HOME

Merkel vs. Steinbrück: Was Sie vor dem Kanzlerduell wissen müssen

Gleich startet das TV-Duell: Kanzlerin Angela Merkel und Herausforderer Peer Steinbrück stellen sich den Fragen von vier Journalisten. stern.de wird für Sie mit einem Liveticker dabei sein.

Etwa jeder zweite Deutsche will sich am Sonntagabend das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem SPD-Herausforderer Peer Steinbrück ansehen. Das geht aus am Wochenende veröffentlichten Umfragen der Institute Emnid und INSA hervor. Den INSA-Daten zufolge erwartet dabei fast jeder Dritte der Befragten, dass die Fernsehdebatte die eigene Wahlentscheidung beeinflussen wird.

Die 90-minütige Sendung

wird von ARD, ZDF, RTL und Pro Sieben live übertragen. Durch die Sendung führen der RTL-Moderator Peter Kloeppel, seine ARD-Kollegin Anne Will und Maybrit Illner vom ZDF. Der Sender Pro Sieben wird vom Unterhaltungsfachmann Stefan Raab vertreten, der erstmals an der Kanzlerdebatte teilnimmt. Wie schon 2009 findet die Debatte in einem Fernsehstudio in Berlin Adlershof statt.

Will trat im Vorfeld Befürchtungen entgegen

, die Debatte könne durch die Teilnahme Raabs zu einer Klamaukveranstaltung werden. Die Zuschauer wollten erfahren, worin sich die Kandidaten in ihren Haltungen unterscheiden, sagte Will dem Berliner "Tagesspiegel am Sonntag", "unsere Aufgabe ist es, das herauszuarbeiten".

31 Prozent gaben

in der INSA-Umfrage für die "Bild"-Zeitung vom Samstag an, das Duell spiele für ihre Wahlentscheidung eine wichtige oder sogar sehr wichtige Rolle. Insgesamt wollen sich demnach 44 Prozent die Fernsehdebatte am Sonntag ansehen, 13 Prozent erwägen dies zumindest.

Der Emnid-Umfrage für die "Bild am Sonntag" zufolge wollen sich sogar 54 Prozent der Deutschen das Fernsehduell ansehen. Besonders groß ist das Interesse mit 69 Prozent demnach bei den SPD-Anhängern.

Eine jeweils deutliche Mehrheit der Befragten erwartet nach beiden Umfragen, dass Merkel als Siegerin aus der Debatte hervorgehen wird. In der INSA-Umfrage sind dies 50 Prozent. Lediglich zehn Prozent trauen Steinbrück einen Sieg zu. 32 Prozent erwarten, dass es ein Unentschieden geben wird. Für die Umfrage befragte Insa vom 27. bis zum 30. August 1138 repräsentativ ausgewählte Wahlberechtigte.

Der Emnid-Umfrage zufolge erwarten 62 Prozent einen Sieg Merkels. 16 Prozent rechnen damit, dass Steinbrück besser abschneidet. Emnid befragte vom 22. bis zum 29. August 1008 Bürger.

Führende SPD-Politiker

erwarten sich von der Debatte einen Schub für Steinbrück, der in den Umfragen bislang deutlich hinter Merkel zurückliegt. SPD-Chef Sigmar Gabriel sprach in der "Rhein-Zeitung" aus Koblenz vom Samstag von einer wichtigen "Chance". "Frau Merkel kann zum ersten Mal in der Auseinandersetzung um Inhalte nicht ausweichen", sagte der Chef der SPD-Bundestagsfraktion, Frank-Walter Steinmeier, der "Frankfurter Rundschau". Merkel müsse am Sonntagabend "Farbe bekennen", sagte auch die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

tis/AFP / AFP