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Moschee-Verrein Fussilet verboten: Großeinsatz der Polizei gegen Islamistenszene in Berlin

Der Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt war dort häufig zu Besuch. Nun ist der Moschee-Verein Fussilet offiziell verboten worden. Die Polizei rückte zu einer Großrazzia aus.


Die Berliner Behörden haben den Moschee-Verein Fussilet 33 verboten, in dem auch der Attentäter vom Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche, Anis Amri, verkehrte. Die Polizei durchsuchte am Morgen 24 Objekte in der Hauptstadt. Der Einsatz mit 460 Beamten laufe seit sechs Uhr morgens und erfolge als Amtshilfe für die Innenverwaltung, sagte ein Polizeisprecher. Bei den durchsuchten Orten handele es sich um Wohnungen, zwei Firmensitze und sechs Hafträume in den Berliner Haftanstalten Moabit und Tegel, twitterte die Polizei.

Dem Verbotsantrag der Innenverwaltung hatte das Verwaltungsgericht nach Angaben der Polizei bereits am 15. Februar stattgegeben. Die Moschee hatte ihre Räume schon vor einer Woche von selbst geschlossen. Nach damaligen Angaben von Innensenator Andreas Geisel hatte der Fussilet-Verein auch seinen Mietvertrag für die Räume gekündigt.

Fussilet galt als Anlaufpunkt für Islamisten

Die Gebetsräume des Vereins waren nach Erkenntnissen der Polizei ein Treffpunkt gewaltbereiter Islamisten. In der Moschee soll auch Geld für Terroranschläge in Syrien gesammelt worden sein. Beim Islamunterricht sollen Muslime - meist Türken und Kaukasier - für den bewaffneten Kampf der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien radikalisiert worden sein. Die Polizei beobachtete den Hauseingang von einer gegenüberliegenden Polizeiwache aus zeitweise mit einer Kamera.

Fussilet 33 ist bennant nach einer Koranasure. Vorsitzender des Vereins war laut aktuellem Jahresbericht des Berliner Verfassungsschutzes der selbsternannte "Emir" Ismet D. Ihm und einem Mitangeklagten wird seit Januar vergangenen Jahres vor dem Berliner Kammergericht der Prozess gemacht.

Über eine Verbot von Fussilet 33 wird seit 2015 diskutiert. Unter dem früheren Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU) soll in der Verwaltung ein Beamter mit dem Verbotsverfahren befasst gewesen sein. Als der krank wurde, ruhte der Vorgang. Nach dem Terroranschlag in der Hauptstadt sollte das Verbot eigentlich schnell kommen. Amri hatte die Moschee oft besucht. Er ermordete am 19. Dezember einen polnischen LKW-Fahrer, entführte dessen Lastwagen und fuhr auf den Weihnachtsmarkt, wo er weitere elf Menschen tötete und mehr als 50 zum Teil schwer verletzte.

Weitere Informationen zum Verbotsverfahren und zum Polizeieinsatz will Innensenator Geisel am Mittag bei einer Pressekonferenz bekannt geben.

mad / DPA