Preisverleihung Annan ruft zum Kampf gegen Hunger und Armut au


UN-Generalsekretär Kofi Annan hat bei der Verleihung des Deutschen Medienpreises in Baden-Baden zum verstärkten Kampf gegen Armut und Hunger aufgerufen.

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat zum verstärkten Kampf gegen Armut und Hunger aufgerufen. Er sagte bei der Verleihung des Deutschen Medienpreises am Mittwoch in Baden-Baden laut vorab veröffentlichten Redemanuskript: "Im täglichen Leben der meisten Menschen auf der Welt sind Terrorismus und Massenvernichtungswaffen heute weit entfernte, hypothetische Bedrohungen." Die Ängste der meisten Menschen drehten sich um Armut, Hunger, Arbeitslosigkeit und tödliche Krankheiten.

In seiner Laudatio würdigte Bundestagspräsident Wolfgang Thierse laut vorab veröffentlichten Redemanuskript Annans Eintreten für eine gerechtere Welt. Mit seinem Namen verbinde sich das Engagement für eine friedlichere und gerechtere Weltordnung, für die Einhaltung der Menschenrechte und für die Ausbreitung von Demokratie und sozialer Gerechtigkeit. Das Lebenswerk Annans sei international, kosmopolitisch und kulturübergreifend ausgerichtet. Die Person des UN-Generalsekretärs orientiere sich an grundsätzlichen, an moralischen und in der Sache sehr komplexen Zielen. "Das ist nicht fernsehgerecht und weit entfernt vom Glanz und Glamour des medialen Boulevards." Als weiterer Laudator sollte der frühere US-Präsident Bill Clinton sprechen.

Suche nach einer friedlicheren Welt

Der 65-Jährige stehe "wie kein anderer Politiker für den Grundgedanken der Vereinten Nationen, nach einer besser organisierten und friedlicheren Welt zu suchen", hatte die Jury die Auszeichnung Annans begründet. Gerade vor dem Hintergrund der Irak-Krise blickten immer mehr Menschen auf die Vereinten Nationen und Annan als letzte moralische Instanz. Annans Sprache sei einfach, klar, wegweisend und überzeugend. Seine wichtigste Mission sei es, den armen Menschen auf der Erde zu helfen. "Kofi Annan ist heute einer der wichtigsten und entscheidendsten Politiker der Welt", erklärte die Jury.

Deutsche Chefredakteure wählen seit 1992 jedes Jahr im Auftrag des Unternehmens Media Control Persönlichkeiten als Preisträger aus, die sich beispielhaft in Gesellschaft, Medien und Politik engagiert haben. Zu den früheren Preisträgern gehörten unter anderem Francois Mitterrand, Jassir Arafat, Boris Jelzin, König Hussein von Jordanien, Nelson Mandela, Bundeskanzler Gerhard Schröder, Königin Silvia von Schweden und Königin Rania von Jordanien und Bill Clinton. Der Preis ist undotiert; der Preisträger erhält eine Keramikfigur.

Zu Gast bei Christiansen

Am Mittwochabend ist Kofi Annan zu Gast in der Sondersendung von Sabine Christiansen, die um 23 Uhr in der ARD ausgestrahlt wird.


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