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Die Morgenlage: Friseure öffnen nach Corona-Pause wieder ihre Salons - Branche erwartet Kundenansturm

Friseure öffnen nach Corona-Pause wieder +++ Hunderttausende Kinder zurück an den Schulen +++ Loveparade-Prozess vor dem Aus +++ Die Nachrichtenlage am Montagmorgen.

Friseure, Zoos, Museen, Spielplätze und viele Schulen dürfen ihre Pforten wieder öffnen.

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

endlich kommt die Wolle ab. Im Zuge der Lockerungen der Corona-Einschränkungen dürfen von heute an die Friseure im Land wieder Hand anlegen. Darauf haben sehr viele gewartet, wie auch der Branchenverband glaubt, der einen regelrechten Run erwartet. Ein solcher Run steht auch den Schulen überall in Deutschland bevor. Hunderttausende Kinder und Jugendliche werden wieder in ihre Klassen gehen - natürlich unter Berücksichtigung der inzwischen üblichen Hygieneregeln. Dass die Schulen wirklich vorbereitet sind, davon sind längst nicht alle überzeugt. Dennoch: Obwohl es manchem - zum Teil aus gutem Grund - nicht schnell genug geht, machen die Öffnungen doch Mut. Selbst das von der Pandemie so schwer getroffene Italien traut sich, an diesem Montag die strengen Ausgangssperren endlich ein wenig zu lockern.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Italien lockert nach zwei Monaten Ausgangssperren

Angesichts zunehmender Anzeichen, dass die Corona-Pandemie ihren Höhepunkt überschritten hat, lockert eine Reihe von weiteren Ländern in Europa von diesem Montag an ihre Restriktionen. Nach Spanien beendet auch Italien schrittweise die seit Wochen andauernde drastische Ausgangssperre. Spaziergänge in Parks sowie Verwandtenbesuche sind nun wieder erlaubt, Restaurants dürfen Essen zum Abholen verkaufen und weitere Geschäfte öffnen. Teilweise unklare Kriterien sorgen allerdings für Kritik. Mehrere weitere Länder, darunter Belgien, Griechenland, Polen, Portugal, Monaco und Island lockern ebenfalls erstmals ihre Corona-Beschränkungen.

Trump erhöht Prognose für Corona-Tote

US-Präsident Donald Trump muss seine Prognose für an COVID-19-verstorbene Amerikaner nach oben korrigieren. "Wir werden irgendwo von 75, 80 bis 100.000 Menschen verlieren. Das ist eine schreckliche Sache", sagte Trump bei einer Veranstaltung des Senders Fox News, wo er sich Wählerfragen stellte. Anfang der Woche hatte er von 60.000 bis 70.000 gesprochen. Er sei aber zuversichtlich, dass die USA bis Jahresende einen Impfstoff habe. "Die Ärzte werden sagen, nun, das solltest du nicht sagen", mutmaßte Trump. Er spreche aber aus, was er denke. Viele Gesundheitsexperten, darunter Dr. Anthony Fauci, der führende US-Experte für Infektionskrankheiten, haben davor gewarnt, dass die Entwicklung eines Impfstoffes gegen SARS-CoV-2 wahrscheinlich ein Jahr bis 18 Monate dauern werde.

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Das wird heute wichtig:

Friseursalons öffnen wieder

Nach rund sechs Wochen Corona-Zwangspause dürfen ab sofort die Friseursalons in Deutschland wieder öffnen. Zur Wiedereröffnung rechnet die Branche mit einem Ansturm der Kunden. Wegen der Auflagen in der Corona-Krise können aber weniger Menschen gleichzeitig bedient werden. So müssen etwa viele Salons wegen des vorgeschriebenen Mindestabstands mit weniger Stühlen auskommen. Zudem sind "gesichtsnahe Dienstleistungen" wie Augenbrauen- und Wimpernfärben, Rasieren und Bartpflege verboten.

Loveparade-Prozess wird wohl eingestellt

Das Landgericht Duisburg stellt möglicherweise den Loveparade-Prozess ein. Einer der aufwendigsten Strafprozesse der Nachkriegszeit ginge damit nach knapp zweieinhalb Jahren am 184. Verhandlungstag ohne ein Urteil zu Ende. In dem Prozess geht es um den Tod von 21 jungen Menschen bei der Loveparade in Duisburg im Juli 2010. Sie starben in einem Gedränge auf dem einzigen Zu- und Abgang des Veranstaltungsgeländes. Mehr als 650 Menschen wurden verletzt. Die Verfahren gegen die städtischen Mitarbeiter und einen Beschäftigten des Loveparade-Veranstalters wurden im Februar 2019 wegen vermutlich geringer Schuld ohne Auflagen eingestellt. Drei Angeklagte sind noch verblieben. Ende Juli verjähren die Vorwürfe.

Hunderttausende Schüler kehren an die Schulen zurück

Hunderttausende Kinder und Jugendliche gehen bundesweit wieder zur Schule, nachdem wegen der Corona-Pandemie über Wochen fast nur Fernunterricht angesagt war. In einigen Ländern kommen nach den Abschlussklassen jene zurück, für die im nächsten Schuljahr Abschlussprüfungen anstehen, sowie die obersten Grundschulklassen. Präsenzunterricht in den Schulgebäuden ist zunächst nur für einzelne Jahrgänge geplant. Außerdem gelten überall Abstandsregelungen und Hygieneauflagen, die einen sprunghaften Anstieg der Corona-Infektionszahlen vermeiden sollen. Eine Maskenpflicht gibt es bundesweit nur an sehr wenigen Schulen. Im Schulbus ist das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes dagegen vorgeschrieben.

Geberkonferenz soll Milliarden für Corona-Impfstoff bringen

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen startet am Nachmittag eine internationale Allianz zur Finanzierung von Impfstoffen und Arzneien gegen das Coronavirus. Bei einer Online-Geberkonferenz sollen mindestens 7,5 Milliarden Euro eingeworben werden. Teilnehmer sind unter anderen Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident Emmanuel Macron und UN-Generalsekretär Antonio Guterres. Ziel ist, so rasch wie möglich einen Impfstoff und wirksame Medikamente zu entwickeln und für alle Menschen auf der Welt zu erschwinglichen Preisen verfügbar zu machen. Partner sind internationale Organisationen und Forschungsnetzwerke. Merkel hatte bereits am Wochenende einen "deutlichen finanziellen Beitrag" aus Deutschland zu gesagt. 

Prozess gegen Witwe von IS-Terrorist Cuspert beginnt

Die Witwe des Berliner Gangsterrappers und späteren IS-Mitglieds Denis Cuspert alias Deso Dogg steht ab 9 Uhr in Hamburg vor Gericht. Die Bundesanwaltschaft wirft der 35 Jahre alten Deutsch-Tunesierin Omaima A. Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor. Sie soll Anfang 2015 mit drei kleinen Kindern ihrem Mann nach Syrien gefolgt sein und sich dort dem Islamischen Staat (IS) angeschlossen haben. Die gebürtige Hamburgerin wird ferner des Menschenhandels und eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit beschuldigt, weil sie eine 13-jährige Jesidin zeitweise als Sklavin in ihrem Haushalt gehalten haben soll. 

Renommierte Pulitzer-Preise werden verkündet

Zum 104. Mal werden am Abend (21 Uhr MESZ) in New York die Gewinner der renommierten Pulitzer-Preise bekanntgegeben. Aufgrund der Corona-Krise war die eigentlich für den 20. April geplante Verkündung um zwei Wochen verschoben worden. Den Jury-Mitgliedern - teils selbst Journalisten, die derzeit über die Pandemie berichten - sollte so mehr Zeit zur Beurteilung der Finalisten gegeben werden. 14 der 21 Kategorien der Pulitzer-Preise sind journalistischen Arbeiten vorbehalten - von investigativen Geschichten über Fotos bis zu Karikaturen. Die Auszeichnung wird aber auch für Literatur, Musik und Theater vergeben. Die Preisträger bestimmt eine Jury, die an der New Yorker Columbia-Universität angesiedelt ist.

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dho / AFP / DPA