HOME

Wahlkampf: Anne Will moderiert das Kanzlerduell

Für das TV-Duell vor der Bundestagswahl hat die ARD Anne Will als Moderatorin benannt. Sie wird Kanzlerin Merkel und Herausforderer Steinbrück die Fragen stellen. Ob Raab moderiert, ist noch unklar.

Edmund Stoiber brachte Stefan Raab ins Spiel - und tagelang diskutierte die Republik, ob der Entertainer so etwas Staatstragendes wie das Kanzlerduell vor der Bundestagswahl moderieren dürfte oder könnte. Die Entscheidung, ob die Allzweckwaffe der deutschen TV-Unterhaltung tatsächlich in die seriöse Politikberichterstattung einsteigt, ist noch nicht gefallen.

Das Wahlteam der ARD: Will, Deppendorf, Miosga

Dafür hat die ARD bereits ihre Moderatorin für das TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Herausforderer Peer Steinbrück (SPD) benannt. Anne Will wird für das Erste in der Runde die Fragen stellen.

Bei den vergangenen Kanzlerduellen hatten auch das ZDF, RTL und Sat1 jeweils einen Nachrichtenmoderator in die Runde der Fragesteller entsandt. Die ARD ist nun der erste Sender, der seine Moderatorin benennt. Am Wahlabend selbst werden Ulrich Deppendorf, Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, und Caren Miosga, Moderatorin der "Tagesthemen", die Hochrechnungen präsentieren und Interviews führen.

Will folgt auf Plasberg

Seit 2007 ist Will Gastgeberin der nach ihr benannten Talkshow. Von dem angestammten Sendeplatz am Sonntag musste sie weichen und für Günther Jauch Platz machen. Stattdessen sendet sie am späten Mittwochabend. Die Quoten schrumpften daraufhin rapide. In der Diskussion, ob die fünf Talkshows der ARD nicht reduziert werden sollten, war "Anne Will" auch stets eine, die zur Debatte stand.

Will wird zum ersten Mal das Kanzler-Duell moderieren. Das Wortgefecht zwischen Merkel und Frank-Walter Steinmeier im Herbst 2009 hatte ihr Kollege Frank Plasberg für die ARD geleitet. In den Jahren 2005 und 2002 war jeweils Sabine Christiansen für das Erste dabei.

Das allererste Kanzlerduell der Bundesrepublik fand 2002 zwischen Gerhard Schröder und Edmund Stoiber statt. Kanzler Schröder und sein Herausforderer trafen sich sogar zwei Mal - einmal bei den privaten Sendern, einmal bei den öffentlich-rechtlichen.

swd