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Rechtsradikalismus: Neue Heimat für alten Hass

Nirgendwo feiern Rechtsradikale solche Erfolge wie im östlichen Sachsen. Nach jahrelangem Terror auf der Straße mischen nun die Eltern der Schläger die Lokalpolitik auf - als NPD Abgeordnete.

Etwa vier Jahre ist es her, da entdeckte Egon Weihs seine Gesinnung per Katalog. Bei seinem Sohn Ferry lag zufällig so ein Prospekt herum, und was der Vater dort sah, gefiel ihm sofort: Germanen-Bücher, Nazi-Nippes und Faschisten-Folklore. "Das war eigentlich die Initialzündung", sagt der 52-Jährige und lächelt entschuldigend. "Vorher war ich ein eher unpolitischer Mensch." Wenig später ließ sich Weihs einen "Odhin" auf den Oberarm tätowieren, kramte Fotos und Orden seiner uniformierten Vorfahren heraus und hängte sie -sauber gerahmt und nach Weltkriegen sortiert - an die Wand. Wenn ihn sein Junge mit zu den Kameraden nahm, schlüpfte er in eine schwarze Bomberjacke - wie andere Männer seines Alters in ihr Sakko. Und "rein zufällig", so Weihs, war er dabei, als die Truppe im Wald für ein Gruppenfoto posierte. Er wunderte sich zwar, "warum die für ein Erinnerungsfoto Masken aufsetzen". Sonst aber habe er nichts mit den Jungs zu tun gehabt, "nicht wirklich, eigentlich gar nichts".

"Schließlich haben wir früher auch Schnitzeljagden gemacht"

Dann kam die Razzia, das Verbot der Truppe, und schließlich standen die meisten Leute vom Foto als Mitglieder einer kriminellen Vereinigung vor Gericht, darunter auch Ferry, sein Sohn. Die Kameradschaft "Skinheads Sächsische Schweiz" zählte bis zu ihrem Verbot im Jahr 2001 bis zu 100 Mann. Immer wieder überfielen die militanten Schläger Ende der 90er Jahre andere Jugendliche, robbten bei Wehrsportübungen durch den Wald und fanden es besonders originell, ihren Terror unter dem Kürzel "SSS" zu verbreiten. Sie galten als extrem gefährlich und straff organisiert. Aber man dürfe da auch nicht übertreiben, sagt Egon Weihs: "Schließlich haben wir früher auch Schnitzeljagden gemacht und uns um Weiber geprügelt." Ohne Ferry und seine Freunde wäre Egon Weihs womöglich der freundliche Steinmetz geblieben, ein Kumpeltyp mit Teddy-Statur, der Sandstein für den Wiederaufbau der Frauenkirche klopft und zwei Kinder allein großzog, nachdem ihm die Frau abgehauen war. Vielleicht würde er heute nicht über "Juden-Kartelle" schimpfen und sich weniger vor "Überfremdung" fürchten. Auf jeden Fall säße er nicht für die NPD im Stadtrat von Pirna.

Beinahe wäre der Wahlsieg von Weihs und seinen Kameraden im großen Strudel der SPD zur Europawahl gänzlich untergegangen. Dabei holten rechtsradikale Parteien bei den Kommunalwahlen in Sachsen insgesamt 53 Mandate, darunter auch in größeren Städten wie Riesa oder Chemnitz - aber nirgendwo so viele wie im Landkreis Sächsische Schweiz. Fünf Kandidaten sitzen hier ab August für die NPD im Kreistag. In manchen Orten bekam die Partei mehr als 20 Prozent. Der Verfassungsschutz spricht bereits von "Stammwählern", und die Wahlergebnisse bestätigen, wovor regionale Initiativen wie die Pirnaer Aktion Zivilcourage seit Jahren warnen: Die ehemals westdeutsche Altnazi-Partei hat in Sachsen endgültig eine neue Heimat gefunden.

In der Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna erreichte die NPD 25,2 Prozent

Dem NPD-Klischee davon kommt die Gegend östlich von Dresden schon jetzt ziemlich nahe: eine kleine überschaubare Welt, abgeschottet und weitgehend ausländerfrei. Bizarre Sandsteinfelsen ragen aus dichten Wäldern. Die Elbe schlängelt sich durch ein enges Tal, in dem gerade eine Straße, die Eisenbahn und ein paar schmale Orte Platz haben. Eine Landschaft, so romantisch und deutsch, dass es von ganz alleine tümelt. Schon Caspar David Friedrich kam hier an keinem Hügel vorbei, ohne ihn einmal mit und einmal ohne Nebel zu malen. Und einige seiner Skizzen enstanden auch in der heutigen Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna, wo die NPD mit 25,2 Prozent einen neuen Rekord aufstellte.

Der CDU-Bürgermeister schämt sich nach Kräften für dieses Ergebnis und sorgt sich vor allem um den Fremdenverkehr, von dem der 1400-Einwohner-Ort ganz gut lebt. Schon deshalb könne man von Fremdenfeindlichkeit gar nicht reden. Wovon aber dann? Auch die üblichen Ausreden wie Frust und Politikverdrossenheit gelten nicht mehr, wenn jeder Vierte NPD wählt - selbst wenn sie stimmen würden. Die Arbeitslosenquote liegt in der Sächsischen Schweiz jedoch deutlich unter dem ostdeutschen Durchschnitt, die Wahlbeteiligung mit über 60 Prozent sogar darüber. Wirklich überrascht ist trotzdem niemand in Reinhardtsdorf-Schöna. Jeder in dem kleinen Ort an der tschechischen Grenze weiß, dass sich zum Beispiel im Jugendklub Schöna die so genannte "Aufbauorganisation" der SSS traf. Die Söhne mehrerer Familien standen bereits wegen rechtsradikaler Straftaten vor Gericht. Einer von ihnen, der gegen die SSS aussagte, wurde danach dermaßen verdroschen, dass er sich heute nicht mehr traut, seine Eltern in Reinhardtsdorf zu besuchen. Regelmäßig pöbelte die einheimische Jugend Gäste im Naturfreundehaus an. Gelegentlich brannten Hakenkreuze aus Stroh. Aber erst, als selbst Polizisten im Jugendclub mit einem Hitlergruß empfangen wurden, fühlte sich der Bürgermeister genötigt, die Baracke abzureißen.

"Ist ja nicht verboten"

Lange schauten die Erwachsenen zu, manche aus Angst vor den eigenen Kindern oder Mobbing im Ort, andere einfach nur arglos, wie die Mutter, auf deren Wäscheleine eines Tages eine Nazifahne flatterte. Immerhin fragte ein Nachbar, ob sie wisse, dass diese Fahne verboten sei. Sie wusste es nicht. Das Ding von ihrem Sohn war einfach nur dreckig. Der Karnevalsclub spielt eine wichtige Rolle im Ort, ebenso der Fußballverein, der sich gerade eine Kunstrasenanlage für mehr als 500.000 Euro leistet. Eine Institution ist auch der Klempnermeister Jacobi. "Der Michael", wie ihn viele nennen, sei zwar ein Waffennarr und manchmal ein bisschen komisch. Aber für den Ort habe er viel getan. Außerdem kann man ihn bei Tag und Nacht anrufen, wenn etwas mit der Heizung ist oder dem Klo. Warum also soll man ihn nicht auch wählen? Dafür hätte "der Michael" vermutlich auch in jeder anderen Partei sein können. Rein zufällig, so empfinden das seine Wähler, sei er in der NPD. "Ist ja nicht verboten."

Jacobi, 50, wohnt in der alten Grenzlandschule im Ortsteil Kleingießhübel. "Erbaut 1937" prangt stolz am Giebel. Und wenn der Mann mit dem Ulbricht-Bart Journalisten nicht rüde vom Hof jagen würde, könnte er vielleicht mal seine Version vom großen Sprengstofffund in seiner Garage erzählen. Weil auch seine Söhne zufällig zur SSS gezählt wurden, tauchte im Juni 2000 die Polizei bei ihm auf. Für die Razzia wurden extra Beamte aus anderen Bundesländern eingesetzt, denn einige Eltern der verdächtigen Burschen arbeiten auch bei BGS und Justiz. Der Freistaat brauchte einen Erfolg gegen die SSS, und da kam der Militariasammler Jacobi wie gerufen. Stolz brüstete sich das LKA Sachsen hinterher mit "mehreren hundert Patronen und zwei Kilo TNT", die sie in seiner Garage gefunden hatten. Später erwies sich das Waffenarsenal der SSS jedoch als verrosteter Schrott. Vor Gericht ging es nur noch um 400 Gramm Sprengstoff, von Jacobis Söhnen auf alten Übungsplätzen zusammengekratzt.

Der Verfassungsschutz fürchtete die Enttarnung

Die Polizei mag übertrieben haben, ganz falsch lag sie dennoch nicht: Einer der Jacobi-Söhne brachte schon in die Schule judenfeindliche Videos mit. Und zumindest der Jüngere bekannte sich offen zur SSS, als er mit anderen Kameraden aus Reinhardtsdorf-Schöna in Pirna vor Gericht stand. Die Vorwürfe: Landfriedensbruch, zweimal gefährliche Körperverletzung und Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz. Für eine Geldauflage von 100 Euro durfte er wieder nach Hause, weil er zur Tatzeit noch nicht einmal 16 Jahre alt war. Selbst die SSS-Anführer bekamen nach monatelangen Verhandlungen nicht mehr als zwei Jahre auf Bewährung - unter anderem, weil das Gericht nicht alle Fakten benutzen durfte. Der Verfassungsschutz fürchtete die Enttarnung seiner Quellen.

Der Klempnermeister selbst war nach ein paar Tagen U-Haft wieder frei, trat prompt aus dem Gemeinderat zurück, wo er bereits seit 1999 für eine freie Wählergemeinschaft saß - und in die NPD ein. Mit der neuen Partei im Rücken bekam er jetzt fast doppelt so viele Stimmen - und mit Abstand die meisten im Ort. Damit stehen der NPD im Gemeinderat rein rechnerisch sogar drei Sitze zu, es gab aber nur zwei Kandidaten. Die SPD trat in Reinhardtsdorf-Schöna gar nicht erst an. Mario Viehrig, der zweite Mann hinter Jacobi, will nun vor allem dafür sorgen, "dass unsere Jugend wieder einen Raum bekommt". Schon im alten Klub hat er selbst jeden Dienstag Skat gespielt und fand die meisten Besucher in Ordnung. "Auch etliche von der SSS", wie er stolz hinzufügt, die er alle kennt - "zufällig".

"So ein Hitlergruß hat doch noch keinen umgebracht"

Mario Viehrig, 40, ist ein richtiger Biedermann, der gern ein wenig zündelt: "So ein Hitlergruß hat doch noch keinen umgebracht", sagt er, und dass er "schließlich auch mal jung war". Genau das scheint ihm zu lange her zu sein: Deshalb fährt er mit den Jungs auch gern zu Demos, schwärmt von ihren so genannten Feldschlachten, bei denen sie als Germanen verkleidet und mit Holzschwertern aufeinander losgehen. Und vermutlich trägt er deshalb auch eine Gürtelschnalle, wie sie die jungen Nazis mögen: "A.C.A.B." steht darauf - "All Cops Are Bastards". Seine hübsche Tochter hat auf die Heckscheibe ihres Skoda in Frakturschrift ihren Spitznamen geklebt, "Terrornicki". Mit Journalisten will sie nichts zu tun haben - wie die meisten Jugendlichen im Ort. Sie verstecken sich lieber hinter ihren Papas oder an wechselnden Treffpunkten. Richtige Glatzen wie in den 90er Jahren gibt's kaum noch. Die Haare sind länger, derzeit gilt das Mode-Label "Division Thor Steinar" auf Kapuzenjacken, Sweatshirts oder Hosen als Erkennungszeichen für den ländlichen Mainstream. "National" nennen den die Kids.

Wirklich neu aber ist, wie sich die Biedermänner bei der zornigen Jugend anbiedern. Oder wird die Nähe erst jetzt offensichtlich? Allein in der Gegend um Pirna sind es mindestens drei Väter von verurteilten Nazi-Schlägern, die nun für die NPD in die Parlamente drängen. Eine Subkultur, so scheint es, hat die Erwachsenen infiziert. Manche wollen sich so womöglich den Respekt ihrer Kinder zurückerobern, den sie durch Ohnmacht und Überforderung seit der Wende verloren haben. Andere versuchen, mit übersteigerten oder lange unterdrückten Heimatgefühlen ihre Zukunftsängste zu dämpfen oder einfach die Identitätslücke nach dem Ende der DDR zu füllen. Sicher kommt in den Wahlergebnissen aber auch das zum Ausdruck, was den Kindern schon am Abendbrottisch ständig vermittelt wurde - vor allem, dass immer die Fremden schuld sind, wenn sie nicht gerade in der Einliegerwohnung Urlaub machen.

"Die NPD hat im Osten ihren rechten Stallgeruch abgelegt"

Egal, ob offen oder unterschwellig, Henne oder Ei: ohne Hühner keine Küken. Sie gackern nur lauter, wenn sie sich halbstark fühlen. Als Hahn auf dem Hof und Strippenzieher des rechtsradikalen Netzwerkes der Region gilt seit Jahren der Fahrlehrer Uwe Leichsenring aus Königstein. Während die Jugendlichen sagen, es müsse erst Blut fließen, damit sich etwas ändert, warnt er scheinheilig davor, "dass Blut fließen wird, wenn es so weitergeht". Gern spricht er von einer Situation wie beim Ende der DDR: "Alles geht den Bach runter, nur die Bonzen machen sich die Taschen voll. Wir stehen kurz vor dem Knall." Das kommt auch bei erwachsenen Ossis an. Dank ihrer Stimmen hat Leichsenring, 37, seinen Sitz im Stadtrat von Königstein nicht nur verteidigt. Mit 21,1 Prozent fand er sogar fast doppelt so viele Wähler wie noch vor fünf Jahren. Schon damals erkannte er: "Die NPD hat im Osten ihren rechten Stallgeruch abgelegt und ist zur normalen Partei geworden." Inzwischen sitzt er im Vorstand der Bundespartei und kann sich mit seinen drei Fahrschulfilialen weder über Bürgernähe beklagen, noch hat er verschämte "Zufälle" nötig, wenn es um seine engen Verbindungen zur SSS geht.

Nach der Bundestagswahl bedankte er sich "bei den Kameraden der SSS und SSS/AO für die hervorragende Absicherung" seines Wahlkampfes. Anders als in anderen Gegenden, wo freie Kameradschaften und NPD zunehmend auf Distanz gingen - die einen, weil ihnen die Partei zu lasch war, die anderen aus Angst vor dem drohenden Verbot -, hielt er die braunen Fäden zusammen. "Man kannte sich halt", sagt Leichsenring und wollte der SSS auch im Fach Radikalität lange nicht nachstehen: "Natürlich sind wir verfassungsfeindlich", so wird er im Verbotsantrag gegen seine Partei zitiert, "wir wollen eine andere Gesellschaftsordnung." Als Lokalpolitiker kämpft er für Gurte in Schulbussen. Als Unternehmer dagegen schafft er sich gerade ein zweites Standbein, indem er bei Rasern und Promille-Fahrern damit wirbt, sie durch den Idiotentest (Medizinisch-psychologische Untersuchung, MPU) zu schleppen. Der Politiker Leichsenring ist überzeugt, ab September auch im sächsischen Landtag zu sitzen. Seine Chancen stehen nicht schlecht.

