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Die Morgenlage Nach schlechten Umfragen: Trump tauscht überraschend seinen Wahlkampfmanager aus

Morgenlage - Brad Parscale
Soll sich für US-Präsident Trump künftig um Digitales und soziale Netzwerke kümmern: Ex-Wahlkampfmanager Brad Parscale
© Spencer Platt / Getty Images / AFP
USA mit neuem Höchstwert an Corona-Neuinfektionen +++ Maas droht leichtsinnigen Urlaubern mit neuen Corona-Beschränkungen +++ Familie von George Floyd reicht Klage gegen Minneapolis und vier Polizisten ein +++ Die Nachrichtenlage am Donnerstag.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

Donald Trump hat seinen bisherigen Wahlkampfmanager Brad Parscale überraschend ausgetauscht - nur gut drei Monate vor der US-Präsidentschaftswahl im November. Künftig werde sich Bill Stepien die Leitung der Kampagne übernehmen, twitterte Trump. Indes mussten die USA einen neuen traurigen Höchstwert an Corona-Neuinfektionen verzeichnen. Binnen 24 Stunden wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Mittwochabend 67.632 neue Ansteckungsfälle registriert. Die Zahl der Corona-Toten sei um 795 auf mehr als 137.200 gestiegen. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Wir haben für Sie zusammengefasst, was in der Nacht passiert ist:

Hongkong verweigert "New York Times"-Journalisten die Zulassung 

Hongkongs Behörden verweigern einem Korrespondenten und China-Experten der "New York Times" die Arbeitserlaubnis. Dem 52-jährigen Chris Buckley sei keine Erklärung gegeben worden, berichtete die Zeitung. Die Entscheidung stieß am Donnerstag auf scharfe Kritik. Die Journalistenorganisation Committee to Protect Journalists (CPJ) sah einen Verstoß gegen die Pressefreiheit in Hongkong. Die Entscheidung "untergräbt den freien Fluss der Informationen, die für den Erfolg Hongkongs entscheidend ist". 

Der langjährige Korrespondent war bereits zuvor praktisch aus China ausgewiesen worden, indem seine Akkreditierung nicht verlängert wurde. Die Verweigerung der Arbeitserlaubnis erfolgt auf den Erlass des Gesetzes zum Schutz der nationalen Sicherheit in der chinesischen Sonderverwaltungsregion. 

Trump wechselt Wahlkampfmanager aus

Nur gut drei Monate vor der US-Wahl hat Präsident Donald Trump seinen Wahlkampfmanager ausgewechselt. Bill Stepien werde die Leitung der Kampagne übernehmen, der bisherige Chef Brad Parscale werde sich weiter um Digitales und soziale Netzwerke kümmern, erklärte Trump am Mittwochabend über Twitter. Beide hätten seit Jahren gut für ihn gearbeitet, erklärte er weiter.

Der überraschende Personalwechsel dürfte auch mit den zuletzt für den Republikaner Trump sehr schlechten Umfragewerten zusammenhängen. Jüngste Erhebungen geben dem designierten Kandidaten der Demokraten, Joe Biden, einen sehr soliden Vorsprung. Bis zur Wahl am 3. November sind es aber noch gut drei Monate, was noch viel Raum für Überraschungen lässt. 

USA mit neuem Höchstwert an Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA hat einen weiteren Rekordwert erreicht: Binnen 24 Stunden wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Mittwochabend 67.632 neue Ansteckungsfälle registriert. Die Zahl der Corona-Toten sei um 795 auf mehr als 137.200 gestiegen. Erst am Samstag hatten die USA mit mehr als 66.500 Corona-Fällen einen Höchststand bei den täglich festgestellten Neuinfektionen verzeichnet.

Bolsonaro erneut positiv auf Coronavirus getestet

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ist nach eigener Angabe erneut positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Gestern Morgen habe ich den Test gemacht, gestern Abend kam das Ergebnis, dass ich noch immer positiv bin", sagte Bolsonaro in einem Video auf Twitter am Mittwochabend. Am Dienstag vergangener Woche hatte der Staatschef bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Seitdem führt er seine Amtsgeschäfte aus der Präsidentenresidenz in Brasília.

Maas droht leichtsinnigen Urlaubern mit neuen Corona-Beschränkungen

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat mit neuen Corona-Beschränkungen gedroht, sollten sich Urlauber wie zuletzt auf Mallorca wenig verantwortungsvoll verhalten. "Uns ist es gerade erst gelungen, in Europa die Grenzen wieder zu öffnen. Das dürfen wir jetzt nicht durch leichtsinniges Verhalten aufs Spiel setzen", sagte Maas den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Sonst werden neue Beschränkungen unvermeidbar sein."

Scharf kritisierte Maas die Party-Szenen auf Mallorca. "So ein Verhalten ist nicht nur gefährlich, sondern auch rücksichtslos gegenüber allen, die auch in Sicherheit ihren Urlaub verbringen möchten", sagte der Minister. Viele Urlaubsregionen hätten "monatelang hart daran gearbeitet, dass Touristen jetzt wieder einreisen können". Die Regelungen dienten dem Schutz aller.

