Kundus-Affäre SPD spricht von "organisierter Vertuschung"


Hat das Verteidigungsministerium versucht, die Folgen des Bomberangriffs auf zwei Tanklaster nahe Kundus zu vertuschen? Nun bekannt gewordene Informationen legen diesen Schluss nahe. Der Vertreter der SPD im Kundus-Untersuchungsausschuss reagiert empört.

Kurz nach dem tödlichen Luftschlag gegen zwei Tanklaster nahe Kundus in Afghanistan hat das Verteidigungsministerium nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" "gezielt versucht, Informationen zurückzuhalten". Der von deutschen Soldaten angeordnete Bombenabwurf hatte mindestens 142 Todesopfer gefordert, darunter viele Zivilisten.

Dem Bericht zufolge empfahl Malte Krause, der Büroleiter des damaligen Verteidigungsministers Franz Josef Jung wenige Stunden nach dem Anschlag am 4. September, dem stellvertretenden Pressechef Christian Dienst, "den Umstand des Festfahrens auf der Sandbank zunächst wegzulassen". Offiziell wurde betont, die Tanklaster seien eine Gefahr für das Bundeswehr-Camp gewesen.

Auch zwei hochrangige deutsche Militärs hätten versucht, die Folgen des Bombardements herunterzuspielen, indem sie in internen Isaf-Protokollen die Vermutungen über zivile Opfer streichen ließen. Im Untersuchungsausschuss lösten die neuen Erkenntnisse Empörung aus. Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, sprach von einer "organisierten Vertuschung".

APN APN

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