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Die Morgenlage Zahl der Corona-Toten in USA steigt auf mehr als 10.000

Die Morgenlage: Zahl der Corona-Toten in USA steigt auf mehr als 10.000




Central Park in New York: Im Herzen der Stadt eröffnet heute ein weiteres Feldlazarett mit 68 Betten. Hier sollen Covid-19 Patienten behandelt werden, die im dahinter liegenden Hospital, im Mount Sinai Hospital, keinen Platz finden. Es soll also Entlastung schaffen. Es ist eines von mehreren Feldlazarett in dieser Stadt. Eines ist bereits entstanden im Kongresszentrum mit 1000 Betten. Weitere sollen entstehen auf einer Trabrennbahn, in einem Kreuzfahrtterminal und auf einem Uni-Campus.


Die Stadt und der Staat müssen auf 150 000 Betten kommen, bisher sind es 50 000. Diese 50 000 sollen aufgestockt worden sein, bereits auf 75000. Aber es fehlen einfach noch sehr viele Betten. Für den Höhepunkt der Krise wird hier in sieben bis 21 Tagen erwartet, sagte der Gouverneur Andrew Cuomo heute. Genau könne man das nicht sagen. Aber man möchte vorbereitet sein auf diesen Höhepunkt.


Die letzten Zahlen aus New York sind erschreckend. Im Staat New York allein mehr Tote als in ganz Deutschland, und die Tendenz ist steigend. Ähnlich erschreckende Zahlen für das gesamte Land. Das Weiße Haus – die Taskforce im Weißen Haus – erwartet, dass es etwa 200 000 Tote sein könnten. Man will sich auch überhaupt nicht festlegen. Aber das ist auch der Hintergrund für die Entscheidung des Präsidenten, das Land weiter erst einmal stillzulegen.


Einige interessante Details: Dieses Feldlazarett hinter mir wird errichtet von einer christlichen Organisation, einer radikalen Organisation, die sich unter anderem gegen die Homo-Ehe ausspricht. Das ist ungewöhnlich für eine so liberale Stadt wie New York. Aber in diesen Zeiten arbeiten eben auch womöglich radikalere Christen zusammen mit der jüdischen Organisation mit dem Mount Sinai Hospital.


Ein interessantes Detail außerdem: Ich habe vor kurzem noch im sechzehnten Stock dieses Krankenhauses, was Sie hinter mir sehen, gesprochen mit führenden Wissenschaftlern des Landes, mit den Top-Emologen, die am Impfstoff gegen dieses Coronavirus sitzen. Und  nur wenige Stockwerke darunter starb vor kurzem ein 48-jähriger Pfleger, weil er nicht gut genug ausgerüstet sei, so sagen seine Kollegen.


Also top Wissenschaftler dort oben 250 in der Zahl, die zu den Besten gehören, und einige Stockwerke tiefer, so sagen die Kollegen jedenfalls, konnten sie diesen Pfleger und auch andere nicht ausreichend schützen. Das Problem sei inzwischen behoben, sagt das Hospital. Vielleicht haben sie die Fotos gesehen von Pflegern, die sie selber gepostet haben. Sie zeigen sich selbst mit Mülltüten, die sie um den Körper gebunden haben, weil es nicht genug Ausrüstung gibt, nicht genug Beatmungsgeräte, nicht genug Gesichtsmasken und auch nicht genug Kittel.
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Rekordzahl an Corona-Toten in USA +++ Tirol hebt Quarantäne auf +++ Kardinal Pell von Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesprochen +++ Die Nachrichtenlage am Dienstagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

in den USA wütet die Corona-Pandemie am schlimmsten. Die Zahl der Toten hat die Schwelle von 10.000 überschritten. Insgesamt sind in den Vereinigten Staaten 347.000 Menschen laut Johns-Hopkins-Universität infiziert. Mehr Todesopfer gibt es derzeit nur in Italien und Spanien. Aber es gibt auch einen Hoffnungsschimmer, zumindest für die so geplagte Stadt New York. Gouverneur Andrew Cuomo sieht Licht am Ende des Tunnels. Zwar sei die Zahl der Opfer in New York im Vergleich zum Vortag um 599 auf 4758 gestiegen, dies liege jedoch im Bereich der Vortage, sagte Cuomo. Zudem sei die Zahl der neu in die Krankenhäuser Eingelieferten deutlich zurückgegangen, genauso wie die Zahl der Intubierten. Die Zahl der positiv auf Covid-19 getesteten liege nun bei mehr als 130.000. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Söder: Bestimmte Anti-Corona-Maßnahmen sicher noch für längere Zeit

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat zur Eindämmung des Coronavirus noch länger andauernde Beschränkungen etwa in der Gastronomie in Aussicht gestellt. Zudem stimmte er die Menschen am Abend darauf ein, dass das Tragen von Masken auch hierzulande in Zukunft immer mehr ausgeweitet werden dürfte. "Wir müssen die Menschen auf ein Leben mit der Pandemie vorbereiten. Dazu gehört natürlich das verstärkte Tragen von Masken dazu", sagte der CSU-Vorsitzende in der ARD. Und er fügte hinzu: "Da gehört auch dazu, dass Ausgangsbeschränkungen oder Kontaktsperren in bestimmten Bereichen wie der Gastronomie sicher noch länger erhalten bleiben." 

Nun doch US-Vorwahl in Wisconsin

Trotz der Coronakrise soll es im US-Bundesstaat Wisconsin heute nun doch die geplante Vorwahl geben. Das Oberste Gericht habe die angeordnete Verschiebung durch Gouverneur Tony Evers aufgehoben, schrieb der Vorsitzende der Demokratischen Partei in Wisconsin, Ben Wikler, auf Twitter. Die Entscheidung des Supreme Courts, über die zahlreiche US-Medien übereinstimmend berichten, kam nur wenige Stunden nachdem Gouverneur Evers in letzter Minute die Verschiebung der Vorwahl um zwei Monate angeordnet hatte. "Ich kann nicht guten Gewissens zusehen und nichts tun", hatte Evers zu dem kurzfristigen Schritt gesagt.

Kardinal Pell vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesprochen

Der wegen sexuellen Missbrauchs verurteilte Kardinal George Pell kommt überraschend auf freien Fuß. Das höchste australische Gericht gab dem Berufungsantrag des 78-Jährigen statt. Die einstige Nummer Drei des Vatikans soll noch im Laufe des Tages aus der Haft in einem Hochsicherheitsgefängnis in der Nähe von Melbourne entlassen werden. Aufgrund der Coronavirus-Beschränkungen wurde das Urteil in einem fast leeren Gerichtssaal in Brisbane von der Obersten Richterin Susan Kiefel gesprochen.

Serie-A-Profis sollen bei Saison-Aus auf Teil des Gehalts verzichten

Die Fußballspieler der italienischen Serie A sollen in der Coronakrise auf ein Drittel ihres Einkommens verzichten, falls die Saison komplett ausfällt. Darauf hätten sich die Clubs einstimmig geeinigt, teilte die Lega Serie A mit. Nur Rekordmeister Juventus Turin hätte unabhängig davon ein eigenes, ähnliches Abkommen mit seinen Spielern ausgehandelt. Der Deal gilt auch für Trainer, die Clubs würden den Plan eigenständig umsetzen. Sollte der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden, sollten die Einkommen um zwei Monatsgehälter reduziert werden. Die Serie A war am 9. März mit zwölf verbleibenden Spieltagen unterbrochen worden. 

Das wird heute wichtig:

Tirol hebt Corona-Quarantäne auf

Das österreichische Bundesland Tirol hebt die Quarantäne für das gesamte Landesgebiet mit kleinen Ausnahmen heute auf. Die Quarantäne für alle 279 Gemeinden sollte ursprünglich noch bis einschließlich Ostermontag, 13. April, gelten. Seit dem 18. März durften die Menschen in Tirol nur in Ausnahmefällen ihre Wohnorte verlassen. Von der Aufhebung nicht betroffen seien vorerst St. Anton, das Paznauntal und Sölden, sagte Landeschef Günther Platter (ÖVP). Das Paznauntal mit dem beliebten Wintersportort Ischgl steht schon länger unter Quarantäne als die restlichen Tiroler Gemeinden. Die Situation in diesen Gebieten solle aber noch in dieser Woche genauer analysiert werden.

Auch Dänemark lockert Corona-Maßnahmen

Nach Österreich und Tschechien hat auch Dänemark eine erste Lockerung seiner in der Coronakrise ergriffenen Maßnahmen angekündigt. In einem ersten Schritt sollten Kinderkrippen, Kindergärten sowie die unteren Jahrgangsstufen null bis fünf von Schulen am 15. April wieder geöffnet werden, sagte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen. Das komme Eltern zugute, die im Homeoffice dadurch mehr Ruhe bekämen.Es handele sich um "die erste vorsichtige Phase der Öffnung", sagte Frederiksen.

Trump will sich in Streit um Ex-Flugzeugträger-Kapitän einschalten

US-Präsident Donald Trump will sich in den Konflikt um den wegen eines Coronavirus-Beschwerdebriefs entlassenen Kapitän eines Flugzeugträgers einschalten. Er sei sehr gut darin, Streit zu schlichten, sagte Trump am Montagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. Zuvor war bekannt geworden, dass der amtierende Marineminister Thomas Modly das Verhalten des Kapitäns gegenüber dessen Mannschaft als "zu naiv oder zu blöd" bezeichnet hatte. Kapitän Brett Crozier hatte wegen eines Corona-Ausbruchs an Bord des nuklearbetriebenen Flugzeugträgers "USS Theodore Roosevelt" mit einem später an die Öffentlichkeit gelangten Brief Hilfe der Militärführung gefordert.

Was über das Coronavirus bekannt ist - und was nicht

Wuhan wird wieder geöffnet

Mehr als zweieinhalb Monate nach der Abriegelung der chinesischen Metropole Wuhan im Kampf gegen das neue Coronavirus werden die letzten Beschränkungen der Bewegungsfreiheit für die elf Millionen Bewohner aufgehoben. In der schwer betroffenen Metropole, wo die Pandemie im Dezember ihren Ausgang genommen hatte, wird ab Mitternacht Ortszeit (Dienstag 18 Uhr MESZ) der Verkehr normalisiert.

Japanische Regierung ruft Notstand aus

Japans Regierungschef Shinzo Abe will wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand für Tokio und andere Städte ausrufen. Wie japanische Medien berichteten, will der Rechtskonservative die Maßnahme, die bis zum 6. Mai gelten soll, voraussichtlich an diesem Dienstag bekanntgeben.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag! Bleiben Sie gesund! 

Ihre stern-Redaktion

tis/Tim DPA AFP

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