Montag.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

wenn es darum geht, die nächste Überraschung aus dem Hut zu zaubern, macht Donald Trump niemand etwas vor. "Quantenpräsident" nannte ihn der "Spiegel" daher neulich - unvorhersehbar wie die Elementarteilchen. Anders lässt sich auch kaum die neueste Idee des US-Präsidenten beschreiben. Obwohl der an Corona erkrankt ist – und es ihm Ärzten zufolge zeitweise überhaupt nicht gut ging – ließ er sich nun in seiner "The Beast" genannten Staatslimousine vor dem Krankenhaus herumkutschieren. In seinem schwarzen SUV sitzend, winkte er seinen Fans zu, maskentragend. Wenig überraschend dagegen zog sein "Überraschungsbesuch bei den großartigen Patrioten außerhalb des Krankenhauses" (O-Ton Trump) sofort harsche Kritik auf sich. "Erschreckend unverantwortlich", kommentierte einer der Ärzte des Walter Reed Medical Center, James Phillips, den Ausflug.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag: 

Biden erneut negativ auf Coronavirus getestet

Donald Trumps demokratischer US-Präsidentschaftsherausforderer, Joe Biden, ist erneut negativ auf das Coronavirus getestet worden. Der Test sei am Sonntag erfolgt, ließ Bidens Wahlkampfteam mitteilen. Das bisher letzte bekannte negative Testergebnis Bidens stammt von Freitag. Biden hatte am Dienstag bei einem TV-Duell vor der Präsidentenwahl auf einer Bühne mit dem US-Präsidenten gestanden. Bidens Wahlkampfteam kündigte an, als Zeichen der Transparenz künftig die Ergebnisse aller Corona-Tests des 77-Jährigen zu veröffentlichen.

Zahl der Flüchtlinge in Deutschland erstmals seit 2011 zurückgegangen

Erstmals seit neun Jahren ist die Zahl der in Deutschland lebenden Flüchtlinge zurückgegangen. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf die Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion berichtet, lebten Mitte dieses Jahres 1,77 Millionen Flüchtlinge mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus in Deutschland. Ende 2019 waren es noch 62.000 Menschen weniger. Derzeit leben laut dem Bericht etwa 1,31 Millionen Flüchtlinge mit gesichertem Aufenthalt in Deutschland - das sind etwa 50.000 weniger als im vergangenen Halbjahr. Laut den Statistiken ist es das erste Mal seit Ende 2011, dass sich die Zahl der in Deutschland lebenden Geflüchteten wieder verringert hat.

Nach Attacke vor Hamburger Synagoge: Suche nach Motiven

Nach der Attacke auf einen jüdischen Studenten vor der Hamburger Synagoge versucht die Polizei, die Hintergründe der Tat aufzuklären. Der Angreifer - ein Deutscher aus Berlin mit kasachischen Wurzeln - mache einen "extrem verwirrten Eindruck", sagte eine Polizeisprecherin. Es sei sehr schwierig, ihn zu vernehmen. Es sei unklar, woher der Mann die militärisch wirkende Kleidung habe, die er bei der Tat mit einem Klappspaten am Sonntagnachmittag trug. Die jüdische Gemeinde wollte das Laubhüttenfest feiern. Auch das 26 Jahre alte Opfer sei auf dem Weg dorthin gewesen und habe das Gelände gerade betreten wollen. Der 29 Jahre alte Tatverdächtige habe dort offensichtlich gewartet, sagte die Sprecherin. "Ob die beiden sich kennen, ob es vielleicht sogar noch einen privaten Hintergrund gegeben hat, das kann man nicht sagen."

Demonstrant von Brücke gestoßen: Polizist in Chile verhaftet

Gegen einen Polizisten in Chile ist Haftbefehl erlassen worden, nachdem er einen jugendlichen Demonstranten eine Brücke hinuntergestoßen hatte. Die Staatsanwaltschaft beschuldigte den 22-jährigen Beamten in einer Gerichtsanhörung per Videokonferenz, des versuchten Mordes. Videos von dem Vorfall bei einer regierungskritischen Demonstration am Freitag in der Hauptstadt Santiago hatten in Chile Empörung ausgelöst. In den Videos ist zu sehen, wie der Polizist in einen 16-Jährigen, der als Teil einer Gruppe davonläuft, seitlich hineinrennt und ihn stößt, so dass dieser über das Gelände der Brücke Pío Nono stürzt. Der Jugendliche überlebte den Fall aus rund sieben Metern Höhe auf das Ufer des Río Mapocho mit einem Schädel-Hirn-Trauma sowie gebrochenen Handgelenken.

Campino spricht über Hochzeit in New York

Der Tote-Hosen-Sänger Campino hat in kleinstem Kreis geheiratet. Die Feier habe bereits im vergangenen Jahr in New York stattgefunden, sagte der Musiker der "Rheinischen Post". Den Namen seiner Frau verriet Campino nicht - sie stehe nicht gern in der Öffentlichkeit. "Für mich war immer klar, dass ich nur einmal in meinem Leben heiraten würde. Ich wollte mir das aufbewahren für die richtige Person", sagte Campino.

Das wird heute wichtig:

Medizin-Nobelpreisträger werden verkündet

Zum Auftakt der Nobelpreis-Bekanntgaben werden die diesjährigen Preisträger in der Kategorie Medizin verkündet. Frühestens um 11.30 Uhr wird die Nobelversammlung des Karolinska-Instituts in Stockholm das Geheimnis lüften, wen sie diesmal für den prestigeträchtigen Preis ausgewählt hat. Häufig geht die Ehrung an mehrere Wissenschaftler zugleich, die gemeinsam oder zum selben Fachgebiet geforscht haben. 2019 hatten die US-Amerikaner William Kaelin und Gregg Semenza sowie der Brite Peter Ratcliffe die Auszeichnung für ihre Entdeckung molekularer Mechanismen erhalten, mit denen Zellen den Sauerstoffgehalt wahrnehmen und sich daran anpassen. Dotiert ist der Nobelpreis in diesem Jahr mit zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 950.000 Euro) pro Kategorie.

Erdgasstreit: Stoltenberg reist nach Ankara und Athen

Vor dem Hintergrund des Erdgaskonflikts im östlichen Mittelmeer reist Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in die Türkei und nach Griechenland. In Ankara wird Stoltenberg nach türkischen Angaben von Präsident Recep Tayyip Erdogan empfangen. Zudem sei ein bilaterales treffen mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu geplant. In Athen will Stoltenberg nach Nato-Angaben unter anderem mit dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis sprechen. Die Beziehung zwischen den beiden Nato-Staaten Türkei und Griechenland ist wegen der türkischen Suche nach Erdgas im östlichen Mittelmeer angespannt.

Prozess gegen Clanchef Abou-Chaker: Gericht will Fragen zu Durchsuchung klären

Der Prozess gegen den bekannten Berliner Clanchef Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder geht ab 9.30 Uhr weiter. Das Landgericht will sich mit Fragen zu einer kürzlichen Durchsuchung bei dem Hauptangeklagten unter anderem in seiner Villa befassen. Seine Verteidiger hatten im Zusammenhang mit der Razzia eine Einstellung oder Aussetzung des Prozesses beantragt. Darüber hat das Gericht noch nicht entschieden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Clanchef Straftaten zum Nachteil des Rappers Bushido vor. Drei Brüder von Abou-Chaker sind als Gehilfen oder Mittäter angeklagt.

Letzte Chance auf neue Spieler: Transferperiode im Fußball endet

An diesem Montag endet in den großen europäischen Ligen die von der Corona-Pandemie geprägte Sommer-Transferperiode. Bis das Fenster um 18 Uhr schließt, dürften die Clubs aus der Fußball-Bundesliga noch einige Zu- und Abgänge vermelden. In anderen Top-Ligen sind Wechsel noch einige Stunden länger möglich. Es wird erwartet, dass gerade Rekordmeister Bayern München seinen durch Abgänge ausgedünnten Kader noch verstärken wird. Am Sonntag verpflichteten die Münchner bereits den spanischen U21-Europameister Marc Roca.

Fast neun Monate nach dem Libyen-Gipfel: Teilnehmer ziehen Bilanz

Fast neun Monate nach dem Berliner Libyen-Gipfel bilanzieren die Teilnehmerstaaten, ob ihre Vereinbarungen Wirkung gezeigt haben. Unter Leitung von UN-Generalsekretär António Guterres und Außenminister Heiko Mass kommen um 15.30 Uhr Vertreter der 16 Staaten und internationalen Organisationen in Berlin zusammen, die an dem Gipfel am 19. Januar teilgenommen hatten. In einer Gipfelerklärung hatten sie sich dazu verpflichtet, das seit neun Jahren bestehende Waffenembargo für Libyen einzuhalten und auf die Einmischung in den Konflikt zu verzichten. Allerdings werden immer noch Waffen in das nordafrikanische Bürgerkriegsland geliefert.

Siegemund und Altmaier wollen bei French Open ins Viertelfinale

Laura Siegemund und Daniel Altmaier wollen bei den French Open der Tennisprofis ins Viertelfinale. Siegemund eröffnet den zweiten Achtelfinal-Tag bei den French Open. Die 32 Jahre alte Schwäbin trifft in Paris ab 11 Uhr auf die Spanierin Paula Badosa. Qualifikant Altmaier spielt in seinem Achtelfinale gegen den Spanier Pablo Carreno Busta. Die Partie ist als drittes Spiel auf dem zweitgrößten Platz der Anlage im Stade Roland Garros angesetzt. Alexander Zverev hatte den Einzug ins Viertelfinale am Sonntag verpasst. Die deutsche Nummer eins verlor gegen den Italiener Jannik Sinner in vier Sätzen.

Nationalteam startet Vorbereitung zu Länderspiel-Dreier

Joachim Löw versammelt seinen Kader für den anstehenden Länderspiel-Dreierpack der Fußball-Nationalmannschaft. Der Bundestrainer erwartet in Köln vorerst 20 Spieler seines Kaders. Die Münchner Profis Manuel Neuer, Niklas Süle, Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Serge Gnabry, die Leipziger Marcel Halstenberg und Lukas Klostermann sowie der angeschlagene Toni Kroos von Real Madrid reisen erst einen Tag später an. Mit den acht viel beanspruchten Profis plant Löw noch nicht im Test am Mittwoch gegen die Türkei, sondern erst für die Partien in der Nations League am Samstag in der Ukraine und drei Tage später wieder in Köln gegen die Schweiz.

dho/nik DPA AFP

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