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Helfer der Zwickauer Zelle Bundesanwalt spricht von weiteren Beschuldigten


Im Umkreis der Zwickauer Neonazi-Zelle gibt es zwei weitere Beschuldigte. Das ließ Bundesanwalt Rainer Griesbaum verlauten. Sein Kollege Harald Range trat unterdessen Berichten entgegen, es gebe Schwierigkeiten bei den Ermittlungen gegen das Terrortrio.

Der Kreis um die Zwickauer Neonazi-Zelle weitet sich aus. Die Bundesanwaltschaft gehe von zwei weiteren Beschuldigten in der Sache aus, sagte Bundesanwalt Rainer Griesbaum am Mittwoch in Karlsruhe. Weitere Details will Generalbundesanwalt Harald Range noch bekanntgeben. Bislang sitzen fünf Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Die Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) soll für Morde an neun Zuwanderern und einer Polizistin verantwortlich sein.

Range widersprach unterdessen Medienberichten, dass es Schwierigkeiten bei der Aufklärung der neonazistischen Mordserie gebe. Er sei zuversichtlich, dass die Taten der Zwickauer Gruppe "mit den Mitteln des Rechtsstaates" aufgeklärt werden könnten, sagte Range am Mittwoch in Karlsruhe. Die Veröffentlichung von Mutmaßungen "nicht berufener Kreise" könne "die Ermittlung der Wahrheit nur stören", sagte Range.

Festplatte weckt Hoffnung auf weitere Hinweise

Ranges Stellvertreter Griesbaum, Leiter der Terrorismusabwehr, erhofft sich Fahndungsfortschritte von einer Computerfestplatte, die in dem ausgebrannten Haus der Gruppe gefunden und deren Dateien jetzt gerettet werden konnten. "Es gibt auf dieser Festplatte noch eine Menge an Beweismitteln, die uns weiterbringen werden." Die gesicherten Versionen eines Bekennervideos ließen darauf schließen, dass das Trio spätestens seit 2001 den Namen "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) verwendet habe.

Die Vorgängerversion sei "deutlich aggressiver" gestaltet als das bereits bekannte Video. Das "perverse Paulchen-Panther-Motiv" fehle, allerdings ende es mit dem Spruch der Fernsehserie: "Heute ist nicht alle Tage - wir kommen wieder, keine Frage." Das Video zeige ein Feld mit insgesamt 14 Schaltflächen, von denen noch neun frei waren. Es sei bislang nicht klar, ob insgesamt 14 Opfer geplant waren.

dho/DPA DPA

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