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Die Morgenlage Schulstart inmitten der Corona-Pandemie: Lehrergewerkschaft sorgt sich wegen "Sorglosigkeit"

Corona im Klassenzimmer: Wie gehen wir nach den Sommerferien mit dem Virus um?
Nach den Sommerferien wollen die Bundesländer ihre Schulen wieder in den Regelbetrieb schicken – aber die Angst vor Corona bleibt.
© skynesher / Getty Images
Die Schule geht wieder los - Mecklenburg-Vorpommern macht den Anfang +++ SpaceX sicher zur Erde zurückgekehrt +++ Microsoft will TikTok übernehmen +++ Die Nachrichtenlage am Montag.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

es wirkt ein wenig wie ein großes Experiment inmitten der Corona-Pandemie: der Schulstart. Als erstes Bundesland wagt sich Mecklenburg-Vorpommern ins neue Unterrichtsjahr. Für die 152.700 Schülerinnen und Schüler soll es erstmals seit Mitte März wieder täglichen Lehrstunden geben. Weil rund 400 der 13.000 Lehrer aufgrund ihres hohen Corona-Risikos weiter im Homeoffice arbeiten, wird der Präsenzunterricht teilweise durch Fernunterricht ergänzt. In Hamburg folgt der Schulstart am Donnerstag. In der Woche darauf geht es in Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und in Schleswig-Holstein los. Bedenken hat die Lehrergewerkschaft VBE, weil die Infektionszahlen wieder steigen. "Und die Sorglosigkeit, die sich in der Gesellschaft anscheinend immer weiter breit macht, bereitet uns Sorgen", so VBE-Vertreter Michael Blanck.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag: 

SpaceX-Kapsel mit zwei US-Astronauten zurück auf der Erde gelandet

Zwei Monate nach dem ersten bemannten Start des von der Privatfirma SpaceX entwickelten Raumschiffs "Crew Dragon" zur ISS sind zwei US-Astronauten wieder zurück auf der Erde. Robert Behnken und Douglas Hurley landeten mit der Kapsel "Endeavour" im Golf von Mexiko vor der Küste des US-Bundesstaates Florida, wie Live-Aufnahmen der US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigten. Die Astronauten waren Ende Mai vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida aus gestartet. Es war nach fast neunjähriger Pause das erste Mal, dass Astronauten von den USA aus zur ISS flogen, und das erste Mal, dass sie von einem privaten Raumfahrtunternehmen befördert wurden.

Mächtiger Kartell-Chef "El Marro" in Mexiko festgenommen

Den mexikanischen Behörden ist ein Schlag gegen das organisierte Verbrechen gelungen. Der Kartell-Boss José Antonio Yépez, genannt "El Marro", sei bei einer Militäroperation im Bundesstaat Guanajuato festgenommen worden, erklärten Vertreter der Provinz- und der Zentralregierung auf Twitter. Der Chef des mächtigen Kartells Santa Rosa de Lima galt als einer der meist gesuchten Kriminellen des Landes. Die kriminelle Gruppe hat sich auf das Anbohren von Pipelines spezialisiert, um das gestohlene Öl auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Vergangene Woche war mit José Guadalupe, alias "El Mamey", bereits ein ranghohes Mitglied des Santa-Rosa-de-Lima-Kartells ebenfalls in Guanajuato festgenommen worden.

Corona-Studie bestätigt: Menschen können Hunde und Katzen anstecken

Haustiere wie Hunde und Katzen können von Menschen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert werden. Diese Annahme von Wissenschaftlern hat jetzt eine Studie italienischer Forscher bestätigt. Sie untersuchten in Norditalien, vor allem in der Lombardei, 540 Hunde und 277 Katzen. Die Tiere lebten in Haushalten mit Corona-Patienten oder in besonders stark von Corona betroffenen Gebieten. 3,4 Prozent der Hunde und 3,9 Prozent der Katzen hatten Antikörper gegen das Virus gebildet.

Microsoft streckt Fühler nach Tiktok aus

Ein Übernahmemanöver des Software-Giganten Microsoft könnte das von US-Präsident Donald Trump angedrohte Verbot der Videoplattform Tiktok womöglich doch noch verhindern. Microsoft bestätigte nun erstmals, den Zukauf des US-Geschäfts von Tiktok anzustreben. Konzernchef Satya Nadella und Trump hätten sich darüber ausgetauscht, nun wolle Microsoft weitere Gespräche mit dem chinesischen Tiktok-Eigentümer ByteDance führen. Ziel sei es, bis zum 15. September einen Deal zu vereinbaren. ByteDance steht unter hohem Druck, Tiktoks US-Geschäft zu verkaufen, da Trump wegen Sicherheitsbedenken ein Verbot der beliebten App in den Vereinigten Staaten angekündigt hat.

