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Trotz Partei-Krise Olaf Scholz: Chance der SPD aufs Kanzleramt größer als in vielen Jahren zuvor

Olaf Scholz im stern: Wir müssen uns nicht kleiner machen, als wir sind
Finanzminister, Vize-Kanzler, SPD-Vize: Olaf Scholz sieht auch nach dem Rücktritt von Andrea Nahles keinen Grund, warum sich die SPD selbst klein machen sollte.
© Kay Nietfeld / DPA
Nach dem Rücktritt von Parteichefin Andrea Nahles verlangt Finanzminister Scholz vom Koalitionspartner Entgegenkommen beim Soli, beim Klimaschutz und bei der Grundrente – und bekräftigt den Anspruch der SPD aufs Kanzleramt.

Finanzminister und SPD-Vize Olaf Scholz hat die Union aufgefordert, seiner Partei in den nächsten Monaten inhaltlich entgegenzukommen, um den Fortbestand der Großen Koalition zu sichern. Mit Blick auf die vereinbarte Halbzeitbilanz der Regierung sagte Scholz dem stern: "Wir müssen zu Potte kommen beim Abbau des Soli für die meisten Steuerzahler, beim Klimaschutz und bei der Grundrente." 

Die Bilanz sei "für uns ein Ansporn, gut zu regieren, und für die Union eine Mahnung, uns nicht am langen Arm verhungern zu lassen", so der SPD-Politiker weiter. Er nehme die Halbzeitbilanz "sehr ernst".

Olaf Scholz glaubt an Chance der SPD aufs Kanzleramt

Trotz der verheerenden Lage seiner Partei nach der Europawahl und dem Rückzug von Parteichefin Andrea Nahles bekräftigte Scholz den Anspruch der SPD, den nächsten Kanzler zu stellen. "Die Chance, stärkste Partei zu werden, ist bei der nächsten Bundestagswahl deutlich größer als in vielen Jahren zuvor", sagte der Finanzminister dem stern.

Zum ersten Mal seit 1949 werde es einen Wettbewerb um das Kanzleramt geben, bei dem keine Partei einen Kanzler oder eine Kanzlerin ins Rennen schicke. "Wenn wir es gut machen, haben wir also eine Chance", so Scholz. "Wir dürfen uns nicht kleiner machen, als wir sind."

Scholz: Kritik an Nahles teils erschütternd

Der Rückzug von Andrea Nahles gehe ihm "persönlich sehr nahe", sagte Scholz. Manche Kritik an ihr habe ihn "erschüttert. Das geht auch nicht so schnell weg." Der Rücktritt der Partei- und Fraktionsvorsitzenden habe allerdings etwas ausgelöst, "bei jedem in der SPD", so Scholz weiter. "Es ist auch dem Letzten klar, dass wir das Ruder rumreißen müssen."

Das gesamte Interview mit SPD-Vize und Finanzminister Olaf Scholz sowie mehr zur Krise der Volksparteien lesen Sie im neuen stern.

Andreas Hoidn-Borchers, Jan Rosenkranz / stern

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