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Peer Steinbrück: "Beck wird Kanzlerkandidat"

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat sich in einem Zeitungsinterview für Parteichef Kurt Beck als SPD-Kanzlerkandidat ausgesprochen. Außerdem kritisierte er die "politische Körpersprache" seiner Partei.

Angesichts zunehmender Verunsicherung in den eigenen Reihen hat sich der stellvertretende SPD-Chef Peer Steinbrück klar für den Parteivorsitzenden Kurt Beck als Kanzlerkandidat 2009 ausgesprochen. "Kurt Beck repräsentiert das Spektrum an Eigenschaften, das ein SPD-Kanzlerkandidat haben muss, am besten", sagte der Bundesfinanzminister der "Süddeutschen Zeitung". "Deshalb wird er auch Kandidat."

Alle anderen Personen, über die in den Medien spekuliert werde, "erfüllen diese Anforderungen vielleicht in einem bestimmten Ausschnitt, aber nicht über das ganze Spektrum wie Kurt Beck", sagte der Minister. Unter dem Eindruck schwacher Umfrageergebnisse für die SPD und schwacher Popularitätswerte Becks waren zuletzt in den Medien, aber auch innerhalb der SPD sowohl Außenminister Frank-Walter Steinmeier als auch Steinbrück ins Gespräch gebracht worden. Beck hat darauf verwiesen, dass er die Kanzlerkandidatur erst Anfang 2009 entscheiden wolle und dabei als Parteichef das Vorschlagsrecht habe.

Körpersprache nicht intakt

Steinbrück forderte seine Partei auf, sich deutlicher zur Reformpolitik und zur Koalition mit der Union zu bekennen. "Die SPD steht in den Umfragen so schlecht da, weil ihre politische Körpersprache nicht intakt ist." Statt die Erfolge der letzten und der laufenden Legislaturperiode für sich zu reklamieren, "meinen viele bei uns immer noch, sie müssten sich für die Agenda 2010 oder die Beteiligung an der großen Koalition entschuldigen". Scharfe Kritik übte Steinbrück erneut an der Linken und deren Vorsitzendem Oskar Lafontaine. Diesem hielt er vor, "populistisch an die Verlierer- und Verlustängste zu appellieren".

DPA / DPA