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Sturmtief über Deutschland: "Andrea" fordert Todesopfer

Unfälle, Sachschäden und ein erstes Todesopfer: Sturmtief "Andrea" ist am Donnerstag mit Wind, Regen und zum Teil Schnee über Deutschland gefegt. Auch in den nächsten Tagen soll es stürmisch bleiben.

Orkantief "Andrea" ist am Donnerstag mit Sturm und teils heftigen Niederschlägen über weite Teile Deutschlands gefegt und hat für Unfälle und Sachschäden gesorgt. In Bayern starb nach Polizeiangaben eine Frau bei einem witterungsbedingten Verkehrsunfall. In Nordrhein-Westfalen fuhr ein Regionalzug gegen einen umgestürzten Baum und entgleiste, wobei aber niemand verletzt wurde.

Der #link;ttp://www.dwd.de/;Deutsche Wetterdienst (DWD)# hatte für die Nacht zu Donnerstag und den weiteren Tagesverlauf für große Gebiete Unwetterwarnungen herausgegeben. Der Wind erreichte auf den Berggipfeln der Alpen und der Mittelgebirge laut DWD Spitzengeschwindigkeiten von 120 bis annähernd 180 Stundenkilometern, an der Nordseeküste rund 110 bis 130 Stundenkilometer.

Bei dem schweren Unfall in Bayern geriet ein Autofahrer nach Polizeiangaben vom Donnerstag mit seinem Wagen im Landkreis Wunsiedel während eines Unwetters mit Windböen und Regen auf die Gegenfahrbahn und stieß mit einem anderen Auto zusammen. Dessen 43-jährige Fahrerin starb, der Verursacher wurde verletzt.

Auch andernorts sorgte "Andrea" für Verkehrsunfälle, bei denen es allerdings meist bei Blechschäden blieb. Auf der Autobahn 3 bei Helmstadt in Bayern ließ der Sturm laut Polizei den Anhänger eines Lastwagen umkippen, auf der A 45 bei Gießen in Hessen riss er die metallene Ladungsabdeckung eines Lkw ab und schleuderte sie in eine Schilderbrücke, wo sie hängenblieb. Ein nachfolgender Lkw konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und kollidierte mit dem Hindernis.

Zu dem Unfall mit dem Regionalzug kam es auf einer eingleisigen Nebenstrecke im nordrhein-westfälischen Münsterland. Der mit vier Fahrgästen und einem Lokführer besetzte Zug sei bei Reken gegen einen gefallenen Baum gefahren, wodurch eines seiner Drehgestelle entgleist sei, erklärte die Bundespolizei.

Für Probleme sorgte "Andrea" auch in den westeuropäischen Nachbarstaaten. In den Niederlanden evakuierten die Behörden am Donnerstag vorsorglich etwa 100 Menschen aus einem kleinen Küstendorf, weil vom Sturm aufgestautes Hochwasser einen Deich bedrohte. In Nordfrankreich sorgte der Orkan für einen Stromausfall in 6000 Haushalten, ebenso für Verkehrsstörungen. Eine Autobahn war blockiert.

In mehreren deutschen Bundesländern, vor allem aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, meldeten Polizei und Feuerwehr am Donnerstag außerdem Einsätze wegen beschädigter Dächer sowie umgestürzter Bäume und auf Straßen gefallener Äste. Größere Schäden blieben allerdings aus. Auf dem Rhein bei Gernsheim in Hessen wehte der Orkan mehrere Container auf einem Schubverband um und ließ einen ins Wasser stürzen. Die Besatzung konnte ihn sichern, bevor er abtrieb. Dabei kam ihr Fahrzeug aber vom Kurs ab und beschädigte am Ufer einige Bäume.

roh/AFP / AFP