Kritik an Merkels Führungstil Beust fordert Basta-Politik


Die Kritik am Führungsstil der Kanzlerin reißt nicht ab. Angesichts des Dauerstreits in der Koalition vermisst Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust bei Angela Merkel nicht nur klare Worte. Sie müsse "auch mal mit der Faust auf den Tisch hauen" und illoyale Minister rausschmeißen.

Ole von Beust, Hamburgs Erster Bürgermeister und CDU-Präsidiumsmitglied, hat von Bundeskanzlerin Angela Merkel eine härtere Gangart in der Koalition gefordert. In der Politik müsse man "auch mal mit der Faust auf den Tisch hauen", sagte Beust der "Süddeutschen Zeitung". "Wenn ein Minister offenkundig illoyal ist, wäre es klug, ihn rauszuschmeißen." Dann müsse die Kanzlerin sagen: "Ich bin der Kapitän an Bord. Ich habe jetzt drei Mal gemahnt, nun fliegst du raus." Beust betonte, dass er den nüchternen Stil der Kanzlerin sehr schätze. "Aber manchmal braucht Politik Symbole." In der Koalition sollte jeder wissen, dass er ein Risiko eingehe, "wenn er wieder losschnattert", sagte von Beust.

Der stellvertretende Vorsitzende des CDA-Arbeitnehmerflügels in der Union, Gerald Weiß, forderte ebenfalls Konsequenzen aus dem Dauerstreit unter den schwarz-gelben Koalitionären und brachte einen Strafenkatalog ins Spiel. "Die Bürger verlangen Anstandsregeln. Wenn die dauerhaften Beleidigungen nicht aufhören, könnte zum Beispiel über einen Maßnahmenkatalog nachgedacht werden", sagte Weiß der "Bild"-Zeitung. Zuletzt hatte Merkel in den Fraktionen von FDP und CDU/CSU für einen besseren Umgang untereinander geworben.

Hamburgs Bürgermeister Beust beklagte außerdem eine soziale Schieflage beim Sparpaket der Bundesregierung. Wenn man unten kürze, aber oben nicht, führe das logischerweise zu Unverständnis. "Also wäre es anders klüger gewesen." Beust mahnte, dass einige wohlhabende Bürger mehr Demut und Verantwortung zeigen sollten. Es werde zu viel geprotzt in Deutschland.

joe/Reuters Reuters

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