STICHWORT Berliner Mauer - Symbol des Kalten Krieges


Die Berliner Mauer war mehr als 28 Jahre lang das Symbol der deutschen Teilung. Das Bollwerk umfasste eine Gesamtlänge von rund 155 Kilometern.

Die Berliner Mauer war mehr als 28 Jahre lang das Symbol der deutschen Teilung. Das Bollwerk umfasste eine Gesamtlänge von rund 155 Kilometern. Die innerdeutsche Grenze von der Lübecker Bucht im Norden bis zur deutsch-tschechoslowakischen Grenze bei Hof im Süden war knapp 1400 Kilometer lang.

Im Berliner Stadtgebiet zog sich die Mauer über 43 Kilometer, durchquerte 24 Kilometer Wasserwege und trennte auf 30 Kilometern Waldgebiet. Die Mauer unterbrach acht S-Bahnlinien, vier U-Bahn- Stränge sowie 193 Haupt- und Nebenstraßen.

Die Grenzanlagen wurden massiv rund um die Uhr gesichert. In Berlin spähten bewaffnete Soldaten von 300 Beobachtungstürmen nach »Grenzverletzern«. Die Sperranlagen hatten zuletzt meist mehr als 100 Meter Breite. Diese befestigte Grenzzone war der so genannte Todesstreifen.

Außer der vier Meter hohen Mauer aus Betonsegmenten gab es meist auch eine Hinterlandmauer sowie Signalzäune und Gräben, darunter auch tiefe Kfz-Sperrgräben, um ein Durchbrechen von Autos zu verhindern. Auch Scheinwerferanlagen und Hunde sollten ein Überwinden der Mauer unmöglich machen.

Der Unterhalt der Mauer war für die DDR-Führung kostspielig und eine ständige wirtschaftliche Belastung. An der Grenze wurden insgesamt knapp 870 Millionen DDR-Mark für Anlagen und Bauten ausgegeben.

Mit dem Mauerbau wurde in der DDR auch die Strafjustiz zur Absicherung der Grenze verschärft. Wurden im ersten Halbjahr 1961 noch knapp 4400 »Staatsverbrecher« verurteilt, stieg die Zahl nach dem 13. August sprunghaft an. Im zweiten Halbjahr 1961 wurden 18 300 Menschen verurteilt, die oft für Jahre in Gefängnissen verschwanden.

Trotz der tödlichen Bedrohung versuchten DDR-Bürger immer wieder die Flucht in den Westen. Die Staatsanwaltschaft hat 270 Fälle ermittelt, in denen Menschen durch Gewalt an Mauer und Stacheldraht starben. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft 13. August starben dagegen durch das DDR-Grenzregime knapp 960 Menschen. Im Gegensatz zur Justiz erfasst die Arbeitsgemeinschaft auch Fälle ohne direktes Fremdverschulden wie etwa Selbstmord bei Entdeckung der Flucht.

Die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße

Die nationale Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße besteht seit dem 13. August 1998. Es handelt sich um 70 Meter eines 212 Meter langen Mauerrestes, die von Edelstahlwänden begrenzt sind. Mit den Reflektionen in den Stahlwänden soll der Eindruck von Endlosigkeit des ehemaligen »Todesstreifens« vermittelt werden.

Durch einen schmalen Zugang betreten Besucher die Gedenkstätte und gelangen in einen Raum an der so genannten Hinterlandmauer. Von dort aus sind durch Sehschlitze die Grenzanlagen mit Todesstreifen, Postenweg und Bogenlampen zu erkennen.

Die Bernauer Straße wurde zu einem internationalen Symbol der deutschen Teilung. Die Mauer verlief genau an der östlichen Häuserfront der Straße. Die bewohnten Häuser gehörten zum Ost-Sektor, der Bürgersteig zum Westen. In den ersten Tagen nach dem Mauerbau am 13. August 1961 sprangen Menschen aus ihren Wohnzimmerfenstern - in die Freiheit oder in den Tod. Die Bilder der Flüchtlingsdramen gingen um die Welt. Auf dem Todesstreifen an der Bernauer Straße stand auch bis in die 80-er Jahr die Versöhnungskirche. Um ein besseres Schussfeld zu haben, wurde sie von der DDR in die Luft gesprengt.

Die 2,3 Millionen Mark teure Gedenkstätte wurde vom Bund finanziert. Um den Bau und vor allem um die Frage, ob und wie viel der Mauer hier erhalten bleiben soll, hatte es jahrelang Debatten gegeben.

Zur Mauergedenkstätte gehört die Versöhnungskapelle in Erinnerung an die gesprengte Kirche sowie ein Dokumentationszentrum in den Räumen der Versöhnungskirchengemeinde. Es soll die Geschichte der Mauer und der Bernauer Straße erläutern und aufarbeiten.

Was von der Mauer heute noch zu sehen ist

40 Jahre nach dem Bau sind nur noch wenige Teile der Berliner Mauer erhalten. Das Symbol der Teilung Deutschlands sollte nach der Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 schnell verschwinden. Zunächst machten sich Privatleute als »Mauerspechte« daran, Stücke herauszuschlagen, später wurde die Mauer größtenteils abgetragen. Zu sehen ist die Mauer noch an acht Stellen in der Berliner Innenstadt. Darüber hinaus sind drei Wachtürme erhalten.

Am CHECKPOINT CHARLIE, dem ehemaligen alliierten Kontrollposten am Sektorenübergang Friedrichstraße, erinnern Mauerreste, ein Schild und ein Kontrollhäuschen der US-Army an die Grenze.

Die EAST-SIDE-GALLERY zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke ist ein 1,3 Kilometer langes Stück Mauer, das von Künstlern bemalt wurde.

Am INVALIDENFRIEDHOF Scharnhorststraße ist die Hinterlandmauer teilweise erhalten. Nördlich davon befindet sich noch ein Wachturm.

Auf dem LEIPZIGER PLATZ stehen Mauerreste und ein Wachturm.

In der NIEDERKIRCHNER STRAßE gegenüber dem Berliner Abgeordnetenhaus ist ein 200 Meter langer Mauerabschnitt erhalten.

Am SCHLESISCHEN BUSCH ist im Museum der Verbotenen Kunst ein Grenzwachturm zu besichtigen, in dem Ausstellungen stattfinden.

Im MAUERPARK am Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion sind Mauerreste und der Todesstreifen zu sehen.

Das »PARLAMENT DER BÄUME« am Spreebogen ist eine Opfer- Gedenkstätte auf dem ehemaligen Grenzstreifen. Dort wurde eine Installation aus Bäumen, Gedenksteinen und Mauerteilen errichtet.


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