Der Kreisverband der NPD hat hier mehr Mitglieder als SPD und Grüne

Soeben haben die Republikaner ihre Liste zugunsten der NPD zurückgezogen. Zumindest in der Sächsischen Schweiz bekommt die Partei angeblich schon jetzt mehr Spenden als alle anderen Parteien der Region. Und der Kreisverband der NPD hat hier mehr Mitglieder als SPD und Grüne zusammen. Der künftige Fraktionschef im Kreistag gilt als Marionette Leichsenrings, aber er ist Arzt, und auch das bringt Punkte: Dr. Johannes Müller, 35, behandelt in der Falkensteinklinik Ostrau Herz-Patienten in Reha und trägt bei der Arbeit weiße Poloshirts mit Runen auf der Brust. Irgendwann wird er die Praxis seines Vaters in Sebnitz übernehmen, wo die Arztfamilie hohes Ansehen genießt. Deshalb wurde auch gleich noch Mutter Barbara, Praxishilfe bei Dr. Müller senior, für die NPD in den Stadtrat und in den Kreistag gewählt. Ihr Sohn war bis 1992 in der CDU. "Nur wegen des Studiums" sei er dort zu DDR-Zeiten eingetreten. Nebenbei berät Johannes Müller die Firma Leichsenring heute auch noch "in allen medizinischen Fragen rund um die MPU".

Ein Arzt, ein Klempner und ein Fahrlehrer, Steinmetz Weihs und Kamerad Viehrig, der zwar oft in Polen zu tun hat, was ihm "nicht gerade schmeckt", der aber als Informatiker bei einer Fensterfirma ebenfalls warm sitzt: Es sind alles so genannte gestandene Bürger, die für die NPD in Sachsen Mandate besetzen. Sie haben Arbeit und können reden - kein Vergleich zur DVU, die 1998 in Sachsen-Anhalt die Republik mit ein paar Witzfiguren schockte. Nur einer fällt aus der Rolle - nicht etwa wegen seines Sohnes, der war selbstverständlich auch bei der SSS. Sonst aber scheint Klaus Rackow der einzige erfolgreiche NPD-Kandidat zu sein, der vielleicht so etwas wie ein Wendeverlierer ist.

Die NPD als Ventil

Der gelernte Zellstoffwerker aus Struppen hat sich als Getränkehändler versucht und blieb auf einem Berg Schulden sitzen. Angeblich fährt Rackow, 60, nun jeden Tag für einen "Hungerlohn" nach Tschechien und ist tief enttäuscht von der Marktwirtschaft. Die NPD mag ein Ventil sein, eine Selbstbestätigung. Darüber reden will er nicht. "Ich habe nichts zu sagen", sagt Rackow immer wieder, und weil ihm das als frischem Kommunalpolitiker offenbar selbst komisch vorkommt, lässt er sich wenigstens fotografieren. Dabei kämpft er die ganze Zeit mit seinem schwer erziehbaren Hund. Der Maulkorb für Herrchen, so ein Freund der Familie, soll aber von Leichsenring stammen, wenn nicht sogar vom eigenen Sohn. Dieser gehörte 1996 zu den Gründungsmitgliedern der SSS und wurde 2003 als einer der Rädelsführer verurteilt: zweimal schwerer Landfriedensbruch, sechsmal gefährliche Körperverletzung, Nötigung, versuchte Nötigung, Volksverhetzung und Verbreitung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen und so weiter...

Weil er die Straftaten als Jugendlicher begangen hat, darf sich Rackow junior, 25, heute in der bayerischen Industrie bewähren. Zu Hause steht aber immer noch sein Computer, auf dem er - angeblich zusammmen mit Vati - zahlreiche Internetseiten lenkt. "Sturmschritt" heißen die, "Kulturkammer" oder "Heimatseite des NPD-Kreisverbandes". Vermutlich ist es das, was Kreis-Chef Dr. Müller mit "Reife" meint, die er Ex-SSS-Mitgliedern zugesteht: Vor vier Jahren fand die Polizei im Haus Rackow noch die so genannte Zeckenerfassungsdatei, in der die SSS künftige Opfer katalogisierte. Den Computer damals - Zufälle gibt's! - soll Fahrlehrer Leichsenring gesponsert haben.

Holger Witzel / print