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Petra Köpping: Vor Buchlesung: Sächsische Integrationsministerin erhält Morddrohungen

Vor einer Lesung aus ihrem Buch "Intregiert doch erst einmal uns!" hat die SPD-Politikerin Petra Köpping Morddrohungen per Mail erhalten. Doch die sächsische Integrationsministerin will sich nicht einschüchtern lassen.

Die SPD-Politikerin Petra Köpping ist auch Autorin des Buches "Integriert doch erst mal uns! Eine Streitschrift für den Osten"

Die SPD-Politikerin Petra Köpping ist auch Autorin des Buches "Integriert doch erst mal uns! Eine Streitschrift für den Osten"

DPA

Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) hat vor einer Lesung in Brandis bei Leipzig Morddrohungen erhalten. Das bestätigte Köppings Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur (DPA) am Mittwochabend. Die Drohungen seien vor der Lesung aus Köppings Buch "Integriert doch erst mal uns! Eine Streitschrift für den Osten" per Mail in ihrem Bürgerbüro eingegangen. Zuvor berichtete unter anderem die "Leipziger Volkszeitung". Sie zitierte Köpping mit den Worten: "Ich mache an meinen öffentlichen Auftritten keine Abstriche. Es kann nicht sein, dass immer mehr Politiker solchen Bedrohungen ausgesetzt sind." 

Köppings Sprecherin sagte der DPA, die sächsische Integrationsministerin habe am Mittwoch bei einer Veranstaltung auch Kommunalpolitiker ermutigt, im Falle von Bedrohungen an die Öffentlichkeit zu gehen. Die "Leipziger Volkszeitung" berichtete, bei der Lesung am Mittwochabend habe Köpping unter Personenschutz gestanden. Über die Ministerin war zuletzt im Zusammenhang mit der Ankündigung ihrer Kandidatur für den Vorsitz der Bundes-SPD - zusammen mit dem niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius - deutschlandweit berichtet worden.

Politiker werden häufiger bedroht

Erst Ende Juni waren Drohungen gegen Sachsens Vize-Regierungschef Martin Dulig (SPD) bekannt geworden und hatten bundesweite Anteilnahme und Erschütterung hervorgerufen. Unbekannte hatten die Attrappe eines Sturmgewehrs an Duligs Privatadresse geschickt. Dulig bezeichnete den Vorfall als neuen, inakzeptablen Höhepunkt einer seit 2015 anhaltenden Zunahme an Bedrohungen - auch Todesdrohungen - und Beleidigungen, die sich gegen seine Person richteten. 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erklärte damals, auch mit Blick auf den Mord am hessischen Regierungspräsidenten Walter Lübcke, Deutschland habe im Umgang mit dem Rechtsextremismus möglicherweise nicht genau genug hingeschaut. "Wenn es eine Vernachlässigung gibt, dann glaube ich die, dass wir nicht genügend aufmerksam waren, was sich da am ganz rechten Rand, am rechtsextremen Rand dieser Gesellschaft tatsächlich tut", sagte Steinmeier im ZDF-Sommerinterview. 

Mord an Kasseler Regierungspräsident

Lübcke war am 2. Juni in seinem Haus bei Kassel erschossen worden. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Der 45-jährige Stephan E. hatte die Tat zunächst gestanden, später aber widerrufen. Nach dem Mord war eine Debatte über die Sicherheit von Kommunalpolitikern ausgebrochen.

Quellen: DPA, "Leipziger Volkszeitung".

tkr / DPA