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Papst-Besuch: Benedikt XVI. freut sich auf Bayern

Das Operhaupt der römisch-katholischen Kirche kann es kaum erwarten. Der Besuch in Bayern ist ein heimatbesuch für den Papst und vielleicht auch sein letzter.

Der Papst freut sich auf seinen Besuch in der bayerischen Heimat: Nach dem traditionellen Angelus-Gebet in seiner Sommerresidenz in Castel Gandolfo bei Rom richtete Benedikt XVI. am Sonntag Grußworte insbesondere an "alle Brüder und Schwestern deutscher Sprache" und "die Pilger aus dem Allgäu". "Ich freue mich auf das Wiedersehen mit vielen Landsleuten in der nächsten Woche in Bayern", sagte das Kirchenoberhaupt vor mehreren hundert Gläubigen. Er bedanke sich für die zahlreichen guten Wünsche zu der Reise, fügte er hinzu. Benedikt wird vom 9. bis 14. September unter anderem München, Altötting und seinen Geburtsort Marktl am Inn besuchen.

Nach Ansicht von Georg Ratzinger (82), dem Bruder des Papstes, könnte der Bayern-Besuch der letzte von Bendikt XVI. in seiner Heimat sein. "Er ist ja nicht mehr der Jüngste", sagte Georg über seinen 79 Jahre alten Bruder Joseph. Auch angesichts des großen Aufwandes müsse man nüchtern feststellen: "Es ist sehr fraglich, ob er noch ein weiteres Mal kommt", sagte Georg Ratzinger der "Bild am Sonntag". Er glaube, dass Benedikt bei seinem Besuch Abschied nehmen wolle von der Heimat.

Ein Fest des Glaubens

Für den Erzbischof von München-Freising, Kardinal Friedrich Wetter, soll die Heimat-Reise von Benedikt XVI. ein Fest des Glaubens werden und zeigen, wie lebendig der Glaube in Bayern ist, sagte Wetter der dpa. Wenn die Menschen Benedikt in seiner Heimat, wo er den Glauben empfangen habe, erleben, werde auch das Bild des Papstes konkreter, glaubt Wetter.

Nach einer repräsentativen Umfrage stößt der Papst-Besuch bei den Deutschen auf geteilte Meinungen. Danach freuen sich 45 Prozent der Befragten auf den Papst-Besuch und 35 Prozent nicht; 20 Prozent machten keine Abgaben. Das Meinungsforschungsinstitut polis/USUMA hatte im Auftrag des Nachrichtenmagazins "Focus" im August 1001 Bürger befragt.

ZdK hofft auf Glaubenszuwächse

Unterdessen teilte das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) mit, es erhoffe sich vom Papst-Besuch eine stärkere Aufmerksamkeit für den Glauben in Deutschland. "In unserer Zeit haben ja große Ereignisse eine wachsende Bedeutung für die Gefühls- und Gedankenwelt der Menschen, wie der Weltjugendtag in Köln und der Katholikentag in Saarbrücken eindrucksvoll gezeigt haben", sagte ZdK-Präsident Hans Joachim Meyer in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in München. Eine solche Wirkung könne man auch vom Besuch des Papstes weit über Bayern hinaus erhoffen.

Meyer betonte weiter, dass die Stärkung der Laienbewegung in der katholischen Kirche seiner Meinung nach vorankomme. "Schon seit langem erfreuen sich die neuen geistlichen Bewegungen der besonderen Aufmerksamkeit Joseph Ratzingers." Jetzt sei eine Stärkung der Laienarbeit in Italien zu beobachten, was mit Sicherheit auch die Unterstützung des Papstes hat. "Und von herausragender Bedeutung ist das Engagement, das Papst Benedikt für die Familie und die katholische Familienbewegung erst unlängst in Valencia gezeigt hat."

Für Kardinal Wetter lässt die Säkularisierung in nahezu allen Lebensbereichen viele Menschen spüren, "sie brauchen mehr als die Welt ihnen bieten kann". Der Mensch lebe nicht allein vom Brot, so wichtig das auch sei. "Er braucht Gott." Die jungen Leute hätten dies beim Weltjugendtag gezeigt. Das sei eine Herausforderung für die Kirche, sie sei aber nicht neu, sondern zeige sich heute in verstärktem Maß.

DPA / DPA