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Landtagswahl: Skurrile Wahlkarte: Berlin teilt Brandenburg (mehr oder minder klar) in zwei politische Lager

Bei der Landtagswahl in Brandenburg gab es zwei große Lager, die SPD und die AfD. Was die jeweils stärkste Partei angeht, zeigt sich die Spaltung des Landes auch beim Blick auf die Landkarte. 

Von Annina Metz

Berlin in der Mitte trennt Brandenburg relativ klar in zwei politische Lager

Berlin in der Mitte trennt Brandenburg relativ klar in zwei politische Lager

Die SPD hat bei den Landtagswahlen in Brandenburg mit einem knappen Vorsprung den ersten Platz vor der AfD behauptet. Wie gespalten das Land dabei ist, zeigt ein Blick auf die Karte mit den jeweils gewonnen Wahlbezirken. Die Wahlkarte leuchtet zu ähnlich großen Teilen in Rot und Blau. Fast wie mit dem Lineal gezogen, teilt eine unsichtbare Linie Brandenburg in SPD- und AFD-Gebiet. Das eigenständige Berlin bildet die Grenze: Westlich der Hauptstadt triumphiert die SPD, süd-östlich siegt die AFD. 

Landtagswahlen 2019: AFD siegt in schrumpfenden Gebieten

Auffällig ist dabei, dass die AFD vor allem die Regionen für sich entscheiden konnte, deren Einwohnerzahlen rückläufig sind. Auch die vom Landesamt für Bauen und Verkehr veröffentlichte "Bevölkerungsprognose für das Land Brandenburg" sagt voraus, dass die Einwohnerzahlen des süd-östlichen Teils des Bundeslands künftig weiter schrumpfen werden. Und das deutlich schneller als der Westen Brandenburgs.

Oberspreewald-Lausitz: Drei Wahlkreise, drei Parteien

Dazu zählt auch das Braunkohlegebiet Lausitz, das durch seine Dreiteilung in den Wahlergebnissen heraussticht. Während der Wahlkreis 40 (Oberspreewald-Lausitz III / Spree-Neiße III) mit 28,0 Prozent der Erststimmen an die AFD ging, wählte der benachbarte Wahlkreis 39 (Oberspreewald-Lausitz II / Spree-Neiße IV) mehrheitlich die SPD. Das Ergebnis fiel denkbar knapp aus: Die SPD bekam mit 30,3 Prozent die Mehrheit der Stimmen, 29,1 Prozent entfielen auf die AFD.

Besonders auffällig: Wahlkreis 38, Oberspreewald-Lausitz I. Als einer von nur zwei Kreisen im gesamten Bundesland siegte hier die CDU, Spitzenkandidat Ingo Senftleben fuhr 26,3 Prozent der Erststimmen ein. Ebenfalls verwunderlich: Die AFD bekam hier keine Stimmen. Grund dafür ist eine Formalität. Wie bereits vor einigen Wochen bekannt wurde, durfte AFD-Kandidat Silvio Wolf aufgrund eines Formfehlers nicht antreten. 

Die Grünen siegen in Potsdam

Westlich von Berlin sticht vor allem die Stadt Potsdam heraus. Wahlkreis 21 fällt aus dem "roten Rahmen" und geht als einziger Bezirk des Bundeslands an Bündnis 90/Die Grünen. Die Partei zählt zu den Gewinnern der Wahl: Die Grünen waren vor allem in den aufstrebenden und wachsenden Regionen stark. Dass Marie Schaeffer in Potsdam das erste bündnisgrüne Direktmandat Ostdeutschlands erhielt, wurde auch von der Parteispitze gefeiert. Vorsitzende Annalena Baerbock, 38, gratulierte per Twitter. 

Auch die Freien Wähler haben Grund zu feiern: Sie konnten den Wahlkreis Barnim II, der ebenfalls direkt an Berlin grenzt, mit 23,9 Prozent der Erststimmen für sich entscheiden und Kandidat Péter Vida, 35, in den Landtag schicken. 

Collage: Alexander Gauland, Aktivistin mit einem Schild in der Hand

Somit gibt es im unmittelbaren Umfeld von Berlin nur einen Wahlkreis, der an die AFD ging: Barnim III. Der Rest des Speckgürtels um die Hauptstadt wird klar von der SPD dominiert. Die Alternative für Deutschland konnte zwar auch hier starke Ergebnisse erzielen, überholte die SPD aber nicht. 

Die Stimmverluste der Linkspartei lassen sich übrigens nicht geographisch erklären: Sie verlor gleichermaßen in wachsenden, als auch in schrumpfenden Gebieten und musste einen Verlust von 7,9 Prozent verzeichnen. 

Quellen: Land Brandenburg, Tagesschau, Twitter, RBB, Landesamt für Bauen und Verkehr