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Elina Frizler Ex-IS-Anhängerin in U-Haft - Anwältin: "Sie hat gezeigt, dass sie hinter diesem Land steht"

Ludmila Frizler – Mutter von Ex-IS-Anhängerin Elina Frizler
Die ehemalige IS-Anhängerin Elina Frizler ist nach fünf Jahren in Syrien wieder zurück in Deutschland: Doch bei ihrer Landung in Hamburg wurde sie direkt von der Polizei verhaftet. Der stern hat am Tag danach mit Elinas Mutter Ludmila Frizler über die Rückkehr ihrer Tochter, Elinas Zeit beim IS und die Zukunft in Deutschland gesprochen. Ein Interview von Steffen Gassel.
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Die ehemalige deutsche IS-Anhängerin Elina Frizler bleibt nach der Rückkehr mit ihren beiden kleinen Söhnen nach Hamburg vorerst in Untersuchungshaft. Der stern sprach mit Mutter und Anwältin der 30-Jährigen.

Der Haftrichter am Oberlandesgericht Hamburg hat an diesem Donnerstag der ehemaligen Hamburg IS-Anhängerin Elina Frizler offiziell den Haftbefehl verkündet. Frizler war am späten Mittwochabend mit ihren beiden zwei und vier Jahre alten Söhnen auf dem Hamburger Flughafen gelandet und sofort verhaftet worden. Zuvor hatten sie und die Kinder mehrere Wochen in türkischer Abschiebehaft verbracht. Wichtigstes Ergebnis des Haftprüfungstermins am Vormittag: Elina Frizler muss weiter in Untersuchunghaft bleiben.

"In zirka 14 Tagen wird es einen neuen Termin vor dem Haftrichter geben", sagte Frizlers Anwältin Ina Franck im Anschluss an den Gerichtstermin zum stern. Dann sei zu entschieden, ob Elina bis zu einer möglichen Anklage in etwa drei Monaten in Untersuchungshaft bleiben muss. Mit dem Beginn eines Gerichtsverfahrens vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht sei frühestens in einem halben Jahr zu rechnen. Der Bundesgerichtshof, der den Haftbefehl ausgestellt hatte, hat den Fall Elina Frizler inzwischen an die Hamburger Justizbehörden übertragen.

Die Anwältin rechnet damit, in Kürze Akteneinsicht zu erhalten. "Im Anschluss muss man sehen, was an den einzelnen Tatvorwürfen tatsächlich dran ist", so die Anwältin. Als Begründung für die Haft nennt der Haftbefehl unter anderem den Vorwurf der Schwerkriminalität.

Ina Franck, Anwältin von Ex-IS-Anhängerin Elina Frizler
Elina Frizlers Anwältin Ina Franck: "Trennung meiner Mandantin von ihren beiden sehr kleinen Kindern eine sehr schwierige emotionale Situation für meine Mandantin."
© Carolin Windel / stern

Elina Frizler kooperiert mit den Behörden

Bisher habe sich Elina Frizler den Behörden gegenüber sehr kooperativ verhalten. Anwältin Franck betonte jedoch, eine fortgesetzte Untersuchungshaft schaffe "gerade angesichts der Trennung meiner Mandantin von ihren beiden sehr kleinen Kindern eine sehr schwierige emotionale Situation für meine Mandantin. Wir versuchen, den Vorgang zu beschleunigen."

Elina Frizlers Söhne Hamza, 2, und Bilal, 4, befinden sich seit ihrer Ankunft in Hamburg in der vergangenen Nacht in Obhut der Hamburger Kinder- und Jugendnothilfe - zumindest "für die nächste, kürzere Zeit", so Anwältin Franck. "Sollte Elina Frizler nicht aus der Haft kommen, soll ausdrücklich der Wunsch der Mutter berücksichtigt werden, was mit den Kindern geschieht. Der Kontakt zu den Kindern soll immer aufrecht erhalten bleiben. Das haben uns die staatlichen Stellen gestern zugesichert."

Zur Verfassung ihrer Mandantin sagte Ina Franck: "Sie ist eine ganz normale Frau von 30 Jahren, die zwei kleine Kinder hat und sich eigentlich nur dafür interessiert, dass ihre Kinder und sie in Sicherheit sind." Franck, die Elina Frizler schon aus der Zeit vor ihrer Ausreise zum IS kennt, berichtete von einem herzlichen, emotionalen Wiedersehen. "Frau Frizler hatte bei ihrer Ankunft in Hamburg seit 40 Stunden nicht geschlafen. Trotzdem hat sie aktiv mitgearbeitet. Sie hat sich bemüht, deutlich zu machen, dass sie gern nach Deutschland gekommen ist und hinter diesem Land steht."

Elina Frizler: Ex-IS-Anhängerin in U-Haft - Anwältin: "Sie hat gezeigt, dass sie hinter diesem Land steht"

Mutter Ludmilla will sich um die Kinder kümmern

Ludmila Frizler, die Mutter der verhafteten Syrien-Rückkehrerin, zeigte sich über die Heimkehr ihrer Tochter nach fast acht Jahren sehr erleichtert. "Ich hatte schon die Hoffnung verloren, dass ich sie wiedersehen würde", sagte sie zum stern. "Aber zum Glück ist sie gestern nach Hause gekommen, nach Hamburg. Wichtig ist, dass sie außer Gefahr sind. Ich bin froh, dass ich sie und die Kinder bald besuchen kann. Wenn Elina in Haft bleiben muss, möchte ich mich um die Kinder kümmern."

Schon im Vorfeld der Rückführung hatte Ludmila Frizler zu Jugendamt, psychologischen Beratungsstellen und Deradikalisierungs-Experten Kontakt aufgenommen, um so weit wie möglich den Weg zu ebnen, gerade was die Fürsorge für ihre beiden kleinen Enkel betrifft. Beide Söhne hatte ihre Tochter während ihrer Zeit in Syrien zur Welt gebracht.

Dass die Kinder nun vorerst in staatliche Obhut gekommen sind, obwohl sie den Hamburger Behörden ihre Bereitschaft, sie bei sich aufzunehmen vorab signalisiert hatte, ist für die Großmutter schwer zu verstehen. Auch, dass Polizei und Staatsschutz nicht zumindest ein kurzes Treffen bei der Ankunft am Flughafen gestatteten. "Ich war als Mutter gekommen. Sie hätten mich wenigstens von Weitem 'Hallo' sagen lassen können. Das war sehr traurig für mich." Nun hofft die Mutter und Großmutter auf eine Besuchserlaubnis im Lauf der kommenden Woche: "Ich freue mich schon so darauf."

Ludmilla Frizler, Mutter der Ex-IS-Anhängerin Elina Frizler
Erwartet sehnsüchtig die erste Begegnung mit Tochter Elina nach deren Rückkehr vom IS: Mutter Ludmilla Frizler
© Carolin Windel / stern

Wunsch nach einem normalen Leben

Trotz der weiten Entfernung zwischen Hamburg und Syrien war der Kontakt zwischen Ludmila Frizler und ihrer Tochter nie abgerissen. "Ich habe sie immer motiviert durchzuhalten", sagte die Ludmila Frizler. "Aber ich habe ihr auch gesagt: 'Du kannst nicht damit rechnen, dass du in Deutschland mit offenen Armen empfangen wirst.'"

Ihre Tochter habe Lehren aus ihrer Zeit in Syrien gezogen. Vom IS habe sie sich schon vor langer Zeit distanziert, habe noch in Syrien das Kopftuch abgelegt. Dafür sei sie von den anderen Frauen im Haftlager verprügelt worden. "Sie kann jetzt vergleichen: Was sie hier hatte – und was sie dort bekommen hat. Irgendwann hat es bei ihr im Kopf Click gemacht: 'Mein Gott, was habe ich getan?' Ich glaube, jetzt wird alles gut", sagte Elina Frizlers Mutter.

Ihre Tochter wünsche sich vor allem die Rückkehr in ein normales Leben. Kindergartenplätze und eine gute Erziehung für ihre Kinder. Und einen Job, der ihr Freude mache. So wie damals, als sie als Vorarbeiterin in einer Filiale der Supermarktkette "Kaufland" Verantwortung für die Fleisch-, Fisch- und Käseabteilungen trug. "Einmal hat ihr Chef zu mir gesagt: 'Ich bin so stolz auf ihre Tochter. Sie macht ihren Job richtig gut. Sie kann gut mit Leuten umgehen und ist freundlich'", sagte die Ludmila Frizler. "Für alle, die sie kannten, war es ein Schock, als Elina nach Syrien verschwand."


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