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Grünen-Fraktionsvorsitz: Sager sagt Adieu

Krista Sager hat ihre Kandidatur für den Grünen-Fraktionsvorsitz zurückgezogen. Damit überlässt sie anderen die Bewerbung um das Parteiamt - eine Noch-Ministerin macht sich nun große Hoffnungen.

Kurz vor der Wahl der neuen Fraktionsspitze der Grünen hat die bisherige Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Krista Sager, auf eine Wiederwahl verzichtet. Sager habe ihre erneute Kandidatur zurückgezogen, teilte eine Fraktionssprecherin in Berlin mit. Währenddessen hat Verbraucherministerin Renate Künast angeboten, ihr Amt vorzeitig aufzugeben, falls sie zur neuen Vorsitzenden der grünen Bundestagsfraktion gewählt würde.

Krista Sager wurde nach der Bundestagswahl 2002 an der Seite Göring- Eckardts Fraktionschefin der Grünen im Bundestag. Die Lehrerin mit dänischen Wurzeln entstammt politisch dem urgrünen Milieu und galt in der Partei als ausgleichend. Fachpolitisch tat sich die 52-Jährige unter anderem in Bildungsfragen hervor.

Künast sucht die Nähe zur Basis

Renate Künast, Noch-Ministerin für Verbraucherschutz und Landwirtschaft such mit ihrem Rückzugs-Angebot die Nähe zur Partei-Basis. Sie wolle Kritik aus den eigenen Reihen an einer Doppelfunktion und etwaigen rechtlichen Problemen zuvorkommen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung".

Die größten Chancen für die Besetzung der Doppelspitze werden neben Künast auch dem früheren Parteichef Fritz Kuhn eingeräumt. Darüber hinaus bewerben sich die Amtsinhaberin Katrin Göring-Eckardt sowie Umweltminister Jürgen Trittin. Außenminister Joschka Fischer hatte vorige Woche seinen Verzicht auf ein Spitzenamt in der Opposition erklärt.

Nach den Regeln der Grünen muss die Fraktion von mindestens einer Frau geführt werden. Außerdem wird erwartet, dass ein eher realpolitisch orientierter und ein eher linksgerichteter Politiker gewählt werden. Bei den Grünen wird außerdem der neue Parlamentarische Geschäftsführer gewählt. Amtsinhaber Volker Beck will erneut antreten.

DPA/Reuters / DPA / Reuters