Ex-Staatssekretär Pfahls: Unterhielt enge Beziehungen zu Daimler-Benz


Hamburg/Stuttgart - Der wegen Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung international gesuchte Ex-CSU-Politiker Ludwig-Holger Pfahls pflegte schon als Verteidigungs-Staatssekretär Anfang der 90er Jahre enge Beziehungen zum Automobil- und Rüstungskonzern Daimler-Benz. Das berichten der stern sowie der Südwestrundfunk (SWR).

Im Strauß-Prozess vor dem Augsburger Landgericht habe vorige Woche Steuerfahnder Winfried Kindler als Zeuge gesagt, zwischen Pfahls und Daimler habe es bereits während dessen Amtszeit einen vorbereiteten Vertrag gegeben. Kindler erklärte, es sei damals Interesse von Daimler-Benz gewesen, dass Pfahls noch längere Zeit auf der Hardthöhe bleibe, berichten der SWR und das Hamburger Magazin weiter. Der Steuerfahnder habe einen Zusammenhang mit dem "Jäger 90" angedeutet. Das Rüstungsprojekt, an dem Daimler-Benz beteiligt war, drohte damals zu scheitern. Pfahls schied Ende Februar 1992 als Staatssekretär im Verteidigungsministerium aus. DaimlerChrysler bestätigte dem stern und SWR lediglich, dass Pfahls von 1992 bis zu seiner Flucht 1999 für den Konzern tätig war. Laut der Anklage der Augsburger Staatsanwaltschaft soll Pfahls bei dem von ihm eingefädelten Verkauf von 36 Fuchs-Spürpanzern der Bundeswehr 1991 an Saudi-Arabien 3,8 Millionen Mark Provision erhalten haben.


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