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Krawallnacht in Hamburg: Deswegen feuerte ein Polizist den Warnschuss in der Schanze ab

Während der Ausschreitungen im Hamburger Schanzenviertel hat ein Beamter einen Warnschuss in die Luft abgeben - das letzte Mittel vor der Gewaltanwendung. Wie es dazu kam.

Zwischenfall in Hamburg: Video soll Warnschuss im Schanzenviertel zeigen

Zu schießen ist für Polizisten in Deutschland das letzte Mittel, um sich zu verteidigen oder Gefahr von anderen abzuwenden. Der Einsatz der Dienstwaffe ist streng reglementiert. So ist der "unmittelbare Zwang", wie es im Amtsdeutsch heißt, sofern es die Umstände zulassen, immer anzudrohen. Als Androhung gilt auch der sogenannte Warnschuss. Zu diesem letzten Mittel vor dem Schuss auf Menschen ist es am Freitagabend im Hamburger Schanzenviertel gekommen. Ein Polizist sah sich gezwungen, mit seiner Waffe in die Luft zu feuern.

Die Polizei schildert den Vorfall wie folgt: Kurz vor 20 Uhr beobachtete ein Polizist an der Rosenhofstraße zwei Männer, die auf einen am Boden liegenden Mann einschlugen und eintraten. Da der Beamte in zivil im Einsatz war, gab er sich als Polizist zu erkennen und forderte die beiden Männer auf, von ihrem Opfer abzulassen. Dann zog er seine Waffe und feuerte einen Warnschuss in die Luft ab. Zusammen mit dem Opfer brachte er sich in einem nahegelegenen Kiosk in Sicherheit. Die beiden Angreifen entkamen unerkannt. Auch der malträtierte Mann verschwand, ohne sich auszuweisen.

Twitter-Video soll G20-Warnschuss zeigen

Ein via Twitter verbreitetes Video soll den Warnschuss zeigen. Ort und Ablauf stimmen weitestgehend mit der Polizeimeldung überein. Darin wird ein Mann in blauer Hose von mehreren Männern attackiert und zu Boden geschlagen. Als sie zu weiteren Schlägen und Tritten gegen das am Boden liegende Opfer ansetzen, ist ein Schuss zu hören und ein junger Mann mit kurzer Hose, Rucksack und gezogener Waffe springt "Polizei!" rufend ins Bild. Er richtet seine Pistole auf die Angreifer, die daraufhin fliehen.

Die Nachrichtenagentur DPA meldet am Samstag, dass sie mit dem angegriffenen Mann gesprochen habe. Demnach gab dieser an, Aktivisten fotografiert und ihnen gesagt zu haben: "Ich möchte nicht, dass ihr meine schöne Stadt in Brand setzt." Daraufhin sei er geschlagen und getreten worden, ehe ihm der Polizist zur Hilfe kam.

Sturm auf die Schanze


fin