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Energiepolitik: Merkel steht auf Biomasse

Den Grünen kommen die Themen abhanden: Ausgerechnet Angela Merkel plädiert dafür, sich stärker auf regenerative Energien zu konzentrieren. Und in Sachen Atomkraft gibt sich die Kanzlerin bemerkenswert reserviert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will die Verwertung erneuerbaren Energien weiter ausbauen. Das bestätigte sie anlässlich der Einweihung eines Biomasse-Heizkraftwerks in der Nähe von Baden-Baden. Das Ziel, in Zukunft 20 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, sei zwar ehrgeizig. Aber es handele sich um einen sicheren Wachstumsmarkt und es bestünden gute Möglichkeiten, die Technik zu exportieren. Der Energiemix werde sich in die Richtung Energie sparen und erneuerbare Energien bewegen, sagte die Kanzlerin. "Deutschland gehört nicht zu den Ländern, die alles mit eigenen Ressourcen schaffen können."

Der Energiegipfel am 3. April werde sich mit dem Thema befassen. Auf den Streit in der großen Koalition über eine mögliche Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken ging die CDU-Politikerin nur indirekt ein. Die Fakten - also der im Koalitionsvertrag beschlossene Ausstieg - seien so geschaffen und nun müsse geschaut werden, wie die Energieversorgung sicher gestellt werden könne. Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger verlangte indes erneut, die Laufzeit der Atommeiler zu strecken. Die Kernkraft werde noch länger bleiben, als manchen Ideologen Recht gewesen sein mag.

Energie aus Pflanzen

Die Kanzlerin sagte, die Biomasse habe Zukunft. Das neue Heizkraftwerk bei Baden-Baden liefert nach Angaben der Betreiber Strom und Wärme für etwa 12.000 Haushalte. In der Anlage sollen pro Jahr rund 75.000 Tonnen Grünschnitt in Energie umgewandelt werden. Oettinger sagte, dadurch würden 70.000 Tonnen Kohlendioxid vermieden. In die Anlage wurden 16 Millionen Euro investiert.

AP / AP