VG-Wort Pixel

Die Morgenlage Ein Drittel der Menschen trinkt in der Krise mehr Alkohol – Spahn warnt vor einem Ende der Maskenpflicht

Sehen Sie im Video: Wird die Maskenpflicht beim Einkaufen abgeschafft?


Mehrere Bundesländer erwägen eine Abschaffung der Maskenpflicht im Handel. Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hatte die Debatte angestoßen. Er sagte der "Welt am Sonntag":  "Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten." Glawe gehe davon aus, dass das Landeskabinett Anfang August das Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel beschließen werde. Die Abstandsregel werde aber grundsätzlich bleiben.  In Sachsen wird ebenfalls eine Abschaffung geprüft, wie Sachsens Sozialiministerin Petra Köpping der "Welt am Sonntag" sagte. In Niedersachsen plädiert Wirtschaftsminister Bernd Althusmann dafür, und auch Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne  kann sich laut der Zeitung mittelfristig eine Änderung vorstellen.  Bremen will das Thema im Senat diskutieren, wie es hieß.
Mehr
Regierungspartei siegt bei Wahl in Kroatien +++ Deutschland zahlt eine Milliarde Euro für US-Truppen +++ CDU berät über Parteivorsitz +++ Die Nachrichtenlage am Montagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

die Nachricht ist nicht überraschend, wird nun aber durch eine neue Studie untermauert: Die Coronakrise verführt zum Trinken. Laut des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim ist der Alkoholkonsum bei rund einem Drittel der Erwachsenen in Deutschland angestiegen. Kurzarbeit, mehr Stress, zumindest gefühlt, und Unsicherheit über den Ausgang der Krise werden als Gründe angegeben. Ein Ende der Maskenpflicht in Geschäften, wie Mecklenburg-Vorpommern es jetzt plant, würde da vielen Menschen zumindest das Gefühl geben, dass sich die Lage wieder normalisiert. Aber ob das sinnvoll ist? Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat seine Zweifel. Er verstehe zwar "die Ungeduld ", warnte aber auf Twitter zugleich: "Das Coronavirus ist noch da".

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Rechte Regierungspartei HDZ gewinnt Wahl in Kroatien

Die regierende Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ) hat die Parlamentswahl im EU-Land Kroatien klar für sich entschieden. Die konservative Partei von Ministerpräsident Andrej Plenkovic kam auf 68 der 151 Mandate, wie die Staatliche Wahlkommission in Zagreb nach Auszählung von 83 Prozent der Stimmen mitteilte. Die oppositionellen Sozialdemokraten (SDP) landeten mit 43 Mandaten abgeschlagen auf dem zweiten Platz.

Deutschland zahlte fast eine Milliarde in zehn Jahren für US-Truppen

Die Bundesregierung hat in den vergangenen zehn Jahren fast eine Milliarde Euro für die Stationierung von US-Truppen in Deutschland gezahlt. Mit 648,5 Millionen Euro entfielen etwa zwei Drittel davon auf Zuschüsse für Baumaßnahmen und 333,9 Millionen auf sogenannte Verteidigungsfolgekosten. Das geht aus einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Brigitte Freihold hervor. Die USA zahlen für die Truppenstationierung für 2020 umgerechnet rund sieben Milliarden Euro. Damit ist Deutschland zwar der teuerste Standort des US-Militärs, aber auch einer der wichtigsten. Über Ramstein in in Rheinland-Pfalz etwa läuft die Versorgung der US-Einsätze im Irak oder in Afghanistan, in Landstuhl steht das größte US-Militärkrankenhaus außerhalb der USA.

Überschwemmungen in Japan – gibt es noch Überlebende?

