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Die Morgenlage: "Zu China-freundlich" - Trump droht WHO mit Stopp von Beitragszahlungen

Rekordzahl von fast 2000 Corona-Toten in den USA binnen eines Tages +++ Twitter-Gründer Dorsey spendet eine Milliarde Dollar für Kampf gegen Covid-19 +++ Die Nachrichtenlage am Mittwoch.

US-Präsident: Trump droht WHO mit Stopp von Beitragszahlungen

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

was bedeutet die Coronavirus-Krise für unsere Wirtschaft? Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen mit einer schwerwiegenden Rezession. Am Vormittag wollen sie ihr Frühjahrsgutachten vorliegen. Auch abseits davon wird die Pandemie an diesem Mittwoch wieder das Geschehen bestimmen. Die Johns-Hopkins-Universität vermeldet inzwischen fast 1,5 Millionen Infizierte und mehr als 80.000 Tote weltweit.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Wir haben für Sie zusammengefasst, was seit dem Abend passiert ist:

Trump droht WHO mit Stopp von Beitragszahlungen

Mitten in der Corona-Krise droht US-Präsident Donald Trump der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit dem vorläufigen Stopp der Beitragszahlungen seines Landes. Seine Regierung werde dies prüfen, kündigte Trump am Dienstag an. Er wirft der UN-Organisation massive Versäumnisse im Kampf gegen das Coronavirus vor.Trump wirft der WHO vor, zu China-freundlich zu sein und im Kampf gegen das Virus eine "fehlerhafte Empfehlung" abgegeben zu haben. Die Organisation werde zwar größtenteils von den USA finanziert, sei aber "China-zentrisch", kritisierte Trump.

Rekordzahl von fast 2000 Corona-Toten in den USA binnen eines Tages

In den USA ist innerhalb von 24 Stunden die weltweite Rekordzahl von fast 2000 Menschen an den Folgen der Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Laut Zahlen der Johns-Hopkins-Universität vom Dienstagabend (Ortszeit) erlagen seit dem Vortag genau 1939 Menschen in den Vereinigten Staaten der von dem neuartigen Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

US-Folklegende John Prine an Coronavirus-Infektion gestorben

Der legendäre US-Country- und Folkmusiker John Prine ist an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Der Sänger und Komponist erlag im Alter von 73 Jahren Komplikationen nach der Infektion, wie sein Agent im Namen der Familie mitteilte.

Corona auf US-Flugzeugträger: Amtierender Marineminister tritt ab

Im Konflikt um den Umgang mit dem Coronavirus-Ausbruch an Bord eines US-Flugzeugträgers ist der amtierende US-Marineminister Thomas Modly zurückgetreten. US-Verteidigungsminister Mark Esper schrieb am Dienstag auf Twitter, er habe das Rücktrittsgesuch von Modly im Einverständnis mit US-Präsident Donald Trump angenommen. An Modlys Stelle soll nun der Untersekretär des Heeres, Jim McPherson, treten.

Twitter-Gründer Dorsey spendet eine Milliarde Dollar für Kampf gegen Covid-19

Twitter-Gründer Jack Dorsey spendet eine Milliarde Dollar für den Kampf gegen das Coronavirus. Die Summe entspreche 28 Prozent seines Vermögens, schrieb Dorsey am Dienstag in dem vom ihm geführten Kurzbotschaftendienst. Konkret wolle er Anteile des ebenfalls von ihm gegründeten Online-Bezahldienstes Square im Wert von einer Milliarde Dollar (rund 926 Millionen Euro) an sein stiftungsähnliches Unternehmen Start Small übertragen.

Ronaldinho darf gegen Zahlung von 1,6 Millionen Dollar in Hausarrest

Überraschend ist der ehemalige brasilianische Fußballstar Ronaldinho aus der Haft in Paraguay in den Hausarrest entlassen worden. Gegen die Zahlung einer Kaution in Höhe von 1,6 Millionen US-Dollar (1,47 Millionen Euro) konnten der zweimalige Weltfußballer und Weltmeister von 2002 sowie sein Bruder und Manager Roberto Assis das Gefängnis am Dienstag verlassen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Dem früheren Star des FC Barcelona und seinem Bruder waren im November 2018 in ihrer Heimat Brasilien die Reisepässe entzogen worden, weil sie Strafzahlungen in Höhe von umgerechnet 2,2 Millionen Euro nicht geleistet hatten. Diese Strafe war verhängt worden, weil sie bei der Bebauung eines Grundstücks in Porto Alegre massive Umweltschäden verursacht hatten.

Dr. Eckart von Hirschhausen redet über die Maskenpflicht während der Corona-Krise.

US-Regierung empfiehlt Schutz von Mund und Nase

Die US-Regierung empfiehlt ihren Bürgern wegen der Coronavirus-Pandemie, beim Verlassen der Wohnung Mund und Nase zu bedecken. Verpflichtend sei dies nicht, betonte US-Präsident Trump in Washington. Auch Schals würden schon helfen; medizinische Schutzmasken sollten dem Fachpersonal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen vorbehalten bleiben.

Acht Millionen Schutzmasken aus China in München eingetroffen

Ein Frachtflugzeug der Lufthansa hat acht Millionen Schutzmasken aus China nach Deutschland gebracht. Die Boeing 777F landete in München, wie die Fluggesellschaft mitteilte. Die Maschine war demnach am Montag in Shanghai gestartet und nach einem Zwischenstopp in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul weiter nach München geflogen. Die Masken waren in 4000 Kartons verpackt. Die Ladung hatte ein Gesamtgewicht von 26 Tonnen.

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Wirtschaftsforscher: Corona-Krise löst schwere Rezession aus

Die Corona-Krise löst aus Sicht führender Wirtschaftsforschungsinstitute eine schwerwiegende Rezession in Deutschland aus. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr um 4,2 Prozent schrumpfen, wie aus dem Gutachten hervorgeht, das der Nachrichtenagentur DPA vorab vorlag. Die Institute stellen das Papier um 10 Uhr vor.

Bundesregierung will Übernahmen deutscher Firmen erschweren

Die Übernahme deutscher Firmen durch ausländische Investoren in strategisch wichtigen Bereichen soll erschwert werden – dazu will die Bundesregierung das Außenwirtschaftsgesetz ändern. Das Kabinett berät über die Novelle, die eine schärfere Investitionskontrolle vorsieht. Am späten Vormittag will sich Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in Berlin dazu äußern.

OPCW will Schuldige von Giftgasangriffen in Syrien benennen

Zwei Jahre nach dem verheerenden Giftgas-Angriff auf das syrische Duma im Jahr 2018 will die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) die Verantwortlichen benennen. Der Bericht der OPCW-Ermittler soll in Den Haag veröffentlicht werden. Im April vor zwei Jahren waren bei einer Chlorgas-Attacke auf das Verwaltungszentrum bei Damaskus mehr als 40 Menschen getötet worden. 

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Ihre stern-Redaktion

wue / anb / DPA / AFP