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G20 - Ein Jahr danach: Chronologie: Die Hamburger Chaos-Tage im Rückblick

Brennende Autos, bewaffnete Spezialkräfte und Plünderungen. Die Folgen des G20-Gipfels 2017 sind auch ein Jahr nach den Hamburger Chaos-Tagen im Schanzenviertel zu sehen. Eine Chronologie des Gipfels und der Ausschreitungen.


G20-Gipfel in Hamburg – ein Jahr danach. Am 7. und 8. Juli 2017 kommen die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrie- und Schwellenländer in die Hansestadt. Sie wollen reden über Migration, Klimaschutz, Finanz- und Wirtschaftspolitik. Es ist ein Gipfel der Kontraste, der die Stadt an den Rand des Ausnahmezustands bringt. Eine Chronologie der Ereignisse:


Mittwoch, 5. Juli:

  • Politischer Protest "1000 Gestalten" als Kunstperformance: Lehm-"Zombies" ziehen stillschweigend durch die Innenstadt.
  • Die Hamburger Polizei richtet die Sicherheitszone rund um das Messegelände ein.
  • Zehntausende nehmen an friedlichen Demos wie "Lieber tanz ich als G20" teil.


Donnerstag,  6. Juli:

  • 16 Uhr, US-Präsident Trump landet auf dem Flughafen Fuhlsbüttel in Hamburg.
  • 19 Uhr, Fischmarkt, schwere Ausschreitungen bei "Welcome to Hell"-Demo, der Zug wird bereits nach 200 Metern gestoppt.
  • Ein unerschütterlicher Pizzabote bahnt sich seinen Weg durch die Demonstranten.
  • Die Kolonnen der Mächtigen legen Hamburgs Verkehr fast komplett lahm.


Freitag, 7. Juli:

  • 7 Uhr, 400 Demonstranten blockieren den Zugang zum Tagungsort.
  • 8 Uhr, Auf der Elbchaussee brennen Autos und Barrikaden.
  • Der schwarze Block zieht mit bengalischen Fackeln los und steckt Autos in Brand. Ein Linienbus wird an der Weiterfahrt gehindert. Beängstigende Minuten für die Insassen.
  • 10:45 Uhr, Die Trump-Kolonne erreicht den Tagungsort am Messezentrum.
  • Fototermin für die Staats- und Regierungschefs.
  • 17 Uhr, Landungsbrücken: Etwa 6000 Demonstranten gehen Richtung Elbphilharmonie. Es kommt zu Krawallen.
  • 19 Uhr, Krawallnacht: Es herrscht über Stunden ein rechtsfreier Raum im Schanzenviertel. Die Schanze ist fest in der Hand der Autonomen. Schaulustige, Krawalltouristen und Partyvolk mischen sich unter die Autonomen. Es kommt zu Plünderungen.
  • 21 Uhr, Autonome erklimmen das Dach des eingerüsteten Hauses Schulterblatt Nr. 1. Die Polizei befürchtet, dass Steine und Gehwegplatten von dort auf die Beamten geworfen werden.
  • Erst der Einsatz von schwer bewaffneten Spezialkräften beendet den Ausnahmezustand


Samstag, 8. Juli:

  • Angela Merkel bedankt sich bei Einsatzkräften.
  • Mehr als 50.000 Menschen sind bei der Demonstration "Grenzenlose Solidarität statt G20" dabei.


Sonntag, 9. Juli:

  • Bundespräsident Frank Walter Steinmeier besucht verletzte Polizisten.
  • Mehr als 10.000 Menschen beteiligen sich an der Aktion "Hamburg räumt auf".


Die Aufarbeitung der Hamburger Chaos-Tage wird noch länger andauern. Die Sonderkommission "Schwarzer Block" ermittelt. Gegen mehr als 3000 mutmaßliche Täter laufen Strafverfahren. Auch gegen mehr 100 Beamte wird ermittelt. Die Hamburger Bereitschaftspolizei wird in Zukunft eine Kennzeichnungspflicht einführen – als Konsequenz auf die massive Kritik des Polizeieinsatzes, aber auch für mehr Transparenz.