VG-Wort Pixel

Snowdens Manifest "Wer die Wahrheit ausspricht, begeht kein Verbrechen"


Der "Spiegel" hat ein Manifest von Edward Snowden veröffentlicht. Darin fordert der Whistleblower zum Kampf gegen die weltweite Spionage auf - und wehrt sich gegen den Vorwurf, ein Straftäter zu sein.

Nachdem Edward Snowden sich an die Politik gewendet hat, schreibt er nun an die Bürger direkt: In seinem "Manifest der Wahrheit", das der "Spiegel" veröffentlicht hat, fordert der weltbekannte Whistleblower zu einem kritischen Umgang mit der Abhörtechnik auf. Diese dürfe nicht die Politik bestimmen und die Menschenrechte begrenzen. "Die Bürger müssen dagegen kämpfen", so der Ex-Geiheimdienstler. Denn: "Wer die Wahrheit ausspricht, begeht kein Verbrechen." Das Schreiben soll am 1. November verfasst und per verschlüsselter Mail übersandt worden sein.

Prominente fordern Asyl

Ebenfalls im aktuellen "Spiegel" fordern 51 deutsche Prominente und Persönlichkeiten Asyl für Snowden. Neben Udo Lindenberg, Daniel Brühl und Alice Schwarzer sichern zahlreiche Schriftsteller und auch Politiker ihre moralische Unterstützung zu. "Wir sollten ihn auf alle Fälle anhören", wird etwa die SPD-Politikerin und neue Bundestags-Vizepräsidentin Ulla Schmidt zitiert.

Seitdem bekannt ist, dass Kanzlerin Angela Merkel durch den US-Geheimdienst NSA abgehört wurde, wird die Frage eines politischen Asyls für Snowden neu diskutiert. Vergangene Woche traf sich der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele mit dem ehemaligen Mitarbeiter der NSA in Moskau. Die Kontaktaufnahme sei über einen Mittelsmann aus der linken Szene erfolgt, so Ströbele gegenüber der "Bild am Sonntag". Demnach hätten nur er, der Mittelsmann und ein weiterer Mitarbeiter von der Aktion gewusst. "Nur so konnte sich Snowden sicher sein, dass er sich ohne Gefahr an uns wenden kann," so Ströbele.

sth mit DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker