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Wirtschaftspolitik mit Moskau Altkanzler Schröder bekennt sich als "Russland-Versteher"


Putin-Freund Gerhard Schröder wirbt auf einem Wirtschaftstreffen für mehr Vertrauen zu Russland. Dies schließe Kritik nicht aus, so Schröder, der mahnte, weiter um ein friedliches Europa zu ringen.

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder hat dafür geworben, den Dialog mit Russland trotz des fortwährenden Ukraine-Konflikts zu suchen: "Nur so kann Vertrauen entstehen, das derzeit fehlt."

Dies sagte Schröder in Rostock auf dem Russland-Tag der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns, einem Wirtschaftstreffen mit mehr als 400 Teilnehmern vornehmlich aus Mecklenburg-Vorpommern und dem Gebiet rund um St. Petersburg. Solche Treffen könnten zu einem neuen Brückenschlag zwischen Deutschland und Russland führen.

Schröder machte zudem klar, dass er sich Russland weiter eng verbunden fühlt und er trotz der Kritik auch künftig als "Russland-Versteher" für bessere Beziehungen werben will. Der Begriff "Russland-Versteher" sei zu einem Kampfbegriff geworden, mit dem jene diskreditiert werden sollten, die eine differenzierte Debatte führen wollten, sagte Schröder, der wegen der Rolle Moskaus im Ukraine-Konflikt umstritten ist. "Ich stehe dazu, dass ich Russland, seine Menschen und seine politische Führung verstehen will. Ich schäme mich dafür nicht, im Gegenteil: ich bin stolz darauf." Schröder ist mit dem russischen Präsidenten #link;http://www.stern.de/politik/ausland/konflikt-zwischen-russland-und-dem-westen-niemand-weiss-wer-dieser-putin-jetzt-ist-2140041.html;Wladimir Putin# eng befreundet.

Allerdings schließe ein Dialog Kritik nicht aus. "Kritik gehört zu einem sachlichen Austausch von Meinungen dazu", betonte Schröder. Er mahnte die Politik, weiter um ein friedliches Europa zu ringen. "Es ist uns - und da schließe ich meine Amtszeit ausdrücklich mit ein - nicht gelungen, eine stabile Friedens- und Sicherheitsstruktur in Europa zu schaffen", sagte er.

Grinin beklagt Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen

Russlands Botschafter Wladimir Grinin beklagte eine rückläufige Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Russland. Der Warenumsatz im ersten Halbjahr 2014 habe sich um 6,5 Prozent verringert, sagte Grinin. Insbesondere der deutsche Export nach Russland ist demnach betroffen. Im Juli sei der Export um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gefallen. Über das ganze Jahr gesehen könnte der Export um bis zu 25 Prozent sinken. Nach den Sanktionen des Westens wegen der Rolle Russlands im Ukraine-Konflikt hat Moskau seinerseits einen Importstopp für eine Reihe von Produkten aus der EU angeordnet.

Als problematisch bezeichnete Grinin das Schwinden des gegenseitigen Vertrauens. In den vergangenen Jahren sei eine privilegierte Zusammenarbeit aufgebaut worden. Dieses Vertrauen wieder herzustellen, sei wesentlicher schwerer als nur die ökonomischen Wunden zu behandeln.


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