Familie von George Floyd reicht Klage gegen Minneapolis und vier Polizisten ein

Die Familie des bei einem brutalen Polizeieinsatz getöteten Afroamerikaners George Floyd hat Klage gegen die US-Stadt Minneapolis und die vier beteiligten Polizisten wegen widerrechtlicher Tötung eingereicht. "Während ganz Amerika mit der öffentlichen Gesundheitskrise der Coronavirus-Epidemie zu kämpfen hat, muss sich das schwarze Amerika mit einer weiteren Pandemie der Polizeibrutalität auseinandersetzen", sagte Anwalt Benjamin Crump am Mittwoch vor einem Bundesgericht in Minneapolis.

Der 46-jährige Floyd war am 25. Mai unter dem Verdacht eines kleinen Falschgelddelikts von den Polizisten festgenommen worden. Ein Polizist hatte dem am Boden liegenden Mann knapp neun Minuten lang sein Knie in den Nacken gedrückt. Floyds Tod löste landes- und weltweite Demonstrationen gegen exzessive Polizeigewalt und Rassismus aus.

Bezos und Musk betroffen: Hacker-Angriff auf Twitter-Konten von US-Firmen und Promis

Die Twitterkonten von bekannten US-Firmen wie Apple und prominenten Unternehmern wie Elon Musk oder Jeff Bezos sind einem Hackerangriff zum Opfer gefallen. Auf den gehackten Konten des Kurzbotschaftendienstes erschien am Mittwoch ein Aufruf, binnen 30 Minuten sollten Bitcoins im Wert von 1000 Dollar überwiesen werden. Zur Belohnung würden die Betroffenen die doppelte Summe der Kryptowährung zurückerhalten.    

"Dies ist ein Betrug, nehmen Sie nicht teil", schrieb der Mitgründer der Kryptobörse Gemini Exchange, Cameron Winklevoss, bei Twitter. Twitter selbst sprach von einem "Sicherheitsvorfall", an einer Lösung werde gearbeitet.

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Bund und Länder beraten über lokale Ausreisestopps für Corona-Gebiete

Bund und Länder wollen am Donnerstag ihre Gespräche über mögliche lokale Ausreisesperren in Regionen mit starkem Corona-Ausbruch fortsetzen. Der Bund setzt auf solche Überlegungen, aus den Bundesländern kam dazu ein geteiltes Echo. Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hatte am Montag darüber mit den Staatskanzleichefs der Länder gesprochen, an diesem Donnerstag wollen sie weiter beraten.

Urteil gegen "Welt"-Reporter Deniz Yücel in der Türkei erwartet

Im Prozess wegen Terrorvorwürfen gegen den "Welt"-Reporter Deniz Yücel in der Türkei wird im Tagesverlauf in dessen Abwesenheit ein Urteil erwartet. Yücels Anwalt Veysel Ok hatte am vergangenen Verhandlungstag im Juni sein Abschlussplädoyer gehalten und eine Entscheidung erwartet - der Prozess wurde dann aber überraschend vertagt. Ok fordert den Freispruch seines Mandanten von allen Anklagepunkten. Die Staatsanwaltschaft wirft Yücel Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und Volksverhetzung vor. Sie fordert dafür bis zu 16 Jahre Haft.

Nur 77 Millionen Kilometer entfernt – Sonde macht Sonnenbilder

Auf dem Weg zum Zentrum des Sonnensystems: Die im Februar in den USA gestartete Raumsonde "Solar Orbiter" hat ihre zehn wissenschaftlichen Instrumente an Bord in Betrieb genommen und erste Bilder von der Sonne gemacht. Die europäische Raumfahrtagentur Esa will die ersten Aufnahmen um 14 Uhr auf einer virtuellen Konferenz präsentieren. Die auf rund halber Strecke zwischen Erde und Sonne in 77 Millionen Kilometer Entfernung gemachten Aufnahmen übertreffen Esa-Wissenschaftlern zufolge bereits die Erwartungen. Noch nie zuvor seien Sonnenaufnahmen aus dieser geringen Entfernung gemacht worden.

Spanien nimmt Abschied von seinen 28.400 Corona-Toten

Im Beisein von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und der gesamten Spitze der Europäischen Union nimmt Spanien am Donnerstag Abschied von den mehr als 28.400 Menschen, die im einstigen Corona-Hotspot mit Covid-19 starben. Man werde beim Staatsakt vor dem Königlichen Palast in Madrid aber nicht nur der Toten gedenken und sich beim Gesundheitspersonal bedanken, sondern auch die Verdienste der gesamten spanischen Gesellschaft würdigen, teilte die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez mit.

Real Madrid trennt noch ein Sieg vom Meistertitel

Real Madrid kann sich am Abend den spanischen Meistertitel sichern. Bei einem Erfolg im eigenen Stadion gegen den FC Villarreal wäre dem Fußball-Rekordchampion um den deutschen Nationalspieler Toni Kroos der 34. Titel der Vereinsgeschichte nicht mehr zu nehmen.

Verband stellt Eishockey-Konzept für neue Saison vor

Der Deutsche Eishockey-Bund stellt am Donnerstag ein Konzept vor, mit dem ab dem Herbst wieder Eishockey gespielt werden kann. Stellvertretend für eine Arbeitsgruppe aus dem Verband und den beiden Profiligen DEL und DEL2 erläutern DEB-Präsident Franz Reindl und Sportdirektor Stefan Schaidnagel die Pläne, die zuvor bereits von Experten, Medizinern und der Politik begutachtet wurden. Dabei soll auch eine Idee präsentiert werden, wie in der kommenden Saison wieder vor Zuschauern gespielt werden kann. 

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Ihre stern-Redaktion

wue/ mod DPA AFP

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