Jubiläum Bundeswehr feiert 50. Geburtstag


Mit einem Festakt im Berliner Dom beginnen die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Bundeswehr. Verteidigungsminister Peter Struck schließt künftige Kriegseinsätze der deutschen Streitkräfte nicht mehr aus.

Mit einem ökumenischen Gottesdienst im Berliner Dom und einem Festakt im Deutschen Historischen Museum beginnen am heutigen Dienstag die Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum der Bundeswehr. Gestaltet wird der Gottesdienst von dem katholischen Militärbischof Walter Mixa und seinem evangelischen Kollegen Peter Krug. Bei dem anschließenden Festakt werden Bundeskanzler Gerhard Schröder und Verteidigungsminister Peter Struck vor rund 750 geladenen Gästen die Bedeutung der deutschen Streitkräfte für die Sicherung des Friedens würdigen. Das Motto des Jubiläums lautet: Entschieden für Frieden.

Am 7. Juni 1955 war aus der "Dienststelle Blank" der Regierung Konrad Adenauer das Bundesministerium für Verteidigung hervorgegangen. Eingeladen sind zu der Feier auch Strucks Amtsvorgänger Helmut Schmidt, Georg Leber, Hans Apel, Rupert Scholz, Volker Rühe und Rudolf Scharping. Struck nennt die Bundeswehr eine Erfolgsgeschichte. "Der größte Erfolg der Bundeswehr ist, dass sie fest verankert in der Nato wesentlich zur Auflösung des Warschauer Paktes und zum Ende des Ost-West-Konflikts beigetragen hat, ohne kämpfen zu müssen", sagte er. Heute sei die Bundeswehr als Armee im Einsatz international anerkannt und ihr Prinzip der Inneren Führung, die den Soldaten vor allem als verantwortlichen Bürger sieht, ein "Exportschlager". Zu den aktuellen Herausforderungen zählt der Minister die sudanesische Krisenregion Darfur. "Ich finde die internationale Gemeinschaft muss alles tun, um das schreckliche Morden dort zu beenden. Ruanda sollte uns allen bei dem Drängen nach einer Lösung eine Mahnung sein."

Der Festakt, der mit der Nationalhymne beendet wird, ist der Auftakt zu einer ganzen Reihe zentraler und dezentraler Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet, mit denen die Bundeswehr ihr 50jähriges Bestehen feiern will. Dabei will sie sich als moderne, leistungsfähige, zukunftsorientierte und in der Gesellschaft fest verankerte Armee präsentieren. Nach der Vorgabe Strucks wird die Bundeswehr ihren Geburtstag inmitten der Bürger feiern und jede Nabelschau vermeiden. Das Motto der Feierlichkeiten lautet "Entschieden für den Frieden - 50 Jahre Bundeswehr". Zu lesen ist es auf dem Jubiläumslogo mit drei gestylten "Y", dem Kfz-Kennzeichen der Bundeswehr.

Unter dem Titel "50 Jahre Bundeswehr - 50 Jahre Sicherheit für Deutschland" wird am 13. und 14. Juni in Berlin ein hochrangig besetztes sicherheitspolitisches Forum veranstaltet. Erwartet werden neben Struck und Außenminister Joschka Fischer unter anderem die Verteidigungsminister Russlands und Ägyptens, Sergej Iwanow und Mohammed Hussein Tantawi. Vom 4. bis 6. Juli folgt an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg ein wissenschaftliches Symposium, auf dem Veränderungen der internationalen Beziehungen, Entwicklungen in den Gesellschaften, der Strukturwandel in den Streitkräften und die Stellung des Soldaten in der Bundeswehr erörtert werden sollen.

Am 13. und 14. September werden in Berlin auf Strucks Einladung die NATO-Verteidigungsminister zu einem informellen Treffen zusammenkommen. Für den 4. Oktober ist in Erfurt ein Festakt "15 Jahre Armee der Einheit" geplant. Am 10. und 11. Oktober schließlich werden die rund 400 Kommandeure der Bundeswehr in Bonn zu einer Tagung zusammenkommen, auch, um zu demonstrieren, dass die Bonner Hardthöhe nach dem Bonn-Berlin-Gesetz der erste Dienstsitz des Ministeriums ist. Dort arbeiten noch immer über 3.000 Militärs und Zivilisten, während Struck und rund 350 hochrangige Mitarbeiter am zweiten Dienstsitz im Berliner Bendler-Block wirken.

Höhepunkt wird am 26. Oktober ein Festakt im Bundestag mit anschließendem Großen Zapfenstreich vor dem Reichstag sein. Als Abschlussveranstaltung wird es am 12. November, dem eigentlichen Geburtstag der Bundeswehr, ein feierliches Rekruten-Gelöbnis am Geburtshaus des preußischen Heeresreformers Gerhard Johann David von Scharnhorst in Bordenau bei Hannover geben. Bordenau ist der Geburtsort des preußischen Heeres-Reformers General Gerhard von Scharnhorst, der eine Modernisierung der Strategie und Menschenführung durchsetzte, die Privilegien des Adels beschnitt und die Prügelstrafe beim Militär abschaffte. Am 12. November 1955 waren in Bonn den ersten 101 Freiwilligen der Bundeswehr die Ernennungsurkunden ausgehändigt worden. Theodor Blank gab den Soldaten damals mit auf den Weg, sie sollten eine stolze Tradition fortführen. Darunter dürften sie aber nicht das "Nachahmen inhaltslos gewordener Werte" verstehen. Blank stellte damals klar: "Sie dienen dem Frieden und der Freiheit."

Großer Zapfenstreich vor dem Kölner Dom

Daneben gibt es eine ganze Reihe dezentraler Festveranstaltungen in ganz Deutschland. So sind Feierlichkeiten mit Großem Zapfenstreich - das ist das höchste militärische Zeremoniell - geplant bei den Teilstreitkräften Heer, Marine und Luftwaffe sowie bei der Streitkräftebasis und dem Zentralen Sanitätsdienst. Die Luftwaffe beispielsweise plant ihren Großen Zapfenstreich Ende September vor dem Kölner Dom.

Darüber hinaus bieten die Teilstreitkräfte Tage der offenen Tür an, zu denen die Bevölkerung zum Mitfeiern eingeladen ist. So lädt die deutsch-französische Brigade am 11. und 12. Juni in die Garnison Müllheim ein. Vom 16. bis 19. Juni steht die Infanterieschule Hammelburg dem Publikum offen. Die Marine will sich zum Jubiläum auf der Kieler Woche (17. bis 19. Juni) und auf der Sail in Bremerhaven (10. bis 14. August) präsentieren. An verschiedenen Orten Deutschlands wird zudem die Wanderausstellung "50 Jahre Bundeswehr" des militärgeschichtlichen Forschungsamtes zu sehen sein.

AP/DPA AP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker