Wahlumfrage Schwarz-Gelb verliert Mehrheit


Erstmals seit Monaten hätte eine Koalition von CDU und FDP keine Mehrheit im Bundestag mehr. Entgegen dem Trend gewinnt die SPD dazu. Indes zeichnet sich eine TV-Debatte zwischen Joschka Fischer, Guido Westerwelle und Oskar Lafontaine ab.

Gut sechs Wochen vor der Bundestagswahl liegen die beiden Blöcke Schwarz-Gelb und Rot-Rot-Grün nach einer Umfrage mit je 48 Prozent gleichauf. In der Sonntagsfrage des ARD-Deutschlandtrends blieben CDU und CSU mit 42 Prozent im Vergleich zur Vorwoche zwar stabil, die FDP verlor aber einen Punkt und liegt nun bei sechs Prozent. Damit hätten die drei Parteien erstmals seit Februar nicht die Mehrheit der Mandate.

Die SPD gewann nach der am Donnerstag veröffentlichten Befragung erneut einen Punkt und erreichte 29 Prozent. Die Grünen blieben stabil bei acht Prozent. Die Linkspartei verlor einen Punkt und kam auf elf Prozent.

Laut N24 würde Schwarz-Gelb knapp gewinnen

Anders dagegen das Ergebnis einer Emnid-Befragung im Auftrag des Nachrichtensenders N24 vom selben Tag: Danach würde es für ein schwarz-gelbes Bündnis reichen. CDU und CSU kämen auf 43 Prozent (plus eins), die FDP auf sieben Prozent (minus eins).

Im direkten Vergleich mit der Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel kann Bundeskanzler Gerhard Schröder erneut hinzugewinnen. Im Falle einer Direktwahl würden 48 Prozent für ihn stimmen (plus drei), 39 Prozent würden sich für Merkel als Kanzlerin entscheiden (minus zwei), ermittelten die Infratest-dimap-Forscher. 70 Prozent der Deutschen glauben zudem, dass bei dem vereinbarten TV-Duell Schröder besser abschneiden wird als seine Herausforderin. Für ein Fünftel der Befragten sei das Duell für die persönliche Wahlentscheidung wichtig.

Vor dem TV-Duell zwischen Schröder und Merkel wird es aller Wahrscheinlichkeit nach auch ein Live-Streitgespräch zwischen Außenminister Joschka Fischer, FDP-Chef Guido Westerwelle und dem Spitzenkandidaten der Linkspartei, Oskar Lafontaine, geben. ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender sagte der Nachrichtenagentur DPA, mit Westerwelle und Lafontaine habe man sich bereits auf einen Sendetermin am 1. September um 20.15 Uhr geeinigt. Fischers Sprecher erklärte, der Grünen-Spitzenkandidat sei zu einem solchen Live-Gespräch bereit.

Der stellvertretende Regierungssprecher Hans Langguth sagte dem "Münchner Merkur": "Joschka Fischer ist nicht bekannt dafür, dass er politischen Auseinandersetzungen aus dem Weg geht. Wenn es Fernsehsender gibt, die ein Duell Fischer, Westerwelle, Lafontaine ausstrahlen wollen, dann steht der Vizekanzler selbstverständlich zur Verfügung", zitiert das Blatt den Sprecher.

Auch Lafontaine erklärte sich in der Zeitung zu dem Fernsehduell bereit. "Oskar Lafontaine würde an einem Duell ohne Bedingungen teilnehmen", sagte eine Mitarbeiterin von Lafontaine. Spitzenkandidat der Linkspartei, Gregor Gysi, sei bei dieser Gesprächsrunde nicht vorgesehen, sagte der ZDF-Chefredakteur. Das Streitgespräch soll laut Brender im Rahmen der Sendung "Berlin Mitte" laufen und von der Moderatorin Maybrit Illner präsentiert werden.

DPA/Reuters DPA Reuters

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