IG-Metall Jürgen Peters ist neuer IG-Metall-Chef


Beim Gewerkschaftstag wurde der umstrittene bisherige Vize am Sonntag mit einer Mehrheit von 66,1 Prozent zum Nachfolger von Klaus Zwickel gewählt.

Jürgen Peters ist neuer Vorsitzender der IG Metall. Beim vorgezogenen Gewerkschaftstag in Frankfurt wurde der umstrittene bisherige Vize am Sonntag mit einer Mehrheit von 66,1 Prozent zum Nachfolger von Klaus Zwickel gewählt. Von 592 Delegierten stimmten 391 für ihn. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. 13 Delegierte enthielten sich, 187 stimmten gegen den 59-Jährigen.

Peters bedankte sich für das Vertrauen und sprach von einem «ehrlichen Ergebnis». Er werde sich bemühen, auch diejenigen zu überzeugen, die jetzt nicht für ihn gestimmt hätten. «Nach diesen Tagen konnte man nicht erwarten, dass alle sagen: „Schwamm drüber“.»

Im nächsten Wahlgang müssen die Delegierten über den Zweiten Vorsitzenden abstimmen. Für diesen Posten kandidiert der baden- württembergische Bezirksleiter Berthold Huber. Peters hatte die IG Metall schon seit dem Rücktritt von Zwickel Ende Juli kommissarisch geführt.

Peters will gegen Agenda 2010 kämpfen

Der designierte IG-Metall-Chef Jürgen Peters hat weitere Proteste gegen die Reformpolitik der rot-grünen Bundesregierung angekündigt. «Wir müssen unseren Ideen Beine machen - und zwar massenhaft», sagte Peters am Sonntag beim Gewerkschaftstag in Frankfurt. Die IG Metall werde den Dialog über die Agenda 2010 mit allen Parteien führen, aber auch mobilisieren. «Wir müssen auf beiden Klavieren spielen», sagte Peters, der am Mittag zum neuen Vorsitzenden gewählt werden soll.

Gleichzeitig warnte Peters die Bundesregierung davor, die Tarifautonomie einzuschränken. Dies sei ein Angriff auf die Eckpfeiler der sozialen Demokratie. In diesem Fall sei ein Konflikt unvermeidbar. «Betriebliche Bündnisse zur Unterbietung der Tarifverträge sollen hoffähig werden», kritisierte der designierte Vorsitzende. Die Tarifautonomie sei nicht nur eine eine existenzielle Frage für die Gewerkschaften, vielmehr stehe das Gemeinwohlinteresse auf dem Spiel. Die IG Metall plane deshalb gemeinsame Aktionen mit dem DGB.

Unmittelbar vor den Wahlen für die neue Führungsspitze bekräftigte Peters, dass er zum Personalvorschlag des Vorstands stehe. Damit erteilte er indirekt weiteren Kandidaturen eine Absage. Der Personalvorschlag sieht den baden-württembergischen Bezirksleiter Berthold Huber als Zweiten Vorsitzenden, Bertin Eichler als Hauptkassierer und die Bestätigung von vier weiteren geschäftsführenden Mitgliedern vor. In Gewerkschaftskreisen wurde damit gerechnet, dass es möglicherweise eine weitere Kandidatur geben könnte.


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