Donald Trump fordert Todesstrafe für Boston-Attentäter

US-Präsident Donald Trump hat sich gegen die von einem Berufungsgericht verfügte Aufhebung des Todesurteils gegen den Attentäter vom Bostoner Marathonlauf gewandt. Dschochar Zarnajew müsse erneut zum Tode verurteilt werden, forderte Trump auf Twitter. "Kaum jemand hat mehr die Todesstrafe verdient, als der Boston-Bomber." Bei der Neuauflage des Prozesses müsse die Staatsanwaltschaft erneut die Todesstrafe fordern, schrieb Trump. "Unser Land kann nicht zulassen, dass die Entscheidung des Berufungsgerichts Bestand hat." Der heute 27-jährige Zarnajew war 2015 für schuldig befunden worden, mit seinem Bruder Tamerlan im Zielbereich des Boston-Marathons im April 2013 zwei selbstgebaute Sprengsätze zur Explosion gebracht zu haben.

509 neue Corona-Infektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 509 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 210.402 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, so die aktuellsten Daten des RKI. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9148. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland bei 1,11 (Vortag: 1,13). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt.

Was heute wichtig wird:

Laschet zu Gesprächen über Migration in Griechenland

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will in Athen mit Vertretern der griechischen Regierung über die Entwicklung der Migration sprechen. Er wird von seinem Flüchtlings- und Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) begleitet. Am Dienstag will Laschet in einem Flüchtlingslager auf der Insel Lesbos mit Hilfsorganisationen sprechen. Laschet will sich im Dezember um den CDU-Bundesvorsitz bewerben und gilt damit als möglicher Kanzlerkandidat.

Trauerfeier für ehemaligen SPD-Vorsitzenden Hans-Jochen Vogel in München

In München findet um 10.30 Uhr die Trauerfeier für den verstorbenen ehemaligen SPD-Bundesvorsitzenden Hans-Jochen Vogel statt. An dem Gedenken für den Altoberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt im Kulturzentrum Gasteig nimmt auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier teil. Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans und der Münchner SPD-Oberbürgermeister Dieter Reiter werden Gedenkreden halten, auch Vogels Witwe Lieselotte wird sprechen. Vogel starb vor einer Woche im Alter von 94 Jahren in München. In der Bonner Republik hatte der gebürtige Göttinger maßgeblich die SPD geprägt, unter anderem als Bundesjustizminister, Kanzlerkandidat sowie Fraktions- und Parteichef. Kurzzeitig war Vogel in Berlin Regierender Bürgermeister.

Zwei Jahre nach Brückeneinsturz in Genua wird neue Autobahnbrücke eingeweiht

Knapp zwei Jahre nach dem verheerenden Brückeneinsturz in Genua wird um 18.30 Uhr ein neues Autobahn-Viadukt eingeweiht. Die neue San-Giorgio-Brücke des Star-Architekten Renzo Piano wurde im Eiltempo errichtet - auch während der Corona-Hochphase in Italien. In Erinnerung an die Opfer des Einsturzes wird die Zeremonie im Beisein von Staatspräsident Sergio Mattarella und Regierungschef Giuseppe Conte eher klein ausfallen. Ab Mittwoch soll der Verkehr über die neue Brücke rollen. Die viel befahrene, fast 1200 Meter lange Morandi-Autobahnbrücke war am 14. August 2018 während eines Unwetters auf einer Länge von 200 Metern eingestürzt. 43 Menschen kamen ums Leben. 

Oberstes Gericht in Polen entscheidet über Gültigkeit von Präsidentschaftswahl

In Polen wird um 12 Uhr ein Urteil des Obersten Gerichts über die Gültigkeit der Präsidentschaftswahl Mitte Juli erwartet. Nach der knappen Niederlage ihres Kandidaten Rafal Trzaskowski gegen den nationalkonservativen Amtsinhaber Andrzej Duda hatte die oppositionelle Bürgerplattform (PO) Beschwerde gegen das Wahlergebnis eingereicht. Zur Begründung nannte sie die Unterstützung des "gesamten Staatsapparats" für Duda. Der Amtsinhaber hatte sich in der zweiten Wahlrunde mit gut zwei Prozentpunkten Vorsprung gegen Trzaskowski durchgesetzt. Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa kritisierten eine voreingenommene Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und sprachen von einer "homophoben, fremdenfeindlichen und antisemitischen Rhetorik".

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Ihre stern-Redaktion

nik/rw DPA AFP

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