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Forsa-Chef über Wahltrend: "Flüchtlingsfrage noch nicht so beunruhigend, dass AfD profitieren könnte"

Forsa-Chef Manfred Güllner sieht hinsichtlich der Flüchtlingsfrage noch keinen Vorteil für die AfD. Dennoch behauptet die Partei im Wahltrend ihre 7 Prozent. Stärkste Kraft bleibt die Union.

Die Alternative für Deutschland behauptet im Wahltrend ihre 7 Prozent

Die Alternative für Deutschland behauptet im Wahltrend ihre 7 Prozent

Der Sympathierückgang der Union angesichts der Uneinigkeit in der Flüchtlingsfrage scheint vorerst gestoppt. Im stern-RTL-Wahltrend kommen CDU/CSU wie in der Vorwoche auf 38 Prozent - 3,5 Prozentpunkte weniger als bei der Bundestagswahl 2013. Die SPD verliert einen Prozentpunkt auf jetzt 24 Prozent, auch die FDP büßt einen Punkt ein auf 4 Prozent. Zulegen können nur die Grünen und die Linkspartei um jeweils einen Punkt: Die Grünen liegen nun bei 11, die Linke bei 10 Prozent. Die AfD behauptet bundesweit ihre 7 Prozent - vor allem durch Zuwächse in Ostdeutschland und Bayern. Auf die sonstigen kleinen Parteien entfallen 6 Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt weiterhin 34 Prozent und ist damit deutlich größer als bei der Bundestagswahl 2013, als sich 28,5 Prozent der Wahlberechtigten nicht an der Wahl beteiligten.

"Im Westen der Republik sind die Bürger vor Ort in der Flüchtlingsfrage noch nicht so beunruhigt, dass davon die AfD profitieren könnte", sagt Forsa-Chef Manfred Güllner. Das habe die Oberbürgermeisterwahl in Köln nach dem Messer-Attentat auf die parteilose OB-Kandidatin Henriette Reker gezeigt: "Von knapp 810.000 Wahlberechtigten stimmten nur 12.934 für den AfD-Kandidaten - das sind gerade mal 1,5 Prozent." Wenn die Front gegen diese fremdenfeindliche Partei auch bundesweit stehen würde, ginge ihr Anteil von 7 Prozent in ganz Deutschland schnell wieder zurück, so Güllner. "Denn die AfD kommt nicht aus der Mitte der Gesellschaft, sondern ist eine rechtsradikale Minderheit, gegen die man sich abgrenzen muss, die durchweg geächtet gehört."

Merkel bleibt vor Gabriel

Bei der Kanzlerpräferenz - wenn also die Spitze des Kanzleramts direkt gewählt werden könnte - bleibt der Wert für Angela Merkel unverändert, während sich SPD-Chef Sigmar Gabriel im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt verbessern kann. Mit 47 Prozent liegt Merkel jetzt 31 Prozentpunkte vor Gabriel mit 16 Prozent.

Auch bei der politischen Kompetenz - welche Partei also mit den Problemen in Deutschland am besten fertig wird - legt die SPD um einen Punkt auf 10 Prozent zu, während die Union einen verliert und nun auf 25 Prozent kommt - ihr niedrigster Wert in diesem Jahr. 57 Prozent der Wahlberechtigten trauen keiner Partei politische Kompetenz zu, darunter die Hälfte der SPD-Anhänger (50 Prozent).

Datenbasis Wahltrend: Das Forsa-Institut befragte vom 12. bis 16. Oktober 2015 im Auftrag des Magazins stern und des Fernsehsenders RTL 2502 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten.