SPD-Dementi Kanzlerfrage noch nicht entschieden

SPD-Chef Kurt Beck und sein Stellvertreter Frank-Walter Steinmeier haben einen Medienbericht dementiert, nach dem die Entscheidung über die SPD-Kanzlerkandidatur bereits gefallen sei. Der NDR hatte zuvor unter Berufung auf Parteikreise berichtet, die Spitzenkandidatur laufe auf Steinmeier hinaus.

Wer Kanzlerkandidat der SPD für 2009 wird, ist weiter offen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier ließ am Mittwoch Berichte dementieren, wonach nach jüngsten Gesprächen von ihm und SPD-Chef Kurt Beck alles auf den Außenminister als Kandidaten zulaufe. "Richtig an der Meldung ist, dass die beiden gut und freundschaftlich zusammenarbeiten", sagte Steinmeiers Sprecher Martin Jäger der AP. "Alles andere ist falsch." Der NDR hatte gemeldet, Beck und Steinmeier hätten sich in jüngster Zeit intensiv beraten. Es gebe Hinweise, dass sie sich bereits verständigt hätten. Die endgültige Entscheidung solle schon nach der Sommerpause fallen. Der Sender berief sich auf Parteikreise.

Laut NDR wolle Steinmeier allerdings nur dann als Kandidat 2009 antreten, wenn das Regierungsprogramm seine Handschrift trage. Auch Ex-Kanzler Gerhard Schröder habe mit Beck und Steinmeier gesprochen. Der Plan, dass die Entscheidung erst Ende des Jahres falle, sei nicht zu halten. Parteichef Kurt Beck werde sich nach der Sommerpause erklären.

Beck hat bisher stets erklärt, dass er den Parteigremien Ende dieses Jahres oder Anfang 2009 einen Vorschlag für die Kandidatenfrage machen werde. Lange Zeit galt es in der SPD als sicher, dass er dabei von seinem Recht Gebrauch machen werde, als Parteichef auch die Kandidatur zu übernehmen. Vor allem nach seinem umstrittenen Kursschwenk im Umgang mit der Linkspartei und dem Absturz der Umfragewerte von Beck und der Partei wachsen jedoch in der SPD die Zweifel, dass Beck Kandidat wird.

DPA/Reuters DPA Reuters

Mehr zum Thema

Newsticker