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Fatales Wortspiel: Martin Schulz verärgert Golfspieler - Verbandschef schießt mit Brandbrief zurück

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat sich mit einem Wortspiel über Golfspieler keinen Gefallen getan. Der Präsident des Deutschen Golf Verbands kritisierte nun seine "Brachial-Rhetorik" in einem offenen Brandbrief.

Martin Schulz verärgert Golfspieler - Verbandschef schießt mit Brandbrief zurück

Mit einem Wortspiel über Golfspieler hat sich SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz einen Brandbrief eingefangen

"Als Verbandspräsident einer von Ihnen scheinbar wenig geschätzten olympischen Sportart möchte ich auf diesem Weg meinen Ärger über diese Aussage kundtun", schreibt Claus M. Kobold in einem offenen Brief. Claus M. Kobold ist Präsident des "Deutscher Golf Verband e.V." - und mächtig sauer auf Martin Schulz. Der Kanzlerkandidat hat im Wahlkampf offenbar ein Wortspiel für sich entdeckt, das er wohl besser im Rhetorik-Mixer gelassen hätte.

Bei seinem Wahlkampfauftakt am vergangenen Montag sagte der SPD-Politiker: "Mich interessieren Golffahrer mehr als die Golfspieler." Am Dienstag ergänzte er den Satz noch durch "Die Arroganz dieser Leute gefährdet einen ganzen Industriezweig." Für den Verbandschef ist klar: "Bei allem Verständnis für wahlkampfgetriebene Brachial-Rhetorik und öffentlichkeitswirksame Empörungszurschaustellung geht Ihre Pauschaldiffamierung der Golfspielerinnen und -spieler doch deutlich zu weit."

"Öffentliche Diffamierung" durch Martin Schulz

Als Replik zählt Claus M. Kobold in seinem offenen Brief "die Fakten" auf. Etwa, dass "nicht alle in der Automobilbranche verantwortlich tätigen Menschen" Golfspieler seien. Oder "Die rund 1,8 Millionen Menschen, die in Deutschland Golf spielen" mit Sicherheit nicht einen "ganzen Industriezweig" gefährden würden. "Übrigens gibt es auch unter Golfspielern viele Golffahrer", so Kobold.

Er halte es für bedenklich, wenn ein "hochrangiger Sozialdemokrat - für die vermeintlich bessere Show - die öffentliche Diffamierung offensichtlich vollkommen unbeteiligter Bevölkerungsgruppen aktiv betreibt." Neue Freunde habe sich Schulz mit seinem ungelenken Vergleich sicherlich nicht gemacht. "Das Mindeste ist, diese offensichtlich falschen und beleidigenden Aussagen in einem Ihrer in nächster Zeit voraussichtlichen häufigen Wahlkampfauftritte zu relativieren und richtig zu stellen", fordert der Verbandschef mit "hoffnungsvollen Grüßen". 

Zumindest auf seinen Social-Media-Kanälen hat der SPD-Kanzlerkandidat bisher noch keine Stellung bezogen. Und auf dem Golfplatz kann sich Martin Schulz wohl auch erst einmal nicht mehr blicken lassen.


fs