HOME
Analyse

Will, Illner und Co.: Talkshows von ARD und ZDF reden zu viel über Flüchtlinge - ist das wirklich so?

Aktuell kocht mal wieder die Debatte um die Themensetzung der öffentlich-rechtlichen Talkformate hoch. Flüchtlinge seien zu oft und in einem zu negativen Rahmen Diskussionspunkt. Der stern hat die Sendungstitel ausgewertet.

Die Talkshow-Moderatoren Anne Will (l.), Sandra Maischberger und Frank Plasberg

Die Talkshow-Moderatoren Anne Will (l.), Sandra Maischberger und Frank Plasberg

DPA

Die Talkshows von ARD und ZDF werden aktuell erneut für ihre Themensetzung kritisiert. Zu oft seien Flüchtlinge das Thema, nicht selten mit einem vorverurteilenden, negativ konnotierten Ton im Sendungstitel, so der Vorwurf. Jüngst entzündete sich die Debatte an der "Hart aber Fair"- Sendung "Flüchtlinge und Kriminalität - Die Diskussion!" und der "Maischberger"-Folge "Islamdebatte: Wo endet die Toleranz?". Letztere wurde gar am Sendungstag hektisch umbenannt von zuvor "Sind wir zu tolerant gegenüber dem Islam?" - mit Sicherheit eine Reaktion auf die entbrannte Debatte.

Aber ist das wirklich so? Sind die öffentlich-rechtlichen Talkshows zu monothematisch? Wird dem Flüchtlingsthema überproportional viel Raum gegeben? Der stern hat sich die Sendungstitel der vier großen Talkshows seit Beginn des Jahres 2017 angeschaut. Das Ergebnis: Zusammen kommen "Menschen bei Maischberger", "Hart aber Fair", "Anne Will" und "Maybrit Illner" in diesen knapp anderthalb Jahren auf 203 Sendungen. Zumindest dem Titel nach ging es dabei in lediglich zehn Folgen explizit um Flüchtlinge. Zum Vergleich: Außenpolitische Themen wie US-Präsident Donald Trump (31 Sendungen) und Türkei-Präsident Recep Tayyip Erdogan (16) behandelten die Talker im selben Zeitraum deutlich öfter. Auch die Große Koalition wurde mit 13 Sendungen mehr besprochen. 

Bei den einzelnen Formaten sieht das im Detail so aus:

  • Plasberg: vier aus 53 Sendungen zu Flüchtlingen
  • Will: zwei aus 45 Sendungen
  • Maischberger: zwei aus 49 Sendungen
  • Illner: zwei aus 56 Sendungen


Talkshows: Wahrnehmung vs. Wirklichkeit

Woher kommt dann die offenbar weit verbreitete Wahrnehmung, ARD und ZDF würden ständig über Flüchtlinge sprechen? Das Thema ist zunächst ein hoch emotionales mit einer starken und lauten Fürsprecher- und Helferszene aus dem eher linken Spektrum der Gesellschaft auf der einen und einer nicht weniger lauten Kritikergruppe auf der anderen Seite, insbesondere Anhänger der AfD. Entsprechend wird auch in den sozialen Medien sehr emotional darüber diskutiert. Die Debatte kann dadurch größer erscheinen, als sie ist.

Zudem ist auch die oben genannte Statistik zumindest teilweise trügerisch: Im Untersuchungszeitraum seit 2017 finden sich mehr als ein Dutzend Sendungen, bei denen bereits im Titel absehbar ist, dass es dort partiell auch um das Flüchtlingsthema und damit verbundene Aspekte ging. Solche Sendungsnamen sind etwa: "Beethoven oder Burka - Braucht Deutschland eine Leitkultur?", "Angst auf den Straßen: Muss der Staat härter durchgreifen?", "Israelhetze und Judenhass: Gibt es einen neuen Antisemitismus?" oder "Terror mit Ansage: Was tun mit Gefährdern?". Wer hier reinzappt könnte an der ein oder anderen Stelle den Eindruck bekommen, die Sendung drehe sich nur um Flüchtlinge. Addiert man diese Talkshows zu den zehn Flüchtlingssendungen dazu, nähert man sich schon den 31 Sendungen, die in den vergangenen anderthalb Jahren Donald Trump zum Thema hatten. Möglicherweise ruht hier also der Ursprung der gefühlten Wahrheit, die Talkformate seien zu flüchtlingslastig. 

Die aktuelle Diskussion um die Talkshows von ARD und ZDF ist übrigens nicht neu. Bereits Anfang des vergangenen Jahres berichtete die ARD-Sendung "Monitor" von einem überproportionalen Anteil an Sendungen zum Flüchtlingsthema. Für das Jahr 2016 passten allerdings auch die Zahlen zur These: Laut "Monitor" ging es in 141 Sendungen insgesamt 40-mal um Flüchtlinge und Flüchtlingspolitik und 15-mal um den Islam, Gewalt und Terrorismus. 21-mal wurde das Thema Populismus behandelt, vor allem solcher von rechts. "Andere Themen hatten keine Chance", bilanzierten die Jour­na­lis­ten damals.

Alexander Gauland spielt den Ahnungslosen bei Anne Will
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(