Nach den verheerenden Überschwemmungen und Erdrutschen in Japan ist die Suche nach vermissten Menschen fortsetzt worden. Die Bergungskräfte seien unermüdlich im Einsatz, sagte ein Behördensprecher in der Region Kumamoto. Bis Sonntag wurde der Tod von 16 Menschen bestätigt. Nach mindestens rund einem Dutzend weiteren Vermissten wurde gesucht. 14 der Todesopfer kamen nach Angaben der örtlichem Behörden in einem überfluteten Pflegeheim der Gemeinde Kuma ums Leben, zwei weitere wurden durch Erdrutsche begraben. Heftige Regenfälle hatten in der südwestlichen Region um Kumamoto und Kagoshima auf der Insel Kyushu Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst.

Spanien: Region mit 70.000 Bewohnern wegen Corona abgeriegelt

Nach der katalanischen Region Segrià wird im einstigen Corona-Hotspot Spanien wieder ein größeres Gebiet wegen steigender Infektionszahlen unter Quarantäne gestellt. Der Landkreis A Mariña in der galicischen Provinz Lugo im Nordwesten des Landes soll zwischen Montag und Freitag fünf Tage lang abgeriegelt werden, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern, wie die Regionalregierung von Galicien am Sonntag mitteilte. Betroffen sind etwas mehr als 70.000 Menschen. Am Sonntag gab es in A Mariña nach amtlichen Angaben insgesamt 106 Infizierte. 

Das wird heute wichtig:

Neue Regierung in Frankreich erwartet

Nach dem Rücktritt der französischen Regierung wird voraussichtlich das Kabinett des neuen Premierministers Jean Castex bekanntgegeben werden. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Bezug auf das Präsidialamt mitteilte, setzten Präsident Emmanuel Macron und Castex ihre Konsultationen am Sonntag mit dem Ziel fort, am Montag die neue Regierung vorzustellen. Demnach sollen dem Kabinett ungefähr zwanzig Minister und Beigeordnete Minister angehören.

CDU-Spitze berät: Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur wohl Thema

Die CDU-Spitze kommt zu ihren letzten regulären Beratungen vor der Sommerpause zusammen (9.00 Uhr). Fünf Monate vor dem geplanten Wahlparteitag in Stuttgart, bei dem sich eine Kampfkandidatur um die Nachfolge von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer abzeichnet, dürften die Äußerungen von CSU-Chef Markus Söder zur Kanzlerkandidatur der Union eine Rolle spielen.

Kramp-Karrenbauer hatte in einem ARD-Interview gesagt, es gebe in der Partei einen breiten Wunsch, dass es auf dem Parteitag ohne Kampfkandidatur abgehe. In der Partei gibt es starke Befürchtungen, wenn die Themen CDU-Vorsitz und Unions-Kanzlerkandidatur im politischen Sommerloch zerredet werden, könnten die derzeit guten Umfragewerte schnell wieder einbrechen.

 

Plädoyers in Hamburger Prozess gegen früheren SS-Wachmann starten

Im Prozess gegen einen ehemaligen Wachmann im KZ Stutthof soll die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer halten. Die Anklage wirft dem 93 Jahre alten Angeklagten Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen vor. Er soll als Wachmann in dem Lager bei Danzig zwischen dem 9. August 1944 und dem 26. April 1945 "die heimtückische und grausame Tötung insbesondere jüdischer Häftlinge unterstützt" haben. Zu seinen Aufgaben habe es gehört, die Flucht, Revolte und Befreiung von Häftlingen zu verhindern.

Welt-Aids-Konferenz startet

Tausende Experten und Interessierte wollen ab heute bei der Welt-Aids-Konferenz über Wege und Strategien im Kampf gegen die Epidemie diskutieren. Aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung des Coronavirus findet die Konferenz in diesem Jahr erstmals im Internet statt. Bis zum 10. Juli gibt es online unter anderem Ansprachen, Diskussions- und Fragerunden. Auch die Coronavirus-Pandemie soll ein Thema sein. 

Weitere Nachrichten und Hintergründe lesen Sie hier auf stern.de. Wir wünschen einen guten Start in den Tag!

fs/nik DPA AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker