Türkei Vierter Terrorverdächtiger verhaftet


Die türkische Polizei hat nach Informationen von stern.de im Zusammenhang mit geplanten Anschlägen auf US-Einrichtungen in Deutschland einen vierten Terrorverdächtigen festgenommen. Es handelt sich um Attila S., einen engen Freund von Fritz G..

Attila S., ein Freund des Terrorverdächtigen Fritz G. aus Ulm, ist am Dienstag in der Türkei verhaftet worden. Das sagte sein Anwalt Manfred Gnjidic stern.de. Die Bundesanwaltschaft konnte die Festnahme des 22-Jährigen am frühen Abend noch nicht bestätigen.

Die Festnahme ist ein weiterer Schlag gegen die mutmaßliche Terrorzelle um den Verdächtigen Fritz G., die vor zwei Monaten im sauerländischen Oberschledorn ausgehoben worden war. Damals hatte die Polizei drei Verdächtige festgenommen. Atilla S. wird vorgeworfen, an den Planungen für Bombenanschläge auf US-Einrichtungen in Deutschland beteiligt gewesen zu sein.

Der Ulmer Anwalt sagte der "Süddeutschen Zeitung", er habe mit S. bereits am Telefon gesprochen. Sein Mandant bestreite die Terrorvorwürfe. "Er hat damit nichts zu tun", sagte Gnjidic. Der Anwalt weiß nach eigenen Worten nicht, an welchem Ort in der Türkei sich sein Mandant in Haft befindet.

S. spähte angeblich Kaserne in Hanau aus

Nach Erkenntnissen der Ermittler besuchte Atilla S. im vergangenen Jahr ein Ausbildungslager der Islamischen Dschihad-Union in Pakistan und war an der Ausspähung einer US-Kaserne in Hanau am 31. Dezember 2006 beteiligt. Der deutsche Staatsbürger lebte demnach zuletzt in Ulm. Gnjidic zufolge reiste sein Mandant bereits Monate vor dem Polizei-Einsatz im Sauerland in die Türkei. Den deutschen Behörden sei sein Aufenthaltsort bekannt gewesen. Die "Süddeutsche Zeitung" schrieb dagegen, dass nach Atilla S. wochenlang gefahndet worden sei. Er sei mit internationalem Haftbefehl gesucht worden.

Bislang drei Verdächtige in Haft

Bislang sitzen drei Verdächtige in Deutschland in Haft. Dabei handelt es sich um Fritz G., Daniel S. und Adem Y. Die zwei zum Islam konvertierten Deutschen sowie der Türke sollen massive Sprengstoffanschläge auf US-Einrichtungen in Deutschland geplant haben. Im Visier der Behörden sind weitere Verdächtige. Der Chef des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, hatte in einem Interview des "Kölner Stadt-Anzeigers" gesagt, dass das Umfeld des vermuteten Netzwerks der drei Inhaftierten noch nicht aufgeklärt sei. "Man kann von 40 bis 50 Verdächtigen ausgehen. Neben den Führungspersonen sind das Leute, die mit den Verhafteten so eng in Kontakt standen, dass wir sie zu dem Netzwerk zählen", wurde Ziercke zitiert.

Das Netzwerk sei in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und im Saarland aktiv. Bereits im Sommer 2006 hatte eine Terrorzelle versucht, mit Kofferbomben massive Anschläge auf Regionalzüge zu verüben. Die Sprengsätze explodierten wegen eines handwerklichen Fehlers nicht. Wegen der Tat muss sich der verdächtige Libanese Youssef Mohamed El Hajdib ab dem 18. Dezember vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht verantworten. Aus Verärgerung über Mohammed-Karikaturen in europäischen Zeitungen soll er zusammen mit dem zweiten Hauptverdächtigen Jihad Hamad die Sprengsätze in den Zügen deponiert haben. Hamad ist wegen der Tat im Libanon angeklagt.

fgü mit AP

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